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Demenz und Schwerhörigkeit: Symptome, Ursachen, Behandlung und Tipps

entiendoo Redaktion
30.04.2025
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Zwei alte Menschen, die auf einer Bank im Freien sitzen

Bildquelle: Matt Bennett

Gutes Hören ist nicht nur entscheidend für die Kommunikation und das soziale Miteinander, sondern spielt auch eine wesentliche Rolle für unsere geistige Gesundheit. Immer mehr wissenschaftliche Studien zeigen, dass Demenz und Schwerhörigkeit eng miteinander verbunden sind. Vor allem unbehandelte Schwerhörigkeit scheint das Risiko für kognitive Erkrankungen erheblich zu erhöhen.

Dieser Beitrag beleuchtet den Zusammenhang zwischen Demenz und Schwerhörigkeit, erklärt typische Demenz-Symptome und Demenz-Ursachen und gibt Empfehlungen zur Demenz-Behandlung und -Vorsorge. Außerdem erfahren Sie, welche Maßnahmen Angehörige ergreifen können, um Betroffene bestmöglich zu unterstützen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Weltweit leiden fünfzig Millionen Menschen an Demenz und 1,5 Milliarden Menschen an einem Hörverlust – Tendenz jeweils stark steigend.
     
  • Demenz und Schwerhörigkeit hängen zusammen: Schwerhörigkeit gilt als Risikofaktor für Demenz, insbesondere im Alter, wie Studien zeigen.
     
  • Demenz wird in primäre (meist irreversible) und sekundäre (oft reversible) Formen unterteilt, die verschiedenste Demenz-Ursachen umfassen.
     
  • Es gibt vielzählige Demenz-Symptome. Demenz äußert sich durch kognitive und psychische Veränderungen.
     
  • Die Diagnose von Demenz erfolgt durch Gespräche, Tests, Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren.
     
  • Die Demenz-Folgen umfassen unter anderem ein beeinträchtigtes Gedächtnis, eine verringerte Selbstständigkeit und Sicherheitsrisiken im Alltag.
     
  • Bei der Demenz-Behandlung und -Vorsorge können mentale Aktivitäten, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung helfen.
     
  • Es gibt verschiedene Tipps für Angehörige, die den Umgang mit Menschen mit Demenz erleichtern.

1. Demenz und Schwerhörigkeit: Der Zusammenhang

1.1. Definition von Demenz

Demenz ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen, die das Gedächtnis, das Denken sowie die sozialen Fähigkeiten beeinträchtigen und dadurch das tägliche Leben der Betroffenen erheblich erschweren. Es handelt sich dabei also nicht um eine einzelne Krankheit, sondern um eine Gruppe von Symptomen, die durch unterschiedliche Grunderkrankungen verursacht werden können.

1.2. Verbreitung von Demenz

Laut Schätzungen lebten im Jahr 2018 weltweit etwa fünfzig Millionen Menschen mit Demenz. Experten gehen davon aus, dass sich diese Zahl bis zum Jahr 2050 verdreifachen wird – ein klarer Hinweis auf die zunehmende Bedeutung dieses Themas für die globale Gesundheit.

Am häufigsten tritt Demenz infolge der Alzheimer-Krankheit auf, wobei insbesondere ältere Menschen betroffen sind. Auffällig ist auch, dass Frauen häufiger an Demenz erkranken als Männer.

1.3. Verbreitung von Schwerhörigkeit

Auch Schwerhörigkeit stellt ein wachsendes weltweites Problem dar. Laut der WHO sind derzeit rund 1,5 Milliarden Menschen – also etwa jeder Fünfte – von Hörverlust betroffen. Ein Drittel dieser Menschen leidet an einem so starken Hörverlust, dass eine medizinische oder technische Versorgung notwendig ist. Bis 2050 könnten bereits 2,5 Milliarden Menschen – etwa jeder Vierte – betroffen sein, darunter 700 Millionen mit einer schwerwiegenden Hörbeeinträchtigung. 

Besonders alarmierend: Eine Milliarde junger Erwachsener gefährdet ihr Gehör durch unsichere Hörgewohnheiten, etwa durch zu lautes Musikhören über Kopfhörer. Dadurch kann Lärmschwerhörigkeit entstehen. Auf die Frage, wie Lärm verhindert werden kann, haben wir einige Tipps in einem Beitrag zusammengefasst.

1.4. Forschung zu Demenz und Schwerhörigkeit

Der Zusammenhang zwischen Demenz und Schwerhörigkeit rückt zunehmend in den Fokus der Forschung, um herauszufinden, ob Demenz durch Schwerhörigkeit verursacht wird beziehungsweise wie Demenz und Hörverlust ansonsten zusammenhängen. Die folgenden Erkenntnisse zu Demenz und Schwerhörigkeit sind dazu interessant:

  • Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2018 identifizierte Presbyakusis (altersbedingten Hörverlust) als potenziellen Risikofaktor für kognitiven Abbau, kognitive Beeinträchtigungen und Demenz.
     
  • Eine weitere Meta-Analyse aus dem Jahr 2021 stützte diesen Zusammenhang zwischen Demenz und Schwerhörigkeit. Das bedeutet: Wer sein Gehör schützt, könnte gleichzeitig auch sein Risiko für Demenz senken.
     
  • Im Rahmen einer über knapp zwölf Jahre laufenden Langzeitstudie an Erwachsenen zeigte sich zudem ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Ausmaß von Schwerhörigkeit und dem Demenzrisiko: Bereits geringfügige Einschränkungen des Hörvermögens gingen mit einer Verdopplung der Wahrscheinlichkeit einher, an Demenz zu erkranken. Bei moderater Schwerhörigkeit war das Risiko sogar dreimal so hoch, während Menschen mit stark eingeschränktem Gehör ein bis zu fünffach erhöhtes Demenzrisiko aufwiesen.

Angesichts der demografischen Entwicklung und der steigenden Lebenserwartung ist es wichtiger denn je, präventive Maßnahmen zu fördern – sowohl im Bereich der Hörgesundheit als auch in der Demenzprävention.

2. Demenz-Arten

Demenz kann grundsätzlich in zwei unterschiedliche Demenz-Arten unterteilt werden: die primäre und die sekundäre Demenz.

2.1. Primäre Demenz

Primäre Demenz-Erkrankungen machen bis zu neunzig Prozent aller Fälle aus und basieren auf hirnorganischen Ursachen. Dazu zählt beispielsweise die Alzheimer-Demenz, die mit ungefähr sechzig bis siebzig Prozent die häufigste Form von primärer Demenz ausmacht. Diese Formen sind in der Regel irreversibel. Das heißt, die Demenz-Erkrankungen schreiten fort und sind nicht heilbar.

Gut zu wissen: Demenz ist ein Sammelbegriff für etwa fünfzig verschiedene Gehirnerkrankungen. Alzheimer ist dabei die häufigste Form. Nicht jede Demenz ist also Alzheimer – aber jede Alzheimer-Erkrankung gilt als Demenz.

2.2. Sekundäre Demenz

Sekundäre Demenz-Erkrankungen hingegen sind für etwa zehn Prozent aller Fälle verantwortlich. Sie entstehen beispielsweise durch beeinflussbare Faktoren wie Intoxikationen (beispielsweise Arzneimittelvergiftungen), Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Vitaminmängel. Im Gegensatz zur primären Demenz kann die sekundäre Demenz teilweise geheilt oder deren Symptome gemildert werden.

Gut zu wissen: Eine frühzeitige Demenz-Diagnose ist hier besonders wichtig, um reversible Ursachen für Demenz zu identifizieren und rechtzeitig zu behandeln.

3. Demenz-Symptome

Bei jedem Menschen wirkt sich Demenz unterschiedlich aus. Die Demenz-Anzeichen können je nach Ursache und je nachdem, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist, variieren. Sie lassen sich in kognitive und psychische Veränderungen unterteilen.

Ein älterer Mann sitzt vor dem Laptop mit Dokumenten

Demenz und Schwerhörigkeit hängen zusammen. Ein Demenz-Symptom ist, dass alltägliche Tätigkeiten eine Herausforderung darstellen, besonders wenn Betroffene komplexe Aufgaben erledigen müssen. Bildquelle: SHVETS production

3.1. Kognitive Veränderungen

Im Bereich der kognitiven Veränderungen können folgende Demenz-Symptome häufig beobachtet werden:

  • Gedächtnisverlust, der meist von anderen bemerkt wird: Betroffene vergessen häufig kürzlich erlebte Ereignisse oder Informationen, was Freunden oder Familienmitgliedern auffällt. Das ist ein sehr häufiges Demenz-Symptom.
     
  • Probleme bei der Durchführung komplexer Aufgaben: Alltägliche, komplexe Tätigkeiten wie Kochen oder das Begleichen von Rechnungen werden für Menschen mit Demenz zunehmend schwieriger.
     
  • Probleme mit visuellen und räumlichen Fähigkeiten: Zu den Demenz-Anzeichen gehören auch Schwierigkeiten, Entfernungen einzuschätzen oder bekannte Orte zu erkennen. Dies kann zu Orientierungsproblemen – zum Beispiel beim Autofahren – führen.
     
  • Schlechte Koordination und Kontrolle von Bewegungen: Ein weiteres Anzeichen für Demenz ist das Nachlassen von feinmotorischen Fähigkeiten, was sich in unsicherem Gehen oder Zittern der Hände äußern kann.
     
  • Schwierigkeiten beim Kommunizieren oder beim Finden der richtigen Worte: Ein weiteres Demenz-Symptom ist, dass es Betroffenen zunehmend schwerfällt, Gesprächen zu folgen oder passende Begriffe in speziellen Situationen zu finden.
     
  • Schwierigkeiten beim Planen und Organisieren: Tätigkeiten, die mehrere Schritte erfordern, werden für einen von Demenz betroffenen Menschen zunehmend unübersichtlich und kompliziert.
     
  • Schwierigkeiten mit logischem Denken oder Problemlösungen: Aufgaben, die abstraktes oder strategisches Denken erfordern, fallen Personen mit Demenz zunehmend schwer und gelten ebenfalls als Demenz-Symptom.
     
  • Verwirrung und Desorientierung: Zu den Demenz-Anzeichen zählt, dass Betroffene häufig vertraute Personen nicht wiedererkennen oder den Überblick über Zeit und Ort verlieren. Dadurch vergessen manche Personen mit Demenz auch, wo sie wohnen.

3.2. Psychische Veränderungen

Bei den psychischen Veränderungen sind die folgenden Demenz-Symptome keine Seltenheit:

  • Angstzustände: Betroffene fühlen sich oft unruhig, nervös oder übermäßig besorgt, selbst in vertrauten Situationen.
     
  • Depressionen: Anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessensverlust oder Hoffnungslosigkeit sind häufige Demenz-Symptome.
     
  • Halluzinationen: Betroffene nehmen Dinge wahr, die nicht existieren, oft visuell, aber auch auditiv oder taktil.
     
  • Misstrauen (Paranoia): Häufiges Misstrauen gegenüber anderen ist ein Anzeichen für Demenz, oft begleitet von unbegründeten Verdächtigungen oder Eifersucht.
     
  • Persönlichkeitsveränderungen: Es kommt zu Veränderungen im Verhalten, wie Reizbarkeit und Rückzug, und Veränderungen in der Interaktion mit anderen.
     
  • Unangemessenes Verhalten: Worte oder Handlungen, die unpassend oder ungewöhnlich für die betroffene Person sind, gelten ebenfalls als Demenz-Symptom.
     
  • Unruhe: Auch Rastlosigkeit oder zielloses Umherwandern, insbesondere in stressigen oder ungewohnten Situationen, kann ein Anzeichen für Demenz sein.

Gut zu wissen: Auch Schwerhörigkeit und Psyche stehen eng miteinander in Verbindung. Erfahren Sie mehr dazu in unserem detaillierten Beitrag zu diesem Thema.

3.3. Exkurs: Veränderungen beim Hören

Da Demenz und Schwerhörigkeit zusammenhängen, beschreiben wir hier im Folgenden, wodurch sich Schwerhörigkeit bemerkbar machen kann:

  • Beeinträchtigte Geräuschlokalisierung: Es fällt schwer, die Richtung von Geräuschen genau zu bestimmen, was zu Unsicherheit führen kann.
     
  • Erschwerte Kommunikation: Gespräche – sowohl persönlich als auch am Telefon – werden oft nur unvollständig verstanden, was wiederholtes Nachfragen erforderlich macht.
     
  • Emotionale Auswirkungen: Hörverlust kann Angstgefühle, Depressionen sowie Nervosität, Reizbarkeit und Schreckhaftigkeit hervorrufen, da Warnsignale nicht mehr zuverlässig wahrgenommen werden.
     
  • Gleichgewichtsprobleme: Neben Tinnitus können auch Schwindel und Gleichgewichtsstörungen als Begleiterscheinungen auftreten.
     
  • Gedämpfte Wahrnehmung: Manche Arten von Schwerhörigkeit führen dazu, dass Töne weniger klar oder gedämpft klingen, weshalb Fernseher oder Radios häufig lauter gestellt werden.
     
  • Mentale und körperliche Erschöpfung: Die ständige Anstrengung, Gesprochenes zu verstehen, führt oft zu Müdigkeit, Konzentrationsproblemen und Schlafschwierigkeiten, insbesondere bei begleitendem Tinnitus.
     
  • Schwierigkeiten bei Hintergrundgeräuschen: In lauten Umgebungen wird es besonders schwer, Gesprächen zu folgen, da Hintergrundgeräusche verstärkt wahrgenommen werden.
     
  • Überhörte Geräusche: Besonders hohe Töne wie Kinderstimmen, Türklingeln oder Vogelgezwitscher werden oft nicht wahrgenommen.

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Gut zu wissen: Sie wollen beim Fernsehen besser hören, bei Online-Meetings oder am Telefon besser verstehen oder ruhige Cafés und Restaurants finden, um Treffen wieder richtig genießen zu können? Dann lesen Sie jetzt unsere Beiträge dazu!

4. Demenz-Diagnose

Ärzte stellen eine Demenz-Diagnose, indem sie ausführliche Gespräche abhalten, Untersuchungen durchführen und Tests anordnen. Das Ziel ist, herauszufinden, ob Gedächtnisprobleme und andere Symptome durch behandelbare Krankheiten oder durch Demenz verursacht werden.

Selbst wenn es für Demenz an sich keine Heilung gibt, hilft eine genaue Demenz-Diagnose dabei, Behandlungen zu finden, die Stimmung, Verhalten und Lebensqualität verbessern können.

Zwei Menschen, die mit zwei Ärztinnen im Gespräch sind

Für eine Demenz-Diagnose werden nicht nur mit der betroffenen Person, sondern auch mit den Angehörigen umfangreiche Gespräche geführt. Bildquelle: Pavel Danilyuk

1. Gespräche und körperliche Untersuchung

Der Arzt spricht mit der betroffenen Person und ihren Angehörigen, um mehr über die Beschwerden zu erfahren. Dazu gehören Fragen zu den folgenden Punkten:

  • Krankheiten, die kürzlich aufgetreten sind
  • Lebensereignisse wie Stress oder Trauer
  • Medikamente, die Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen verursachen könnten
  • Symptome wie Gedächtnisprobleme oder Sprachschwierigkeiten

Auch eine allgemeine körperliche Untersuchung zählt zum Prozess der Demenz-Diagnose.

Gut zu wissen: Stress und schlechtes Hören verstärken sich gegenseitig und können langfristig das Risiko für Demenz erhöhen. Auch Tinnitus und Stress stehen in enger Wechselwirkung und belasten zusätzlich die geistige Gesundheit.

2. Test des geistigen Zustands

Mit einfachen Fragen und Aufgaben überprüft der Arzt, wie gut das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und das Denkvermögen funktionieren. Das sind typische Aufgaben, die bei dieser Untersuchung zu lösen sind:

  • Nennen des aktuellen Datums
  • Zeichnen eines Ziffernblatts mit Uhrzeit
  • Wiederholung und das Merken von Wörtern
  • Rückwärtszählen, zum Beispiel von hundert in Siebener-Schritten

3. Bluttests und andere Labortests

Mithilfe verschiedener Tests wird überprüft, ob andere Erkrankungen für die Symptome verantwortlich sind oder sie verschlimmern. Dazu gehören folgende Routinetests:

  • Autoimmunerkrankungstest
  • Bleitest
  • Blutbild
  • Blutzuckertest
  • Drogentests
  • Entzündungstests
  • HIV-Test
  • Leber- und Nierenfunktionstests
  • Lumbalpunktion (Rückenmarksflüssigkeitstest)
  • Schilddrüsentest
  • Vitamin-B12-Test

4. Bildgebende Verfahren

  • Untersuchungen wie CT- (Computertomographie) oder MRT-Scans (Magnetresonanztomographie) werden im Zuge der Demenz-Diagnose gemacht, um Probleme wie Hirntumore, Schlaganfälle oder Flüssigkeitsansammlungen im Gehirn zu erkennen und andere Krankheiten auszuschließen.
  • SPECT- (Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie) und PET-Scans (Positronen-Emissions-Tomographie) können verschiedene Demenz-Arten wie vaskuläre Demenz oder frontotemporale Demenz unterscheiden und bei einer genaueren Einordnung helfen.
  • Ein EEG (Elektroenzephalogramm) misst die elektrische Aktivität im Gehirn. Es wird eher selten zur Diagnose von Demenz eingesetzt, aber manchmal verwendet, um seltene Erkrankungen zu erkennen.

5. Demenz-Diagnose nach dem Tod

Manchmal wird erst bei einer Autopsie – also der Untersuchung des Gehirns nach dem Tod – klar, um welche Art von Demenz es sich gehandelt hat. Diese Erkenntnisse können für Familien wichtig sein, um genetische Risiken besser zu verstehen.

5. Demenz-Ursachen

Für viele Menschen stellen sich die Fragen: Was fördert Demenz? Was sind mögliche Demenz-Ursachen und Demenz-Risikofaktoren? Demenz wird, wie oben bei den Demenz-Arten beschrieben, meist durch Schäden oder den Verlust von Nervenzellen und deren Verbindungen im Gehirn verursacht. Aber auch diverse Medikamente, Vitaminmängel oder Erkrankungen können ein Auslöser für Demenz sein.

Eine Ärztin zeigt mit dem Finger auf einen Gehirnscan

Demenz-Ursache sind oft Veränderungen im Gehirn. Diese können mittels bildgebenden Untersuchungsmethoden sichtbar gemacht werden. Bildquelle: Anna Shvets

5.1. Ursachen für primäre Demenz 

Fortschreitende Demenz verschlechtert sich mit der Zeit und ist nicht heilbar. Dazu zählen folgende Erkrankungen als Demenz-Ursache:

  • Alzheimer: Die häufigste Ursache für Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. In einigen Fällen wird sie durch genetische Veränderungen ausgelöst, die vererbt werden können. Charakteristisch für Alzheimer sind Ablagerungen im Gehirn, die Nervenzellen schädigen und zu Vergesslichkeit führen.
     
  • Frontotemporale Demenz: Die frontotemporale Demenz betrifft die Nervenzellen im Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns, die für Persönlichkeit, Verhalten und Sprache zuständig sind. Diese Form der Demenz führt zu typischen Demenz-Symptomen wie Veränderungen im Verhalten, der Persönlichkeit, im Denken und im Urteilsvermögen. Auch die Sprache und die Bewegung der betroffenen Person können sich verändern.
     
  • Lewy-Körper-Demenz: Bei der Lewy-Körper-Demenz sind Eiweißablagerungen im Gehirn – sogenannte Lewy-Körper – die Demenz-Ursache. Diese Ablagerungen beeinträchtigen die Gehirnfunktion und führen zu verschiedenen Symptomen. Typische Demenz-Anzeichen sind Albträume, visuelle Halluzinationen, Konzentrationsprobleme, Steifheit, Zittern sowie unkoordinierte oder langsame Bewegungen.
     
  • Vaskuläre Demenz: Vaskuläre Demenz wird durch Schäden an den Blutgefäßen verursacht, die das Gehirn mit Blut und Sauerstoff versorgen. Diese Schäden entstehen oft durch Schlaganfälle oder Schädigungen der weißen Gehirnsubstanz. Typische Symptome für vaskuläre Demenz sind langsames Denken, Schwierigkeiten bei der Problemlösung, Konzentration und Organisation.
     
  • Gemischte Demenz: Viele Menschen mit Demenz, die älter als achtzig Jahre sind, zeigen mehrere Ursachen gleichzeitig, zum Beispiel Alzheimer, vaskuläre Demenz und Lewy-Körper-Demenz.

5.2. Ursachen für sekundäre Demenz

Einige Erkrankungen können Symptome verursachen, die einer Demenz ähneln, sich aber durch Behandlung bessern können. Dazu zählen:

  • Blutungen zwischen Gehirn und Hirnhaut
  • Flüssigkeitsansammlungen im Gehirn
  • Hirntumore
  • Infektionen und Immunerkrankungen
  • Mangel an bestimmten Nährstoffen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Stoffwechsel- oder Hormonprobleme

Erkrankungen, die mit Demenz zusammenhängen, sind:

  • Creutzfeldt-Jakob-Krankheit: Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ist eine seltene, tödliche Erkrankung, die meist nach dem sechzigsten Lebensjahr auftritt.
     
  • Huntington-Krankheit: Diese Erkrankung zerstört Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark. Die Symptome treten meist im Alter von dreißig oder vierzig Jahren auf.
     
  • Parkinson-Krankheit: Viele Menschen mit Parkinson entwickeln im späteren Verlauf Demenz-Symptome, was als Parkinson-Demenz bezeichnet wird.
     
  • Traumatische Hirnverletzung: Verletzungen des Gehirns werden häufig durch wiederholte Kopfverletzungen verursacht, wie sie zum Beispiel bei Boxern oder Footballspielern vorkommen. Typische Symptome sind Depression, Gedächtnisverlust, Impulsivität, langsame Bewegungen, Sprachprobleme, Steifheit und Zittern.
     
  • Ohrkrankheiten: Neben dem Zusammenhang zwischen Demenz und Schwerhörigkeit bzw. Altersschwerhörigkeit werden auch andere Ohrkrankheiten mit Demenz assoziiert, darunter ein Hörsturz, Morbus Menière und Mittelohrentzündungen.

6. Demenz-Folgen

Demenz kann viele Körpersysteme beeinträchtigen und dadurch die Fähigkeit zur Selbstständigkeit verringern. Im Folgenden beschreiben wir für Sie einige häufige Demenz-Folgen:

  • Lungenentzündung: Es können Probleme beim Kauen und Schlucken auftreten, wodurch sich Menschen verschlucken. Wenn Essen oder Flüssigkeit in die Lunge gelangt, kann dies die Atmung blockieren und zu einer Lungenentzündung führen.
     
  • Probleme mit dem Gedächtnis und dem Denken: Eine weitere Demenz-Folge kann der Verlust von Selbstwertgefühl, Vertrauen, sozialen Rollen und Beziehungen sein sowie die Fähigkeit, Hobbys auszuführen und Alltagsfähigkeiten zu meistern.
     
  • Schlechte Ernährung: Auch aufgrund der Kau- und Schluckprobleme essen Menschen mit Demenz oft weniger oder stellen das Essen ganz ein. Dadurch nehmen sie nicht genügend Nährstoffe auf, was ebenfalls eine Demenz-Folge darstellt.
     
  • Sicherheitsrisiken im Alltag: Gewöhnliche Tätigkeiten können für Menschen mit Demenz gefährlich werden. Dazu gehören Autofahren, Kochen, Spazierengehen oder das alleinige Leben zu Hause.
     
  • Unfähigkeit, sich selbst zu versorgen: Auch die steigende Schwierigkeit, grundlegende Tätigkeiten wie Waschen, Anziehen und die Einnahme von Medikamenten auszuführen, ist eine häufige Demenz-Folge.
     
  • Tod: Im späten Stadium von Demenz kann es zu Koma und schließlich zum Tod kommen. Oft ist eine Infektion, wie zum Beispiel eine Lungenentzündung, die Ursache.
Ein alter schwerhöriger Mann mit Demenz sitzt im Auto

Auch wenn man bei Demenz die Selbstbestimmung und Eigenständigkeit fördern möchte, sollte man auf Aktivitäten wie Autofahren, die bei Demenz ein Sicherheitsrisiko darstellen können, unbedingt ein achtsames Auge haben. Bildquelle: Andrea Piacquadio

7. Demenz-Behandlung und -Vorsorge

Es gibt keine sichere Möglichkeit, Demenz zu verhindern – weitere Forschung ist hierzu nötig. Es können jedoch folgende Ansätze bei der Demenz-Behandlung und Demenz-Vorsorge unterstützend wirken und dabei helfen, Demenz-Risikofaktoren zu vermeiden:

7.1. Tipps für die mentale Gesundheit

Es gibt einige Aktivitäten für die mentale Gesundheit, die bei der Demenz-Behandlung und -Vorsorge unterstützen und gegen Demenz-Risikofaktoren wirken können:

  • Geistig aktiv bleiben: Fördern Sie Ihr Gehirn durch Lesen, Rätsel, Wortspiele oder neue Erfahrungen und bleiben Sie neugierig.
     
  • Neues erleben: Machen Sie täglich etwas, das Sie noch nie getan haben, um neue Verbindungen im Gehirn zu schaffen.
     
  • Auf Reisen gehen: Neue Umgebungen, Kulturen und Eindrücke – am besten mit allen fünf Sinnen – aktivieren und bereichern das Gehirn.
     
  • Soziale Kontakte pflegen: Empathie gegenüber Mitmenschen, Freundschaften und regelmäßige soziale Aktivitäten stärken die kognitive Gesundheit. Treten Sie zum Beispiel verschiedenen Freizeitgruppen bei, die Ihnen Spaß machen.
     
  • Zeit für sich nehmen: Zeit für sich zu nehmen, ist wohltuend, wenn sie selbst gewählt ist, aber achten Sie auch auf ausreichend soziale Kontakte.
     
  • Positive Aspekte fokussieren: Nutzen Sie Humor, genießen Sie den Moment und fokussieren Sie sich auf alles, was Ihnen Freude bringt.
     
  • Inneren Frieden finden: Gelassenheit, Ruhe und innere Harmonie wirken sich positiv auf die geistige Gesundheit aus.
     
  • Die Wahrheit sagen: Authentizität und Ehrlichkeit fördern die emotionale Gesundheit, da das Stresslevel gesenkt wird.
     
  • Meditieren, ohne zu meditieren: Finden Sie Wege, Ruhe zu erleben, auch ohne Meditation. Wenn Sie allerdings meditieren möchten, eignen sich besonders Achtsamkeitsmeditation, Metta-Meditation und Konzentrationsmeditation.
     
  • Spirituelle Unterstützung suchen: Suchen Sie sich spirituelle Hilfestellung, wenn Ihnen das Halt vermittelt und Kraft spendet.
     
  • Hilfestellungen nutzen: Richten Sie sich Erinnerungen ein, um tägliche Aufgaben zu erleichtern. Verlassen Sie sich auf die Unterstützung von Familie und Freunden.
     
  • Vorkehrungen für die Zukunft treffen: Einen Plan zu haben, kann dabei helfen, sich mental auf die Zukunft vorzubereiten und sich sicher zu fühlen.

7.2. Tipps für die körperliche Gesundheit

Auch körperliche Aktivitäten können gesetzt werden, um zur Demenz-Behandlung und Demenz-Vorsorge beizutragen.

  • Sich gesund ernähren: Ernähren Sie sich ausgewogen, vorzugsweise mit Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Omega-3-Fettsäuren. Vermeiden Sie Zucker.
     
  • Genügend Vitamine zu sich nehmen: Achten Sie besonders auf B-Vitamine, Vitamin C und Vitamin D. Lassen Sie regelmäßig Ihre Blutwerte überprüfen und nutzen Sie bei Bedarf Supplements.
     
  • Das Richtige zur richtigen Zeit essen: Planen Sie Ihre Mahlzeiten bewusst, um Ihre geistige Fitness zu unterstützen.
     
  • Sich regelmäßig bewegen: Bewegen Sie sich mindestens 150 Minuten pro Woche. Wählen Sie sportliche Aktivitäten, die Ihnen Freude bereiten und kein Zwang für Sie sind.
     
  • Muskeln benutzen: Insbesondere Krafttraining hält nicht nur den Körper, sondern auch den Geist fit und ist eine gute Präventionsmaßnahme gegen Demenz.
     
  • Kälte als Reiz einsetzen: Mäßige Kältereize können stimulierend auf das Gehirn und damit ebenfalls gegen Demenz wirken.
     
  • Auf guten Schlaf achten: Sorgen Sie für regelmäßigen, erholsamen Schlaf. Holen Sie ärztlichen Rat ein, wenn Schlafprobleme auftreten. In unserem Beitrag zum Thema Schlafen mit Tinnitus und Hörverlust können Sie Tipps zum Thema Schlaf nachlesen.
     
  • Hörverlust behandeln: Da Demenz und Schwerhörigkeit zusammenhängen, sollten Sie Ihr Hörvermögen regelmäßig mithilfe eines Hörtests überprüfen und entsprechend handeln.
     
  • Sehverlust behandeln: Auch Ihre Sehkraft sollte bei Bedarf behandelt werden, wenn Sie merken, dass Sie nicht mehr so gut sehen können.
     
  • Herz-Kreislauf-Risiken behandeln: Kontrollieren Sie Bluthochdruck, Cholesterin und Diabetes. Übergewicht sollte reduziert werden, falls nötig.
     
  • Psychische Erkrankungen behandeln: Suchen Sie bei Depressionen, Angstzuständen oder anderen psychischen Problemen professionelle Hilfe.
     
  • Suchtmittel meiden: Ein Rauchstopp und das Meiden von Alkohol verbessern die allgemeine Gesundheit.

Gut zu wissen: Hörgeräte sind das effektivste Mittel gegen Schwerhörigkeit. Bei leichtem bis mittlerem Hörverlust eignen sich besonders moderne Hörgeräte. Diese sind preislich günstiger, einfacher zu bedienen, haben viele praktische Zusatzfunktionen und erinnern optisch nicht an klassische Hörgeräte, sondern eher an Earbuds. Sie möchten lieber ohne Hörgerät besser hören? Dann erfahren Sie jetzt, wie Ihnen Hörtraining und andere Lösungen helfen können.

Ein junger Mann stemmt Gewichte

Körperlich aktiv zu bleiben, ist ein wichtiger Bestandteil der Demenz-Vorsorge. Krafttraining ist besonders effektiv. Man kann bereits in jungen Jahren damit starten, um Demenz später vorzubeugen. Bildquelle: Ketut Subiyanto

8. Tipps: Was Angehörige bei Demenz tun können

Unterstützung, die auf eine Person als Individuum abgestimmt ist, wird als personenzentrierte Pflege bezeichnet. Diese ist bei Demenz besonders wichtig. Die Unterstützung bei Personen mit Demenz sollte sich auch besonders darauf konzentrieren, das Wohlbefinden von Betroffenen zu fördern und ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Es ist wichtig, sich auf die Fähigkeiten zu konzentrieren, über die die Person noch verfügt, und nicht auf das, was sie möglicherweise verloren hat.

8.1. Tipps für mehr Selbstwertgefühl, Würde und Wohlbefinden

Die Betreuung eines geliebten Menschen mit Demenz erfordert Einfühlungsvermögen, Geduld und eine strukturierte Herangehensweise. Hier sind einige allgemeine Tipps, die Ihnen dabei helfen können, das Selbstwertgefühl, die Würde und das Wohlbefinden der betroffenen Person zu fördern:

  • Selbstbestimmung wahren – auch bei Demenz: Respektieren Sie die Entscheidungsfähigkeit von einem Menschen mit Demenz. Gehen Sie grundsätzlich davon aus, dass die Person eigene Entscheidungen treffen kann – solange nichts Gegenteiliges belegt ist. Sollte das nicht mehr möglich sein, gilt: Alle Entscheidungen sind im besten Interesse der betroffenen Person zu treffen.
     
  • Wünsche des Betroffenen respektieren: Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Angehörigen über seine Vorstellungen bezüglich der zukünftigen Pflege und finanziellen Angelegenheiten. Dies ermöglicht es Ihnen, seine Wünsche bestmöglich zu berücksichtigen und umzusetzen.
     
  • Eine vertraute und hilfreiche Umgebung schaffen: Versuchen Sie, die gewohnte Umgebung und den Tagesablauf so konstant wie möglich zu halten. Dies kann dem Betroffenen Sicherheit geben und Verwirrung reduzieren. Sie können auch Etiketten an Schränken und Türen anbringen und Kalender nutzen, um Medikamentenpläne, Mahlzeiten, Arzttermine und Zahlungsfristen sichtbar zu machen.
     
  • Soziale Interaktion fördern: Ermutigen Sie Ihren Angehörigen, regelmäßig an sozialen Aktivitäten teilzunehmen oder Personen aus dem Bekanntenkreis zu treffen, um Isolation und Depression vorzubeugen.
     
  • Auf die emotionale Gesundheit achten: Versuchen Sie, frühzeitig Veränderungen im Verhalten oder in der Stimmung Ihres Angehörigen zu erkennen, und reagieren Sie einfühlsam darauf. Es ist wichtig, seine Gefühle ernst zu nehmen und Unterstützung anzubieten.
     
  • Für körperliche Aktivität sorgen: Regelmäßige Bewegung kann dazu beitragen, den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern und das Wohlbefinden zu steigern.
     
  • Bei Gefahrenquellen aufmerksam sein: Achten Sie auf Unruhe und Orientierungsprobleme, meiden Sie belebte Orte und erstellen Sie einen Notfallplan. Entfernen oder sichern Sie Gefahrenquellen wie Autoschlüssel, Alkohol, Medikamente, Werkzeuge und Waffen. Holen Sie bei Husten oder Schluckbeschwerden während des Essens ärztlichen Rat ein.
     
  • Verfügbare Ressourcen nutzen: Es gibt zahlreiche Organisationen und Unterstützungsangebote für Angehörige von Menschen mit Demenz. Zögern Sie nicht, diese in Anspruch zu nehmen, um Informationen und Hilfe zu erhalten.
Eine ältere Frau mit Demenz trinkt einen Kaffee mit einer Freundin

Die aktive Teilnahme am normalen, sozialen Geschehen und das Aufrechterhalten von persönlichen Beziehungen ist für Personen mit Demenz besonders wichtig. Bildquelle: Brett Sayles

8.2. Tipps für mehr Unabhängigkeit bei Demenz

Auch die Unabhängigkeit zu fördern und zu erhalten, ist ein wichtiger Aspekt im Umgang mit Menschen mit Demenz ist. Folgend geben wir Ihnen einige Tipps dazu:

  • Gemeinsam Aktivitäten planen: Versuchen Sie, Aktivitäten mit der Person gemeinsam zu planen und durchzuführen, anstatt die Planung komplett für sie zu übernehmen.
     
  • Fähigkeiten betonen: Konzentrieren Sie sich auf das, was die Person noch kann, anstatt auf das, was sie nun aufgrund der Demenz nicht mehr schafft.
     
  • Zeit geben: Lassen Sie der Person viel Zeit für Aufgaben und bieten Sie Unterstützung und Ermutigung, wenn nötig.
     
  • Aufgaben aufteilen: Zerlegen Sie für Betroffene große, komplexe Aufgaben in kleinere, leichter zu bewältigende Schritte.
     
  • Prozess statt Ergebnis fokussieren: Legen Sie mehr Wert auf den Vorgang und die Bearbeitung einer Aufgabe als auf deren erfolgreiche Vollendung.

8.3. Tipps für eine positive Beziehung zu Menschen mit Demenz

Die Pflege einer Person mit Demenz kann viele Herausforderungen mit sich bringen und eine Belastung für die Beziehung zu dieser Person darstellen. Hier finden Sie einige Tipps zur Aufrechterhaltung einer positiven Beziehung:

  • Verständnis für Bedürfnisse aufbringen: Achten Sie auf unerkannte Bedürfnisse bei Demenz, wie Hunger oder Müdigkeit, und sorgen Sie rechtzeitig für Ruhe oder Verpflegung. Abends helfen eine feste Routine und weniger Reize, um Unruhe zu vermeiden. Vermitteln Sie stets Sicherheit und beruhigen Sie die Person.
     
  • Auf die Gegenwart konzentrieren: Versuchen Sie, die Beziehung so zu akzeptieren, wie sie jetzt ist, anstatt sich darauf zu konzentrieren, wie sie früher war.
     
  • Gemeinsame Vergangenheit nutzen: Unterstützen Sie die Beziehung durch Lebensgeschichten, Erinnerungsarbeit, kreative Aktivitäten (z. B. Kunst oder Musik) und gemeinsame Hobbys.
     
  • Unterstützung suchen: Falls es langjährige Spannungen gibt, kann es hilfreich sein, Zeit getrennt zu verbringen oder sich Unterstützung in Selbsthilfegruppen oder Online-Foren zu suchen. Auch Beratung oder Paartherapie kann hilfreich sein.
     
  • Über Veränderungen sprechen: Scheuen Sie sich nicht, mit Freunden, Familienmitgliedern oder Fachleuten (z. B. Therapeuten) über Veränderungen in der Beziehung zu sprechen.

8.4. Tipps zur Kommunikation bei Demenz und Schwerhörigkeit

Da Demenz und Schwerhörigkeit häufig gemeinsam auftreten, empfehlen wir Ihnen einige Tipps zur Kommunikation mit Menschen mit Demenz, die dabei helfen können, Missverständnisse zu vermeiden und das Vertrauen zu stärken:

  • Einfach und langsam sprechen: Verwenden Sie einfache Wörter und kurze Sätze. Sprechen Sie etwas langsamer, um das Verständnis zu erleichtern.
     
  • Körpersprache beachten: Menschen mit Demenz kommunizieren oft über Körpersprache, beispielsweise durch Gesten, Augenkontakt und Mimik. Achten Sie darauf und reagieren Sie einfühlsam.
     
  • Augenkontakt halten: Augenkontakt hilft der Person, sich angesprochen zu fühlen und sich auf Sie zu konzentrieren, und vermittelt Aufmerksamkeit und Interesse.
     
  • Plötzliche Bewegungen vermeiden: Vermeiden Sie hektische Bewegungen oder angespannte Gesichtsausdrücke, da diese Unruhe oder Angst auslösen können.
     
  • Angenehme Distanz wahren: Stehen Sie nicht zu nah oder über der Person. Dies kann einschüchternd wirken. Zudem sollten Sie sich möglichst von der Seite nähern, nicht von hinten.
     
  • Einbeziehen statt übergehen: Lassen Sie die Person aktiv an Gesprächen teilnehmen. Vermeiden Sie es, für sie zu sprechen oder ihre Sätze zu beenden.
     
  • Aktiv zuhören: Hören Sie geduldig zu und geben Sie der Person Zeit, sich auszudrücken. Reduzieren Sie Ablenkungen, beispielsweise Hintergrundgeräusche.
     
  • Nicht zu viele Fragen stellen: Offene Fragen können überfordernd sein. Stellen Sie stattdessen Ja- oder Nein-Fragen oder bieten Sie Auswahlmöglichkeiten an.

Gut zu wissen: Die Betreuung von Menschen, die an Demenz und Schwerhörigkeit leiden, stellt eine besondere Herausforderung dar. Für den Umgang mit Schwerhörigkeit haben wir daher einen eigenen Beitrag verfasst.

Man kann festhalten: Demenz und Schwerhörigkeit hängen zusammen. Schwerhörigkeit ist nicht nur ein Hörproblem, sondern auch ein wichtiger Faktor für die geistige Gesundheit. Unbehandelter Hörverlust kann das Risiko für Demenz erhöhen, zu sozialem Rückzug führen und psychisch belastend sein – alles Faktoren, die den kognitiven Abbau begünstigen.

Zwar ist Demenz oft nicht heilbar, doch es gibt zahlreiche präventive Maßnahmen, die den Verlauf verlangsamen können, wie etwa die Behandlung von Hörverlust, regelmäßige geistige und körperliche Aktivität, ein gesunder Lebensstil und soziale Unterstützung. Als Angehöriger können Sie durch Verständnis, angepasste Kommunikation und proaktive Hilfe das Wohlbefinden und die Selbstständigkeit der Betroffenen fördern. Wer frühzeitig handelt und präventive Maßnahmen gegen Demenz und Schwerhörigkeit setzt, kann die geistige Gesundheit schützen und die Lebensqualität nachhaltig verbessern.