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Supplements, Ernährung und Nährstoffe für die Ohren

entiendoo Redaktion
24.05.2024
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Eine junge Frau in einem hellgrünen Top hält mit einem Lächeln eine Tablette für ein besseres Gehör zwischen ihrem Zeigefinger und Daumen und wirkt glücklich.

Bildquelle: Yaroslav Shuraev

Immer wieder stellt sich bei Betroffenen die Frage, ob die Ernährung und die Aufnahme von Nährstoffen wie Vitaminen und Mineralien die Hörgesundheit beeinflussen kann. Damit beschäftigt sich auch bereits die Wissenschaft.

In diesem Beitrag zeigen wir, welche Rolle die Ernährung, bestimmte Nährstoffe und Supplements beim Schutz und Erhalt eines guten Hörvermögens spielen und wie Sie das für sich nutzen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Nährstoffe für die Ohren das Hörverlust-Risiko senken können. Es bedarf weiterer Forschung, die den Zusammenhang zwischen einer insgesamt gesünderen Ernährung und einem Schutz vor Hörverlust untersucht, da die Forschung bislang nur einzelne Nährstoffe in Form von Supplements in ihrer Wirkung auf das Gehör beleuchtet hat.
     
  • Die richtigen Supplements können dazu beitragen, Ihr Gehör zu verbessern und Ihr Hörvermögen zu verbessern. Es ist jedoch wichtig, vor der Einnahme Rücksprache mit Ihrem Arzt zu halten, um mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten auszuschließen. So können Sie die positiven Effekte von Supplements optimal und sicher nutzen.
     
  • Antioxidantien wie Vitamin A, C und E sowie Coenzym Q10 könnten eine Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Hörverlust spielen. Omega-3-Fettsäuren, Eisen, Jod, Kalium, Magnesium, Selen, Zink, Vitamin D, B-Vitamine, Ginkgo biloba und Ginseng könnten ebenfalls potenzielle Vorteile für das Gehör bieten. Neben Lebensmitteln können diese Nährstoffe für die Ohren auch konzentriert über Supplements aufgenommen werden.

1. Wie Nährstoffe das Hörvermögen beeinflussen

Forschungsergebnisse zeigen, dass bestimmte Mikronährstoffe wie Vitamine, Carotinoide und langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren mit einem niedrigeren Risiko für Schwerhörigkeit in Verbindung gebracht werden können.

Während bisherige Studien hauptsächlich die Rolle einzelner Nährstoffe in Form von Supplements für die Ohren und das Gehör untersucht haben, stellt sich die Frage, ob eine insgesamt gesündere Ernährung auch vor Hörverlust schützen könnte.

1.1. Die Ernährung und unser Gehör

Eine gesunde Ernährung könnte ein erster Schritt sein, um Hörverlust vorzubeugen und Reparaturmaßnahmen zu ermöglichen, bevor er zu einem dauerhaften Problem wird. Deshalb ist es entscheidend, die Auswirkungen von Ernährung und Supplementen auf das Gehör genauer zu untersuchen.

Die Ursachen für Hörverlust sind vielfältig. Es ist wichtig, alle möglichen Risikofaktoren miteinzubeziehen, wenn man Probleme mit dem Hörvermögen hat. Zusätzlich zu gängigen Risikofaktoren für Hörverlust wird von der WHO beispielsweise auch schwerer pränataler Jodmangel als ernährungsbedingte Ursache von Hörverlust genannt. Man sollte also sicherstellen, dass man über die Ernährung ausreichend Jod zuführt und andere wichtige Nährstoffwerte im Zuge von Vorsorgeuntersuchungen ärztlich abklärt.

Mit zunehmendem Alter können sich im Körper freie Radikale bilden, die auch mit Veränderungen im Gehör in Verbindung gebracht werden. Im Innenohr spielen diese freien Radikale eine wichtige Rolle beim Hörverlust, indem sie zu einer Verengung der Blutgefäße führen und dadurch die Zellen im Innenohr schädigen. Diese Schäden ähneln jenen, die bei einem Schlaganfall auftreten. Hier können Nährstoffe wie Antioxidantien eine wichtige Rolle spielen. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Antioxidantien – all das ist Teil einer gesunden, ausgewogenen Ernährung. Alternativ können diese Nährstoffe für die Ohren auch mit Hilfe von Supplements aufgenommen werden.

Es wird angenommen, dass eine ausgewogene Ernährung verschiedene physiologische Prozesse im Zusammenhang mit der Hörgesundheit beeinflussen kann, wie etwa eine verbesserte Durchblutung im Innenohr, die Verringerung von oxidativem Stress und die Bekämpfung von entzündlichen Zuständen im Körper.

1.2. Die Ernährung als Risikofaktor für Hörverlust

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, ob die Ernährung an sich zu Hörverlust führen kann.

  • Ernährt man sich ungesund oder gar mangelhaft, kann das auch das Gehör negativ beeinflussen. Eine Studie zeigte, dass Mangelernährung sowohl das allgemeine körperliche Wachstum als auch die Entwicklung des Innenohrs bei Kindern hemmt. Laut der Studie litten mangelernährte Kinder als junge Erwachsene doppelt so häufig unter Hörverlust wie ihre immer gut ernährten Altersgenossen. Supplements können eine Ergänzung zur Ernährung darstellen, können eine ausgewogene Ernährung allerdings nicht ersetzen.
     
  • Besonders alarmierend ist, dass diese Probleme oft schon vor der Geburt beginnen. Schwangere oder stillende Frauen, die unter Mangelernährung leiden, geben diesen Mangel wahrscheinlich an ihr Kind weiter. Eine unzureichende Ernährung im Mutterleib kann die Innenohrentwicklung erheblich beeinträchtigen und das Risiko für Hörverlust erhöhen. Aus diesem Grund können Supplemente für Schwangere sehr sinnvoll sein.
     
  • Zudem kann ein Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralien Schwerhörigkeit begünstigen. So zeigen Studien, dass bestimmte Ernährungsmängel, besonders in Bezug auf Jod und Thiamin, das Risiko von Hörverlust bei Kindern erhöhen können. Es wird auch angenommen, dass Mängel an Mikronährstoffen und Vitaminen, wie zum Beispiel Vitamin A oder Zink, bei Kindern häufiger zu Entzündungen im Mittelohr führen und das Gehör beeinträchtigen können. Dies wiederum kann das Risiko von Hörverlust erhöhen.
     
  • Des Weiteren wurde festgestellt, dass ein übermäßiger Konsum von stark verarbeiteten Kohlenhydraten, Fetten und Cholesterin das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann, was die Durchblutung im Ohr beeinträchtigt. Dies kann wiederum zu einer Verringerung der Hörempfindlichkeit beitragen. Daher spielen vaskuläre Faktoren eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Verschlechterung von Hörverlust. Neuere Studien zeigen zudem, dass auch Fettleibigkeit das Risiko für Hörverlust erhöhen kann.

Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung, besonders während der Schwangerschaft und frühen Kindheit. Mehr zu den einzelnen Nährstoffen für die Ohren und Supplements, die das Gehör verbessern und schützen sollen, erzählen wir Ihnen im weiteren Verlauf dieses Beitrags.

2. Nährstoffe für die Ohren und Supplements

Nahaufnahme einer Person, die aus einem Behälter Kapseln von einem Supplement gegen Hörverlust in die Hand gibt.

Bestimmte Nährstoffe in Form von Supplements können dabei helfen, das Hörvermögen langfristig zu erhalten. Bildquelle: Karolina Grabowska

Wenn die Ernährung und gewisse darin enthaltene Nährstoffe das Gehör verbessern und die Ohren schützen können, liegt es nahe anzunehmen, dass auch die gezielte Einnahme von Supplements einen Unterschied machen könnte – sei es, um das Gehör zu schützen, oder Hörverlust und anderen Problemen mit den Ohren entgegenzuwirken.

Wichtig: Sprechen Sie vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln stets mit Ihrem Arzt, um Wechselwirkungen mit Medikamenten oder unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Die folgenden Nährstoffe für die Ohren können dazu beitragen, das Risiko von Hörverlust und Tinnitus zu reduzieren. Man kann diese durch den Verzehr von bestimmten Lebensmitteln oder Supplements aufnehmen, um besser hören zu können.

NährstoffkategorienNährstoffe
AntioxidantienVitamin A, Vitamin C, Vitamin E, Coenzym Q10
FettsäurenOmega-3-Fettsäuren
MineralstoffeEisen, Jod, Kalium, Magnesium, Selen, Zink
VitamineVitamin D, B-Vitamine
PflanzenstoffeGinkgo biloba, Ginseng

Im Folgenden wird im Detail auf die einzelnen Nährstoffe für die Ohren eingegangen.

2.1. Antioxidantien

Antioxidantien wie die Vitamine A, C und E zählen zu den Nährstoffen für die Ohren. Sie können helfen, die Bildung von freien Radikalen zu hemmen. Daher könnten sie eine spezielle Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Hörverlust spielen. Es wurden mehrere Studien durchgeführt, die einen Zusammenhang zwischen Hörverlust und diesen Nährstoffen beim Menschen zeigen.

Ein weiteres Antioxidans, das in Zusammenhang mit dem Gehör von Interesse sein könnte, ist Coenzym Q10. Der Körper produziert es von Natur aus, die Produktion nimmt mit dem Alter aber ab. Eine Studie aus dem Jahr 2010 zeigt, dass die Ergänzung mit Coenzym Q10 möglicherweise positive Auswirkungen auf die Behandlung von plötzlichem sensorineuralem Hörverlust haben könnte.

Lebensmittel mit Vitamin A: Lebensmittel mit Vitamin A sind Leber, Fisch, Eier, Milchprodukte, grünes Blattgemüse, orangefarbenes und gelbes Gemüse, Tomatenprodukte, Früchte und einige pflanzliche Öle. Vitamin A kann auch über Supplemente aufgenommen werden.

Lebensmittel mit Vitamin C: Quellen für Vitamin C in der Ernährung sind Zitrusfrüchte wie Orangen und Grapefruit, rote und grüne Paprika, Kiwi, Brokkoli, Erdbeeren, Cantaloupe-Melonen, gebackene Kartoffeln und Tomaten. Zusätzlich kann Vitamin C über Supplements zugeführt werden.

Lebensmittel mit Vitamin E: Lebensmittel mit Vitamin E sind pflanzliche Öle wie Weizenkeim-, Sonnenblumen-, Distel-, Mais- und Sojaöl, Nüsse wie Erdnüsse, Haselnüsse und besonders Mandeln, Samen wie Sonnenblumenkerne und Gemüse wie Spinat und Brokkoli. Alternativ dienen Supplemente als Vitamin-E-Quelle.

Lebensmittel mit Coenzym Q10: Quellen für Coenzym Q10 in der Ernährung umfassen hauptsächlich Fleisch, Geflügel und Fisch. Moderate Quellen sind zum Beispiel Soja- und Rapsöl, Eier, Nüsse und Samen wie Erdnüsse, Sesam und Pistazien. Auch Supplements können dabei unterstützen, den Bedarf an Coenzym Q10 zu decken.

2.2. Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fette sind wichtig für die Gesundheit, da sie Zellen unterstützen, Entzündungen regulieren und das Immunsystem stärken. Sie helfen, Krankheiten vorzubeugen und den Körper zu schützen. Es gibt zwei Haupttypen von Omega-3-Fetten, die eine wichtige Rolle für die Gesundheit des Menschen spielen.

  • ALA: ALA ist eine Omega-3-Fettsäure, die in pflanzlichen Ölen wie Raps- und Leinöl, Nüssen, Samen und grünem Gemüse vorkommt. ALA ist eine essentielle Fettsäure, die für Wachstum und Entwicklung wichtig ist.
     
  • EPA und DHA: Diese Omega-3-Fettsäuren kommen vor allem in Kaltwasserfischen wie Lachs, Makrele und Thunfisch vor, weshalb sie oft als "Meeres-Omega-3-Fette" bezeichnet werden. Der Körper kann EPA und DHA zwar aus ALA herstellen, aber dieser Prozess ist nicht sehr effizient, weshalb es sinnvoller ist, Lebensmittel zu verzehren, die bereits reich an EPA und DHA sind.

Omega-3-Fettsäuren können nicht vom Körper produziert werden, weswegen sie nur über die Nahrung oder konzentriert über Supplements aufgenommen werden können. Diese Fettsäuren haben verschiedene wichtige Funktionen im Körper. Omega-3-Fettsäuren können vor altersbedingtem Hörverlust schützen und zählen damit ebenfalls zu den Nährstoffen für die Ohren.

Nahaufnahme von geschnittenem Lachs, der reich an Omega-3-Fettsäuren ist und das Gehör schützen soll.

Omega-3-Fettsäuren sind vor allem in fettem Fisch enthalten. Für Menschen, die keinen Fisch essen möchten oder können, sind Supplements mit Omega-3-Fettsäuren aus Fisch- oder Algenöl eine gute Möglichkeit, um den Bedarf zu decken und das Gehör zu schützen. Bildquelle: Valeria Boltneva

Eine im Jahr 2010 veröffentlichte Studie stellt eine umgekehrte Verbindung zwischen einer hohen Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren und Hörverlust fest. Kurz zusammengefasst: Je mehr Omega-3-Fette Menschen konsumieren, desto niedriger ist die Ausprägung des Hörverlusts. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr von Omega-3-Fettsäuren „die Entwicklung von altersbedingtem Hörverlust verhindern oder verzögern könnte“.

Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren: Reichhaltige Quellen sind Fisch und andere Meeresfrüchte, insbesondere Kaltwasserfische wie Lachs, Makrele, Thunfisch, Hering und Sardinen, Nüsse und Samen wie Leinsamen, Chiasamen und Walnüsse und pflanzliche Öle wie Lein-, Soja- und Rapsöl. Alternativ können Supplements mit Omega-3-Fettsäuren aus Fisch- oder Algenöl eine gute Alternative bieten.

2.3. Eisen

Es gibt Hinweise darauf, dass eine durch Eisenmangel ausgelöste Anämie und Hörverlust miteinander verbunden sind. In einer Studie wurde herausgefunden, dass Menschen mit Eisenmangelanämie doppelt so anfällig für Hörverlust sind.

Eisen spielt eine Schlüsselrolle bei der Sauerstoffversorgung des Körpers, einschließlich des Hörsystems. Eine gesunde Blutzufuhr und eine damit einhergehende gute Durchblutung sind entscheidend für eine normale Funktion des Innenohrs. Eisen ist damit ebenso ein wichtiger Nährstoff für die Ohren.

Prinzipiell kann jeder Mensch eine Eisenmangelanämie entwickeln. Bei Frauen im gebärfähigen Alter tritt diese aufgrund von Menstruationsblutverlust jedoch häufiger auf. Ältere Menschen sind ebenfalls gefährdet. Die Verbindung zwischen Eisenmangelanämie und Hörverlust ist komplex und es ist noch weitere Forschung nötig, um den Zusammenhang im Detail zu verstehen.

Eine Anämie kann auch Tinnitus verursachen. Nimmt man einen pulsierenden Tinnitus wahr, sollte man so rasch wie möglich einen Facharzt aufsuchen, da dies ein Hinweis auf ernsthafte Herzprobleme sein könnte.

Lebensmittel mit Eisen: Reichhaltige Quellen sind mageres Fleisch, Meeresfrüchte, Geflügel, weiße Bohnen, Linsen, Spinat, Kidneybohnen und Erbsen. Auch Nüsse, dunkle Schokolade (neunzig Prozent Kakaoanteil) und einige getrocknete Früchte wie Rosinen enthalten Eisen. Es gibt auch eine Vielzahl an Eisen-Supplements.

Gut zu wissen: Ihr Körper nimmt Eisen aus pflanzlichen Quellen besser auf, wenn Sie es zusammen mit Fleisch, Geflügel, Meeresfrüchten und Lebensmitteln, die Vitamin C enthalten, verzehren, beispielsweise mit Zitrusfrüchten, Erdbeeren, Paprika, Tomaten und Brokkoli.

2.4. Jod

Jod spielt eine wesentliche Rolle für die Entwicklung und Funktion des Gehörs. Ein Mangel an Jod kann zu Problemen mit der Schilddrüse führen, was wiederum Hörstörungen verursachen kann. Besonders während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren ist eine ausreichende Jodzufuhr wichtig, da in dieser Zeit die kritische Phase der Gehörentwicklung stattfindet.

Studien deuten darauf hin, dass Jodmangel mit Hörverlust verbunden ist und die Einnahme von Jod-Supplements bei einem Mangel die Hörfähigkeit verbessern kann. Es wird angenommen, dass Jodmangel die Hörfunktion besonders während der Schwangerschaft, wenn sich das Gehör noch entwickelt, beeinträchtigen kann. Daher sollten werdende Mütter auf eine ausreichende Jodzufuhr achten, um die Hörgesundheit ihres Kindes zu unterstützen.

Lebensmittel mit Jod: Für ausreichende Mengen an Jod essen Sie am besten regelmäßig Fisch (wie Kabeljau und Thunfisch), Algen, Garnelen und andere Meeresfrüchte, Milchprodukte wie Milch, Joghurt und Käse, Eier und jodiertes Salz. Supplements können ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, um sicherzustellen, dass der Körper ausreichend mit Jod versorgt ist.

Gut zu wissen: Jod ist wasserlöslich und wird durch Regen und Schmelzwasser aus dem Boden in Flüsse und Meere gespült. In Nord- und Mitteleuropa wurde nach der letzten Eiszeit viel Jod ins Meer transportiert, weshalb Böden und Wasser dort jodarm sind. Deshalb enthalten auch Produkte aus der Landwirtschaft und Süßwasserfisch wenig Jod. Seefische und Meerestiere sind von Natur aus jodreich. Ohne regelmäßigen Konsum dieser Lebensmittel oder der Zufuhr von mit Jod angereicherten Lebensmitteln kann es zu Jodmangel kommen.

2.5. Kalium

Forschungsergebnisse zeigen, dass das Mineral Kalium eine entscheidende Rolle bei der Funktionsweise des Innenohrs und der Umwandlung von Geräuschen in Signale, die das Gehirn interpretiert, spielt. Eine problemfreie Funktion des Innenohrs und eine gute Durchblutung des Ohrs sind wichtig, um gut zu hören. Damit gehört auch Kalium zu den Nährstoffen für die Ohren.

Lebensmittel mit Kalium: Für ausreichende Mengen an Kalium essen Sie am besten Früchte wie getrocknete Aprikosen, Pflaumen, Rosinen und Bananen, Gemüse wie Eichelkürbis, Kartoffeln, Spinat, Tomaten und Brokkoli, Hülsenfrüchte wie Linsen, Kidneybohnen, Sojabohnen und Nüsse, sowie Milch, Joghurt, Fleisch, Geflügel und Fisch. Auch Supplements können helfen, den Kalium-Bedarf zu decken.

2.6. Magnesium

Gemäß verschiedenen Studien könnte Magnesium den Hörverlust reduzieren, insbesondere wenn es in Kombination mit anderen Nährstoffen für die Ohren eingenommen wird. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Kombination von Antioxidantien und Magnesium möglicherweise effektiver ist als die Verwendung eines einzelnen Nährstoffs. Eine höhere Aufnahme von Antioxidantien und bzw. oder Magnesium könnte daher mit einem geringeren Risiko für Hörverlust verbunden sein.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2004 scheint Magnesium, wenn es als Ergänzung zur Steroidbehandlung eingesetzt wird, eine sichere und bequeme Option zur Verbesserung des Hörvermögens zu sein. Dies gilt insbesondere für Patienten mit plötzlichem sensorineuralen Hörverlust im Bereich der tieferen Töne.

Nahaufnahme von einer Tafel dunkler Schokolade, die viel Magnesium enthält, was wichtig ist für ein gesundes Hörvermögen.

Dunkle Schokolade ist ein wahres Superfood, das viel Eisen und Magnesium enthält. Bildquelle: Vie Studio

Bei einer Studie in Korea wurde in einer Teilnehmergruppe mittleren Alters untersucht, ob der Verzehr von Schokolade einen Einfluss auf das Hörvermögen hat. Diese Studie kam zu dem Schluss, dass sich Schokolade positiv auf das Gehör auswirkt. Das könnte auch daran liegen, dass Lebensmittel mit einem hohen Kakaogehalt reich an Magnesium sind. Neben der Aufnahme von Magnesium über die Ernährung kann man Magnesium auch in Form von Supplements zu sich nehmen.

Magnesium kann einer Studie zufolge auch bei Tinnitus hilfreich sein und die Schwere von Tinnitus-Symptomen reduzieren.

Lebensmittel mit Magnesium: Reichhaltige Quellen sind Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Vollkornprodukte, Milch, Joghurt, einige andere Milchprodukte sowie dunkle Schokolade (neunzig Prozent Kakaoanteil). Obst und Gemüse wie Avocados, Trockenfeigen, Bananen und grünes Blattgemüse enthalten ebenfalls Magnesium. Supplements für Magensium gehören zu den meistempfohlenen Supplementen. 

2.7. Selen

In einer Studie aus dem Jahr 2007 konnte festgestellt werden, dass Selen möglicherweise ebenfalls eine schützende Wirkung auf die Hörfunktion hat. Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das der Körper nicht selbst produzieren kann. Es muss also über die Nahrung oder Supplements zugeführt werden.

Lebensmittel mit Selen: Reichhaltige Quellen sind Meeresfrüchte, Fleisch, Geflügel, Eier und Milchprodukte sowie Brot, Müslis und andere Getreideprodukte. Alternativ kann Selen über passende Supplements aufgenommen werden.

Gut zu wissen: Die Menge an Selen in pflanzlichen Lebensmitteln hängt von der Selenmenge im Boden ab, in dem sie gewachsen sind. Die Menge an Selen in tierischen Produkten hängt vom Selengehalt der Nahrungsmittel ab, die die Tiere gefressen haben. Niederschläge und Bodenart beeinflussen den Selen-Gehalt der Böden. Eine Studie warnt davor, dass der Selen-Mangel in den Böden durch den Klimawandel zunehmen wird und empfiehlt dringend, dem entgegenzuwirken.

2.8. Zink

Das Mineral Zink könnte bei Tinnitus hilfreich sein, aber nur wenn eine Person an einem Zinkmangel leidet. Das Interesse an Zink als potenzielle Behandlung für Tinnitus besteht aufgrund der hohen Konzentration von Zink in der Cochlea.

Wenn Ihr Zinkspiegel niedrig ist, könnte der Verzehr von zinkreichen Lebensmitteln oder die Einnahme von Supplements mit Zink hilfreich sein, um Ihre Tinnitus-Symptome zu reduzieren. Wie es um Ihren Zinkspiegel steht, sollten Sie unbedingt vor der Einnahme eines Supplements abklären lassen.

Lebensmittel mit Zink: Gute Quellen sind Austern, Fleisch, Fisch, Geflügel, Meeresfrüchte wie Krabben und Hummer, Bohnen, Nüsse, Vollkornprodukte und Eier. Auch Supplements für Zink erfreuen sich großer Beliebtheit.

2.9. Vitamin D

In einer Studie wurde untersucht, ob ein Mangel an Vitamin D mit plötzlichem Hörverlust zusammenhängt und wie sich dies auf die Behandlung auswirkt. Im Rahmen dieser Studie wurden zwei Gruppen verglichen: eine mit Menschen, die plötzlichen Hörverlust hatten, und eine Kontrollgruppe ohne Hörprobleme. Die Patienten mit Hörverlust erhielten eine Standardbehandlung mit Steroiden.

Es stellte sich heraus, dass Menschen mit plötzlichem Hörverlust oft niedrige Vitamin-D-Spiegel hatten. Nach der Behandlung erholten sich die meisten Patienten gut.

Aufnahme eines jungen Mannes, der in der Sonne sitzt, entspannt wirkt und die Sonne für gute Vitamin-D-Werte auf seine Haut scheinen lässt.

Der Körper bildet Vitamin D hauptsächlich, wenn die Haut Sonnenlicht ausgesetzt ist. Bildquelle: Nicole Geri

Zusammengefasst bedeutet das, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel möglicherweise mit plötzlichem Hörverlust verbunden ist und die Behandlung beeinflussen kann. Somit kann man Vitamin-D ebenfalls als wichtigen Nährstoff für die Ohren betrachten.

Lebensmittel mit Vitamin D: Mögliche Quellen sind fetter Fisch wie Forelle, Lachs, Thunfisch und Makrele sowie Fischleberöle. Rinderleber, Eigelb, Käse und Pilze enthalten ebenfalls kleine Mengen an Vitamin D.

Gut zu wissen: Der Körper bildet Vitamin D, wenn die ungeschütze Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Da insbesondere im Winter an vielen Orten nur wenig Sonneneinstrahlung vorhanden ist, werden Supplements für Vitamin D häufig von Experten empfohlen.

2.10. B-Vitamine

Auch B-Vitamine können für das Gehör interessant sein und zählen zu den Nährstoffen für die Ohren.

  • Eine Studie kam zu dem Schluss, dass ein unzureichender Vitamin-B12-Gehalt gemeinsam mit einem niedrigen Folsäuregehalt mit Presbyakusis (Altersschwerhörigkeit) in Verbindung stehen könnte. Daher sollten regelmäßig Vitamin-B12-Spiegel und Folsäure-Werte überprüft werden.
     
  • Laut einer Studie aus dem Jahr 2016 könnte Vitamin-B12 für Menschen mit einem Mangel an diesem Vitamin auch hilfreich bei der Tinnitus-Behandlung (chronischer Tinnitus) sein.

Folsäure ist ebenfalls ein wichtiges B-Vitamin, das der Körper zur DNA-Herstellung und Zellteilung verwendet. Viele Lebensmittel sind eine natürliche Quelle für Folsäure oder sind mit einer synthetischen Form des Vitamins angereichert, weswegen die meisten Menschen ausreichend Folsäure über die Ernährung aufnehmen und nicht auf Supplements zurückgreifen müssen.

  • Eine im Jahr 2010 veröffentlichte Studie zeigt, dass bei Männern im Alter von sechzig Jahren oder älter die Gesamtfolsäureaufnahme mit einem verringerten Risiko für Hörverlust verbunden war.
     
  • In einer klinischen Studie in den Niederlanden verlangsamte der Einsatz von Supplements mit Folsäure den Rückgang des Hörvermögens. Hierbei ist zu beachten, dass diese Ergebnisse für jene Menschen, die leicht Zugang zu mit Folsäure angereicherten Lebensmitteln haben, möglicherweise nicht so bedeutsam sind.

Im Folgenden werden alle B-Vitamine einzeln angeführt sowie die Lebensmittel, in denen die B-Vitamine vorkommen. Alternativ können auch Supplements dabei helfen, den Bedarf an den verschiedenen B-Vitaminen zu decken.

Lebensmittel mit Vitamin B1 (Thiamin): Gute Quellen sind Vollkornprodukte, Fleisch (besonders Schweinefleisch) und Fisch, sowie Hülsenfrüchte wie schwarze Bohnen und Sojabohnen, Samen und Nüsse.

Lebensmittel mit Vitamin B2 (Riboflavin): Gute Quellen sind Eier, Innereien wie Nieren und Leber, mageres Fleisch und fettarme Milch, sowie einige Gemüsesorten wie Pilze und Spinat.

Lebensmittel mit Vitamin B3 (Niacin): Gute Quellen sind tierische Produkte wie Geflügel, Rindfleisch, Schweinefleisch und Fisch, sowie Nüsse, Hülsenfrüchte und manche Getreidearten.

Lebensmittel mit Vitamin B5 (Panthonensäure): Gute Quellen sind Rindfleisch, Geflügel, Meeresfrüchte und Innereien, Eier und Milch, Pilze (vor allem Shiitake-Pilze), Avocados, Kartoffeln und Brokkoli. Vollkornprodukte wie Vollkornweizen, brauner Reis und Hafer sowie Nüsse wie Erdnüsse, Sonnenblumenkerne und Kichererbsen sind ebenfalls reich an Vitamin B5.

Lebensmittel mit Vitamin B6: Gute Quellen sind Geflügel, Fisch und Innereien, Kartoffeln und andere stärkehaltige Gemüsesorten, sowie Obst (abgesehen von Zitrusfrüchten).

Lebensmittel mit Vitamin B7 (Biotin): Gute Quellen in der Ernährung sind Fleisch, Fisch, Eier und Innereien wie Leber, Samen und Nüsse, sowie Gemüsesorten wie Süßkartoffeln, Spinat und Brokkoli.

Lebensmittel mit Vitamin B9 (Folsäure): Gute Quellen sind Rinderleber, Gemüse (besonders Spargel, Rosenkohl und dunkelgrünes Blattgemüse wie Spinat und Senfblätter), Früchte und Fruchtsäfte (vor allem Orangen und Orangensaft) sowie Nüsse, Bohnen und Erbsen wie Erdnüsse, Augenbohnen und Kidneybohnen.

Lebensmittel mit Vitamin B12: Dieses Vitamin findet sich in Fisch, Fleisch, Geflügel, Eiern, Milch und anderen Milchprodukten. Muscheln, Austern und Rinderleber gehören zu den besten Quellen für Vitamin B12.

Gut zu wissen: Vor allem B-Vitamine werden häufig Lebensmitteln wie Frühstückscerealien oder Milchersatzprodukten zugesetzt. Schauen Sie also gern öfter mal auf das Label Ihrer gekauften Produkte, um zu sehen, ob Vitamine zugesetzt wurden. Zusätzlich können Supplements zugeführt werden, um die verschiedenen B-Vitamine in ausreichender Menge aufzunehmen.

2.11. Ginkgo biloba

Zu Ginkgo biloba in Form von Supplements gibt es einige Studien, die eine positive Wirkung zeigten, während andere keine Wirkung belegen konnten. In einigen Fällen hat die Einnahme von Ginkgo biloba das Hören verbessert – laut einer Studie bei etwa 16,6 Prozent der von Hörproblemen Betroffenen.

Nahaufnahme von Ginko Biloba Kapseln und Ginko Blättern, die das Hörvermögen verbessern sollen.

Supplements für Ginkgo biloba werden üblicherweise aus den Blättern des Ginkgobaums gewonnen, die häufig zu einem Extrakt in Pulverform verarbeitet werden. Bildquelle: Nataliya Vaitkevich

Ginkgo biloba kann zudem bei Tinnitus Linderung verschaffen. Ginkgo biloba könnte sogar wirksamer sein als eine herkömmliche medikamentöse Behandlung, wenn es darum geht, das Gehör und Tinnitus-Symptome zu verbessern. Auch beim Thema Tinnitus und Stress könnte Ginkgo biloba eine wichtige Rolle spielen.

Gut zu wissen: Supplemente zu Ginkgo biloba sind in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Kapseln, Tabletten, flüssige Extrakte und getrocknete Blätter für Tees. In Studien empfohlene Dosierungen deuten darauf hin, dass Ginkgo als Extrakt in Form von Supplements am wirkungsvollsten ist.

Es gibt bestimmte Personengruppen, die Ginkgo-Supplemente nicht einnehmen sollten. Dazu gehören Kinder, schwangere oder stillende Frauen, Menschen mit Epilepsie und Personen, die Blutverdünner einnehmen. Auch Menschen mit Diabetes sollten vor der Einnahme von Ginkgo-Supplements medizinisches Fachpersonal konsultieren.

2.12. Ginseng

Ginseng ist eine weit verbreitete Pflanze in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und wird mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Untersuchungen legen nahe, dass Ginseng und andere traditionelle chinesische Kräuter die Symptome von Tinnitus reduzieren und die Hörschwelle verbessern können, insbesondere bei Menschen mit sensorineuralem Hörverlust.

Aufnahme von Ginseng-Wurzeln, die laut der traditionell chinesischen Medizin das Gehör verbessern sollen.

Auch Ginseng, eine Pflanze der traditionellen chinesischen Medizin, könnte positive Auswirkungen auf das Hörvermögen haben. Bildquelle: Markroad1230

Ein spezifischer aktiver Bestandteil von Ginseng hat laut einer Studie an Mäusen aus dem Jahr 2023 das Potenzial gezeigt, die Haarzellen im Innenohr zu schützen und Entzündungen zu reduzieren. Obwohl diese Ergebnisse vielversprechend sind, ist weitere klinische Forschung notwendig, um die Vorteile von Ginseng für die menschliche Hörfähigkeit zu stützen.

Gut zu wissen: Ginseng gibt es üblicherweise als Supplemente wie Tabletten, Kapseln, Extrakte und Pulver. Tabletten oder Kapseln enthalten die gemahlene Wurzel oder einen Extrakt einer oder mehrerer Ginsengwurzel-Arten. Ginsengwurzelextrakt-Pulver kann auch in Wasser, Saft oder Smoothies aufgelöst werden. Pulver sind oft in höheren Dosierungen als Tabletten oder Kapseln erhältlich.

Abschließend lässt sich also sagen, dass Nährstoffe eine entscheidende Rolle für unser Hörvermögen spielen. Dies gilt insbesondere für Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren, Eisen, Jod, Kalium, Magnesium, Selen, Zink, Vitamin D, B-Vitamine, Ginkgo biloba und Ginseng.

Supplements können die tägliche Ernährung ergänzen und für eine Vielzahl von Menschen, beispielsweise Personen mit altersbedingtem Hörverlust, von entscheidender Bedeutung sein. Die Auswahl und richtige Dosierung von Supplementen kann dabei helfen, Nährstofflücken zu schließen und die Gesundheit des Gehörs zu unterstützen.

Die Beziehung zwischen Nährstoffen, Gesamternährung, Supplements und dem Gehör ist jedoch komplex und vielschichtig. Faktoren wie Alter, Geschlecht, Umwelt und Genetik beeinflussen diese Verbindungen maßgeblich. Supplemente korrekt anzuwenden, sollte immer unter Berücksichtigung individueller Gesundheitsbedürfnisse erfolgen, um mögliche Wechselwirkungen oder unerwünschte Effekte zu vermeiden.

Damit es möglich ist, präventive Maßnahmen gegen Hörverlust zu entwickeln, ist weitere Forschung zu Nährstoffen und Supplements nötig, um die zugrundeliegenden Mechanismen zu verstehen. Diese Erkenntnisse werden dabei helfen, gezielte Richtlinien zur Kontrolle ernährungsbedingter Faktoren und Supplemente zu etablieren, was einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Hörverlust und für den Erhalt der auditiven Gesundheit darstellt.

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