Wir haben Empfehlungen für Sie berechnet. Jetzt anschauen!

Wollen Sie wissen, ob Sie schlecht hören?

Machen Sie jetzt unseren gratis Online-Hörtest bequem von zuhause aus und erfahren Sie, ob Sie an einem Hörverlust leiden.

Jetzt Hörtest machen

Unsere individuellen Empfehlungen für Sie

Hörsturz: Ursachen, Symptome, Behandlung und mehr

entiendoo Redaktion
11.11.2024
Speichern
Teilen
Junger Mann mit rotem Shirt hat einen Hörsturz

Bildquelle: Andrea Piacquadio

Ob beim Aufwachen, beim Telefonieren oder begleitet von einem lauten Knall – ein Hörsturz kann in den verschiedensten Situationen auftreten und sich unterschiedlich stark äußern.

Da ein Hörsturz, nicht nur lästig, sondern auch gefährlich sein kann, beleuchten wir im folgenden Beitrag, welche Möglichkeiten der Hörsturz-Behandlung es gibt und was Sie tun können, um Ihren Hörsturz selbst behandeln und zukünftig einem Hörsturz vorbeugen zu können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Hörsturz ist ein plötzlicher, meist einseitiger Hörverlust, der unterschiedlich stark ausgeprägt sein und verschiedene Frequenzbereiche betreffen kann.
     
  • Je älter Menschen sind, desto eher leiden sie an einem Hörsturz. Kinder sind nur selten betroffen. Das Geschlecht ist nicht ausschlaggebend.
     
  • Bei neunzig Prozent der Patienten kann keine eindeutige Hörsturz-Ursache ermittelt werden. Es gibt jedoch Ereignisse wie Kopfverletzungen oder zugrundeliegende Erkrankungen wie Morbus Menière, die einen Hörsturz auslösen können.
     
  • Neben Hörverlust gibt es weitere Hörsturz-Symptome, beispielsweise Tinnitus, ein Völlegefühl im Ohr, Schwindel und Gleichgewichtsprobleme, verändertes Hören und Empfindungsstörungen.
     
  • Die Hörsturz-Diagnose sollte innerhalb von 48 Stunden erfolgen und Anamnese, körperliche Untersuchung und weitere Tests beinhalten.
     
  • Bei mehr als der Hälfte der Patienten verschwindet der Hörsturz wieder von selbst. Bei den anderen Patienten sollte die Hörsturz-Behandlung innerhalb von 48 Stunden erfolgen. Im Rahmen der Hörsturz-Therapie werden meist Glukokortikoide verabreicht.
     
  • Man kann auch Maßnahmen setzen, um Hörsturz selbst behandeln und in Zukunft einem Hörsturz vorbeugen zu können, beispielsweise Stressreduktion, Sport, Verzicht auf ungesunde Substanzen und Lärm, gesunde Ernährung, Hörsturz-Hausmittel wie Ginkgo biloba und alternative Methoden wie Akupunktur.
     
  • Ein Hörsturz kann negative Folgen nach sich ziehen. Bei einem Drittel der Patienten verbleibt eine Schwerhörigkeit. Die Hälfte der Patienten leidet nach einem Hörsturz an Tinnitus. Zudem kann es zu Depressionen, Angst- und Schlafstörungen kommen.

1. Hörsturz – was ist das?

Ein Hörsturz oder Ohrinfarkt ist ein oft unerklärlicher Hörverlust, der plötzlich auftritt oder sich innerhalb von 72 Stunden entwickelt.

Da diese Art des Hörverlusts im Innenohr lokalisiert ist, wird dieser auch als Innenohrschwerhörigkeit bezeichnet. Durch eine Schädigung im Innenohr können die Schallwellen nicht mehr richtig verarbeitet und an das Gehirn weitergeleitet werden.

1.1. Formen von Hörsturz

Es gibt unterschiedliche Schweregrade bei einem Hörsturz: von einem leichten Hörverlust bis hin zur vollständigen Gehörlosigkeit. Je stärker der Ohrinfarkt ist, desto schlechter ist die Chance auf Hörsturz-Heilung.

Ein Hörsturz lässt sich auch nach Frequenzbereichen einteilen. Je nach betroffenem Frequenzbereich kann ein Hochton-, Mittelton- oder Tiefton-Hörsturz vorliegen. Meist sind jedoch mehrere oder seltener alle Frequenzbereiche (pantonaler Hörverlust) betroffen.

1.2. Plötzlicher Hörverlust auf einem Ohr

Ein Ohrinfarkt kann auf beiden Ohren oder auf einem Ohr auftreten. In rund neunzig Prozent der Fälle ist jedoch der Hörsturz einseitig – auf dem anderen Ohr kann man also ohne Probleme hören. Im Gegensatz zum beidseitigen Hörsturz wird die Ursache vom Hörsturz auf einem Ohr aber nur selten gefunden.

2. Hörsturz-Häufigkeit

2.1. Plötzlicher Hörverlust bei Erwachsenen

Es gibt keine genauen Zahlen dazu, wie viele Menschen weltweit pro Jahr an einem Hörsturz leiden. Laut einer häufig zitierten Studie sind in den USA 27 pro 100.000 Personen jährlich betroffen.

Je älter Personen sind, desto eher erleiden sie einen Hörsturz: So erleiden 77 pro 100.000 Personen über 65 Jahre einen Ohrinfarkt, während nur 11 pro 100.000 Personen unter 18 Jahre darunter leiden.

Die Geschlechterverteilung ist ähnlich, wobei Männer, vor allem über 65 Jahre, eher einen Hörsturz erleiden.

2.2. Hörsturz bei Kindern und Babys

Wie bereits oben bei dem Hinweis zum Alter vermuten lässt, kommt ein Hörsturz bei Kindern und Babys relativ selten vor.

Ein Kind mit Hörsturz-Symptomen macht einen Online-Hörtest am Laptop

Ein Hörsturz bei Kindern kommt nur relativ selten vor, aber wenn Ihr Kind Hörsturz-Symptome aufweist, sollten Sie über einen Hörtest nachdenken. Bildquelle: Emily Wade

Es gibt verschiedene Ursachen für den Hörsturz bei Kindern und Babys:

  • Infektionen wie Röteln, die von der Mutter auf das Kind übertragen werden
  • Toxoplasma gondii, ein Parasit, der durch die Gebärmutter übertragen wird
  • Genetische oder vererbte Faktoren
  • Niedriges Geburtsgewicht

Das Gehör des Kindes sollte getestet werden, wenn es bei Geräuschen oft nicht reagiert, Sprache nicht zu verstehen scheint, keine Wörter zu bilden versucht, bei plötzlichen Geräuschen aufschreckt und in der Vergangenheit zahlreiche Ohrinfektionen oder Gleichgewichtsprobleme hatte.

3. Hörsturz-Ursachen

Ein Ohrinfarkt kann durch unterschiedlichste Ursachen ausgelöst werden, wobei die Hörsturz-Ursache nur bei rund zehn Prozent der Betroffenen ermittelt werden kann.

Die Hörsturz-Ursachen lassen sich in die folgenden drei Kategorien unterteilen.

3.1. Unbekannte Hörsturz-Ursache

Wenn keine Hörsturz-Ursache gefunden werden kann, wird von einem idiopathischen Hörsturz gesprochen. Es gibt jedoch unterschiedliche Theorien, wie ein Hörsturz ausgelöst werden kann, beispielsweise durch Virusinfektionen (insbesondere mit Herpes Simplex), Autoimmunerkrankungen sowie eine Verstopfung der Blutgefäße des Innenohrs oder seiner Nerven.

3.2. Offensichtliches Ereignis

Es gibt eine Vielzahl an Ereignissen, die als Hörsturz-Ursache wirken können. Dazu zählen Kopfverletzungen, starke Druckveränderungen (Hörsturz nach Flug oder Tauchen), die Einnahme von ototoxischen Medikamenten (wie Medikamente gegen Krebs), längere Exposition gegenüber Lärm, Alterung, Borreliose (oft ausgelöst durch einen Zeckenbiss) und Gift von einem Schlangenbiss.

3.3. Zugrundeliegende Erkrankung

Ein Hörsturz kann auf unterschiedliche Erkrankungen hindeuten. Zu diesen Erkrankungen gehören Tumore (Vestibularisschwannom), neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Erkrankungen des Innenohrs wie Morbus Menière, Erkrankungen des Immunsystems wie das Cogan-Syndrom, Syphilis-Reaktivierung bei Patienten mit HIV-Infektion, Durchblutungsstörungen, Blutkrankheiten und manche Formen der Leukämie.

Es wird auch vermutet, dass Hörsturz-Ursachen psychisch sein können und ein Hörsturz durch Stress ausgelöst werden kann. Laut einer Meta-Analyse gelten zudem Rauchen und Alkoholkonsum also Risikofaktoren für einen Hörsturz. Es wird auch vermutet, dass Übergewicht und Diabetes einen Ohrinfarkt begünstigen können.

Eine Person mit Diabetes nimmt sich Blut ab

Diabetes, Übergewicht, Rauchen und Alkoholkonsum gelten als Risikofaktoren für einen Hörsturz. Bildquelle: AS Photography

4. Hörsturz-Symptome

Woran erkennt man einen Hörsturz eigentlich? Viele Menschen stellen den Hörsturz morgens beim Aufwachen fest. Andere bemerken den Hörverlust erst, wenn sie das betroffene Ohr aktiv brauchen, beispielsweise beim Telefonieren. Es kann auch vorkommen, dass Menschen einen lauten Knall vernehmen, bevor ihr Hörvermögen verschwindet.

Neben dem plötzlichen Hörverlust gibt es weitere Symptome, an denen man einen Hörsturz erkennen kann.

  • Tinnitus: Viele Menschen leiden nach einem Hörsturz an Tinnitus. Dabei handelt es sich um ein Ohrgeräusch, das sich unter anderem als Pfeifen im Ohr äußern kann.
     
  • Völlegefühl im Ohr: Bei einem Ohrinfarkt kann es auch zu einem Gefühl von Völle oder Druck auf den Ohren kommen, das sich wie Watte oder Ohrstöpsel im Ohr anfühlt.
     
  • Schwindel und Gleichgewichtsprobleme: Ein weiteres Hörsturz-Symptom ist ein Schwindelgefühl, das mit Gleichgewichtsproblemen einhergeht.
     
  • Verändertes Hören: Beim Ohrinfarkt können Geräusche anders klingen. So können Stimmen als unangenehm laut empfunden oder Geräusche doppelt gehört werden. Auch generelle Geräuschempfindlichkeit (Hyperakusis) ist keine Seltenheit.
     
  • Empfindungsstörungen: Ein weiteres Hörsturz-Symptom ist ein pelziges oder taubes Gefühl um die Ohrmuschel herum.

Gut zu wissen: Nicht immer steckt ein Hörsturz hinter einem plötzlichen Hörverlust. So kann das Hörvermögen beispielsweise auch durch Ohrenschmalz, Wasser im Ohr, einen fehlenden Druckausgleich, ein Loch im Trommelfell oder einen Paukenerguss beeinträchtigt sein. Dennoch sollten Sie bei einem plötzlichen Hörverlust schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen, da einige schwerwiegende Ursachen schnell behandelt werden müssen und den Heilungserfolg erhöhen.

5. Hörsturz-Diagnose

Wenn Sie einen plötzlichen Hörverlust feststellen, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der Zeitpunkt, wann Sie mit einem Hörsturz zum Arzt gehen, sollte möglichst früh sein: Die Hörsturz-Diagnose sollte innerhalb von 48 Stunden erfolgen und die folgenden Schritte umfassen:

  • Anamnese: Zu Beginn fragt der Arzt nach der Krankengeschichte, aktuellen Symptomen und möglichen Hörsturz-Ursachen.
     
  • Körperliche Untersuchung: Im zweiten Schritt der Hörsturz-Diagnose findet eine Untersuchung statt, die sich auf Ohren, Gehör und Nervensystem fokussiert.
     
  • Tests: Basierend auf den Ergebnissen der ersten beiden Schritte führt der Arzt weitere Tests durch, beispielsweise einen Hörtest, eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT), um einen Hörsturz diagnostizieren zu können.

Sie leiden erst seit kurzer Zeit an einem Hörverlust? Bei einem Hörsturz kann ein Hörtest eine erste Einschätzung liefern. Machen Sie jetzt unseren gratis Online-Hörtest mit Audiogramm bequem von zuhause aus!

Bei einer Frau wird im Rahmen der Hörsturz-Diagnose ein CT durchgeführt

Im Rahmen der Hörsturz-Diagnose können Untersuchungen wie eine Computertomographie (CT) durchgeführt werden. Bildquelle: goesstock

6. Hörsturz-Behandlung durch Arzt

Bei mehr als der Hälfte der Patienten heilt der Hörsturz wieder von selbst ab. Bei wem und ob dies passiert, ist jedoch unklar. Daher entscheidet immer der Arzt, ob bei einem leichten Hörsturz auf eine Hörsturz-Therapie verzichtet werden kann oder nicht.

Wann sollte man bei einem Hörsturz zum Arzt gehen? Es gilt dasselbe wie bei der Hörsturz-Diagnose: Je früher die Hörsturz-Behandlung erfolgt, desto besser ist die Chance auf eine Hörsturz-Heilung. Der Start der Hörsturz-Therapie sollte innerhalb von 48 Stunden erfolgen. 

Wie bereits erwähnt, ist die Hörsturz-Ursache bei rund neunzig Prozent der Patienten unklar. In diesem Fall werden meist Glukokortikoide (Untergruppe der Kortikosteroide, die Steroidhormone sind) oral oder durch transtympanale Injektion verabreicht, laut einigen Studien am besten in Kombination. Nach einer Hörsturz-Behandlung mit Glukokortikoiden erholen sich rund achtzig Prozent der Patienten von dem Ohrinfarkt innerhalb von zwei Wochen.

Eine Meta-Analyse legt zudem nahe, dass eine hyperbare Sauerstofftherapie beim idiopathischen Hörsturz helfen könnte.

7. Hörsturz – was tun? Hörsturz selbst behandeln und vorbeugen

Rund dreißig Prozent der Patienten mit Hörsturz erleiden Rückfälle. Sie wollen in Zukunft einem Hörsturz vorbeugen oder Ihren derzeitigen Hörsturz selbst behandeln?

Es gibt einige Dinge, die Sie im Rahmen der Hörsturz-Therapie unterstützend tun können, um den Erfolg der Hörsturz-Heilung und -Prävention zu erhöhen und wieder besser hören zu können.

Wichtig: Die folgenden Tipps sind jedoch lediglich begleitend und nicht als Ersatz zur Hörsturz-Behandlung durch einen Arzt gedacht: Sie sollten sich bei einem Hörsturz auf jeden Fall Hilfe bei einem Arzt suchen!

7.1. Hörsturz durch Stress: Stressreduktion

Da ein Hörsturz durch Stress begünstigt werden kann, sollten Sie im Rahmen der Hörsturz-Therapie Entspannung suchen. Beispielsweise können bei einem Hörsturz Wärmebehandlung durch ein Bad, Dehnübungen, achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR), progressive Muskelrelaxation (PMR), Meditation, Atem-Übungen, Massagen, Physiotherapie und ausreichend Schlaf helfen. Da ein Hörsturz auch psychische Ursachen haben kann, ist auch Psychotherapie anzudenken.

Eine Frau mit Hörsturz macht in der Badewanne eine Wärmebehandlung

Entspannungsmethoden wie eine Wärmebehandlung im Bad können gegen einen Hörsturz wirken, indem sie Stress reduzieren. Bildquelle: cottonbro

7.2. Sport bei Hörsturz

Da verschiedene Erkrankungen eine Hörsturz-Ursache sein können und man Stress nach Möglichkeit vermeiden sollte, ist es ratsam von anstrengendem Sport bei einem Hörsturz abzusehen. Zudem sollten Sie auf Sportarten verzichten, die Ihre Ohren belasten, zum Beispiel Tauchen aufgrund der Notwendigkeit des Druckausgleichs. In Hinblick auf die Stressreduktion würden sich jedoch gemäßigte Bewegung wie Yoga oder ein Spaziergang in der Natur anbieten.

Gut zu wissen: Fliegen mit Hörsturz? Ob man mit Hörsturz fliegen darf, sollte immer vorab mit einem Arzt abgeklärt werden. Prinzipiell sind bei einem Hörsturz jedoch Aktivitäten zu vermeiden, die die Ohren belasten. Dies ist beim Druckausgleich im Flugzeug der Fall. Zudem kann ein Hörsturz sogar nach einem Flug entstehen (mehr dazu unter Hörsturz-Ursachen).

7.3. Lärmvermeidung und Hörtraining

Da nicht nur Lärmschwerhörigkeit, sondern auch ein Hörsturz durch Lärm ausgelöst werden kann, sollten Sie zur Prävention immer auf die Lautstärke achten und in lauten Umgebungen Gehörschutz wie Ohrstöpsel tragen. Wenn Sie bereits an einem Ohrinfarkt leiden, sollten Sie ebenfalls Lärm vermeiden. Gleichzeitig ist wichtig, dass keine absolute Stille herrscht, da das Gehör wieder an Geräusche gewöhnt werden muss. Es empfehlen sich leise Hintergrundgeräusche und Hörtraining.

7.4. Verzicht auf ungesunde Substanzen

Wie oben angeführt, sollte man bei einem Ohrinfarkt und auch als Prävention auf Rauchen und Alkoholkonsum verzichten. Zudem sollte bei der Einnahme von Medikamenten stets Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden. Auch das Absetzen von ototoxischen Medikamenten kann helfen. So kann der Hörsturz bereits 24 Stunden nach dem Absetzen von ototoxischen Medikamenten wie Aspirin oder Diuretika wieder verschwinden.

7.5. Ernährung bei Hörsturz 

Es gibt einige Nährstoffe, die im Rahmen der Hörsturz-Therapie helfen können, das Hörvermögen zu verbessern. Dazu zählen Antioxidantien, B-Vitamine, Vitamin D, Ginkgo biloba, Ginseng, Eisen, Jod, Kalium, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, Selen und Zink. Diese Nährstoffe können sowohl über eine gesunde, ausgewogene Ernährung als auch konzentriert über Supplements aufgenommen werden. 

7.6. Hörsturz-Hausmittel: Ginkgo bei Hörsturz

Viele Menschen bevorzugen Hausmittel, um etwas gegen ihren Hörsturz zu tun. Als beliebtestes Hörsturz-Hausmittel gilt Ginkgo biloba, da es vielfältige Wirkungen hat, die für die Hörsturz-Behandlung nützlich sein könnten. Zu den Wirkungen zählen unter anderem die Förderung der Durchblutung, die Verringerung von oxidativem Stress und das Abfangen freier Radikale. Die Ergebnisse einer Meta-Analyse zeigen, dass Ginkgo bei einem Hörsturz als Ergänzung zu Glukokortikoiden vielversprechend sein könnte.

7.7. Alternative Heilung: Akupunktur bei Hörsturz 

Die am häufigsten genannte alternative Methode zur Hörsturz-Behandlung ist Akupunktur. Dabei handelt es sich um eine Therapiemethode der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), bei der durch die Stimulation gewisser Punkte der Energiefluss im Körper angeregt werden soll. Da Akupunktur die Durchblutung fördert, könnte diese bei einem Hörsturz helfen. Eine Meta-Analyse legt nahe, dass Akupunktur bei Hörsturz eine wirksame Ergänzung zu Medikamenten sein könnte.

Ein Mann macht Akupunktur gegen seinen Hörsturz

In der Alternativmedizin wird oft Akupunktur bei Hörsturz empfohlen. Bildquelle: Antoni Shkraba

8. Hörsturz-Folgen

Bei mehr als der Hälfte der Menschen verschwindet der Ohrinfarkt wieder von selbst innerhalb von zwei Wochen. Es gibt jedoch einige Patienten, bei denen Hörschäden bestehen bleiben und der Hörsturz weitere negative Folgen nach sich zieht.

  • Schwerhörigkeit: Bei dreißig bis vierzig Prozent der Fälle verbleibt nach einem Hörsturz eine dauerhafte Schwerhörigkeit. Das bringt zahlreiche negative Folgen mit sich, unter anderem ein erhöhtes Risiko für Demenz. Die effektivste Behandlungsmethode nach dem Hörsturz sind Hörgeräte. Für Menschen mit leichtem bis mittlerem Hörverlust sind insbesondere moderne Hörgeräte die perfekte Wahl.
     
  • Tinnitus: Jede zweite Person leidet nach einem Hörsturz an Tinnitus. Was Sie dagegen tun können, erfahren Sie in unserem Beitrag zur Tinnitus-Behandlung.
     
  • Psychische Probleme: Zahlreiche Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen Hörsturz und Problemen mit der Psyche, wie Depressionen, Angst- und Schlafstörungen, hin.


Es bleibt festzuhalten, dass ein Hörsturz ein meist unerklärlicher, einseitiger Hörverlust ist, der plötzlich auftritt. Wenngleich ein Ohrinfarkt in vielen Fällen von selbst abheilt, sollte man bei einem plötzlichen Hörverlust und anderen Hörsturz-Symptomen unbedingt einen Arzt aufsuchen und sich je nach ärztlichem Rat einer Hörsturz-Behandlung unterziehen, da ein Ohrinfarkt negative Folgen wie Schwerhörigkeit, Tinnitus und psychische Probleme nach sich ziehen kann. 

Sie können auch selbst aktiv werden und im Rahmen der Hörsturz-Therapie durch Stressreduktion, regelmäßige Bewegung, Verzicht auf ungesunde Substanzen, Lärmvermeidung und Hörtraining, eine ausgewogene Ernährung, Hörsturz-Hausmittel wie Ginkgo biloba und Akupunktur einen Hörsturz selbst behandeln und in Zukunft einem Hörsturz vorbeugen.