Wir haben Empfehlungen für Sie berechnet. Jetzt anschauen!

Wollen Sie wissen, ob Sie schlecht hören?

Machen Sie jetzt unseren gratis Online-Hörtest bequem von zuhause aus und erfahren Sie, ob Sie an einem Hörverlust leiden.

Jetzt Hörtest machen

Unsere individuellen Empfehlungen für Sie

Presbyakusis: Symptome, Ursachen, Therapie und mehr

entiendoo Redaktion
28.11.2024
Speichern
Teilen
Ätere Frau mit Presbyakusis redet mit ihrer Tochter

Bildquelle: Andrea Piacquadio

Viele Menschen werden im Alter schwerhörig: Presbyakusis – der Fachbegriff für Altersschwerhörigkeit – betrifft durchschnittlich jede dritte Person über 65 Jahre und jede zweite Person über 75 Jahre.

Da es oft keine eindeutige Ursache für Altersschwerhörigkeit gibt und sich der Hörverlust schleichend über einige Jahre entwickelt, bemerken ihn viele Betroffene nicht. Dies ist insofern problematisch, da Presbyakusis zahlreiche negative Folgen nach sich zieht.

Daher möchten wir im folgenden Beitrag beleuchten, welche Therapie es für Altersschwerhörigkeit gibt und was Sie selbst tun können, um Ihr Hörvermögen zu bewahren und besser mit Presbyakusis umzugehen. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Presbyakusis ist der Fachbegriff für Altersschwerhörigkeit. Das Hörvermögen älterer Menschen nimmt beidseits, insbesondere im Hochfrequenzbereich, schleichend ab.
     
  • Altersschwerhörigkeit beginnt normalerweise ab dem 55. Lebensjahr, wobei Männer häufiger von Presbyakusis betroffen sind als Frauen.
     
  • Viele Menschen werden im Alter schwerhörig: Während jede dritte Person über 65 Jahre an Presbyakusis leidet, ist bereits jede zweite Person über 75 Jahre betroffen.
     
  • Die Presbyakusis-Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Meist zählen jedoch Schädigungen im Innenohr und ein ungesunder Lebensstil dazu.
     
  • Zu den Presbyakusis-Symptomen gehören unter anderem erschwertes Verstehen von hohen Stimmen, Tinnitus und Geräuschempfindlichkeit.
     
  • Bei Altersschwerhörigkeit-Symptomen sollten zeitnah ein Hörtest durchgeführt werden. Da Presbyakusis zahlreiche negative Folgen hat, sollte die Behandlung umgehend beginnen.
     
  • Es gibt keine offizielle Presbyakusis-Therapie. Die effektivste Möglichkeit, um wieder besser hören zu können, ist die Verwendung eines Hörgeräts.
     
  • Inzwischen gibt es für Menschen mit leichtem und mittlerem Hörverlust auch moderne Hörgeräte, die die Nachteile traditioneller Hörgeräte ausgleichen. Zudem können assistive Hörsysteme den Alltag mit Presbyakusis erleichtern.
     
  • Es gibt viele Dinge, die man unterstützend für sein Gehör tun kann, beispielsweise gesunde Ernährung, Verzicht auf ungesunde Substanzen, Schutz der Ohren vor Lautstärke und Kälte, Sport, Stressreduktion und Hörtraining.
     
  • Es gibt einige Tipps, durch die der Umgang mit schwerhörigen Menschen besser gelingen kann. So sollte man beispielsweise langsam, deutlich und in normaler Lautstärke sprechen, Pausen einlegen und Mimik und Gestik einsetzen.

1. Presbyakusis-Definition

Oft wird von Presbyakusis gesprochen, aber was ist das eigentlich? Presbyakusis ist der Fachbegriff für Altersschwerhörigkeit. Das Hörvermögen bei vielen älteren Erwachsenen nimmt im Laufe der Jahre schleichend ab. Die Altersschwerhörigkeit-Ursache ist jedoch oft unklar. Meist tritt Altersschwerhörigkeit beidseits auf (Fachbegriff „Presbyakusis bds“): Dementsprechend kommt es auf beiden Ohren zu einem Hörverlust.

Laut WHO beginnt Schwerhörigkeit ab einer Hörschwelle von zwanzig Dezibel: Das bedeutet, dass erst bei dieser Lautstärke Töne vernommen werden können. Zu Beginn sind bei der altersbedingten Schwerhörigkeit insbesondere hohe Frequenzbereiche betroffen. Dies kann im Alltag sehr belastend sein, da gesprochene Sprache meist im Hochfrequenzbereich liegt. Später können auch tiefere Frequenzbereiche hinzukommen.

Ab wann Altersschwerhörigkeit beginnt, ist je nach Quelle unterschiedlich. Die Verschlechterung des Hörvermögens setzt in der Regel ab dem 55. Lebensjahr ein. Während ein Drittel der Menschen zwischen 65 und 74 Jahre an Hörverlust leiden, ist die Hälfte der Personen über 75 Jahre betroffen. Dementsprechend ist die gesellschaftliche Bedeutung von Presbyakusis sehr groß.

Männer sind anfälliger für Presbyakusis als Frauen, da Männer häufiger lärmbelastenden Tätigkeiten nachgehen und das Hormon Östrogen das Hörvermögen von Frauen schützt, zumindest bis die Menopause einsetzt.

Gut zu wissen: Tritt plötzlich ein Hörverlust auf, kann es sein, dass Sie einen Hörsturz haben. In diesem Fall sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen. Da ein Hörsturz Haarzellen im Innenohr schädigen kann, erhöht sich dadurch auch das Risiko für Presbyakusis.

2. Presbyakusis-Ursachen

Die Presbyakusis-Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Warum Menschen im Alter schwerhörig werden, hängt meist von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren ab.

Es gibt zahlreiche Umstände im Innenohr, die Presbyakusis begünstigen können, unter anderem:

  • Veränderungen in den Strukturen des Ohrs, beispielsweise Otosklerose
  • Veränderungen in der Durchblutung des Ohrs
  • Veränderungen in der Art, wie das Gehirn Sprache und Schall verarbeitet
  • Schädigung der für das Hören zuständigen Nerven
  • Schädigung der Härchen im Ohr, die für die Weiterleitung des Schalls verantwortlich sind

Darüber hinaus gibt es viele weitere Risikofaktoren und Ursachen für Altersschwerhörigkeit, unter anderem:

  • Genetik
  • Diabetes
  • Schlechte Durchblutung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Hörsturz
  • Ototoxische Medikamente
  • Rauchen
  • Lärm

Die genannten Altersschwerhörigkeit-Ursachen haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

3. Presbyakusis-Symptome

Sie sind unsicher, ob Sie oder Ihnen bekannte Personen an Altersschwerhörigkeit leiden? Zu den Presbyakusis-Symptomen zählen:

Ätere Frau mit Presbyakusis versucht zu telefonieren

Schwierigkeiten beim Telefonieren sind ein typisches Presbyakusis-Symptom. Bildquelle: Joshua Hoehne

  • Erschwertes Verstehen von hohen Stimmen, insbesondere von Frauen oder Kindern
  • Gesprächspartner werden um Wiederholung des Gesagten gebeten
  • Schwierigkeiten beim Unterscheiden von ähnlichen Wörtern
  • Schwierigkeiten beim Hören von Hintergrundgeräuschen
  • Schwierigkeiten beim Hören in lauten Umgebungen 
  • Tinnitus, ein Ohrgeräusch, das sich unter anderem als Klingeln im Ohr äußern kann
  • Lauterstellen von Fernsehen oder Radio
  • Schwierigkeiten beim Telefonieren
  • Hyperakusis, eine Geräuschempfindlichkeit gegenüber bestimmten Geräuschen

Gut zu wissen: Sie verspüren häufig Schwindel und leiden an Hörverlust und Tinnitus? Dann haben Sie möglicherweise Morbus Menière.

4. Screening und Hörtest bei Presbyakusis

Da sich der Hörverlust schleichend entwickelt, bemerken viele ältere Personen diesen nicht. Schnelle Abhilfe kann ein Screening schaffen. Die folgenden Fragen stammen aus dem „Hearing Handicap Inventory for the Elderly“, das einige Altersschwerhörigkeit-Symptome abbildet:

  1. Fühlen Sie sich bei Treffen mit anderen Leuten unbehaglich, weil Sie schlecht hören?
  2. Ist es wegen eines Hörproblems frustrierend für Sie, sich mit jemandem aus der Familie zu unterhalten?
  3. Bereitet es Ihnen Hörschwierigkeiten, wenn etwas nur geflüstert wird?
  4. Fühlen Sie sich durch eine Hörstörung im Alltag regelrecht behindert?
  5. Haben Sie bei Besuchen von Freunden, Verwandten oder Nachbarn Hörprobleme?
  6. Gehen Sie wegen Hörproblemen seltener zu religiösen Veranstaltungen, als Sie eigentlich möchten?
  7. Sind Ihre Hörprobleme der Grund für Streit mit anderen Familienmitgliedern?
  8. Haben Sie Schwierigkeiten, beim Fernsehen oder im Radio alles zu hören?
  9. Fühlen Sie sich im Privat- oder sozialen Leben durch irgendeine Hörstörung eingeschränkt?
  10. Wird ein Restaurantbesuch mit Verwandten oder Freunden durch ein Hörproblem erschwert?

Für die Auswertung gilt: Wenn Sie eine Frage mit „ja“ beantworten, werden vier Punkte gezählt, bei „manchmal“ zwei Punkte und bei „nein“ null Punkte. Wenn Sie mehr als zehn Punkte haben, liegt vermutlich eine Hörschwäche vor, die weiterer Abklärung bedarf.

Um eine genaue Einschätzung zu erhalten, sollten Sie unbedingt einen Hörtest absolvieren. Sie können jetzt unseren gratis Online-Hörtest ganz bequem von zuhause aus machen!

Als Ergebnis erhalten Sie bei unserem Hörtest ein Audiogramm. Auffällig an einem Presbyakusis-Audiogramm ist, dass es meist Hörverlust in den hohen Frequenzbereichen anzeigt. Wenn Sie einen leichten oder mittleren Hörverlust haben, empfehlen wir Ihnen direkt im Anschluss für Sie geeignete Hörlösungen.

Presbyakusis-Audiogramm mit Hörgeräten

Das Presbyakusis-Audiogramm zeigt meist einen Hörverlust bei den hohen Frequenzen an. Bildquelle: peakSTOCK

5. Presbyakusis-Diagnose

Wenn Sie Altersschwerhörigkeit-Symptome bei sich wiedererkennen und das Screening und/oder unser Hörtest einen schweren Hörverlust anzeigen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Die Presbyakusis-Diagnose beim Arzt erfolgt nach mehreren Schritten:

  • Anamnese: Im ersten Schritt werden die Krankengeschichte, die derzeitige Medikamenteneinnahme sowie die aktuellen Presbyakusis-Symptome besprochen.
     
  • Körperliche Untersuchung: Im nächsten Schritt erfolgt eine körperliche Untersuchung, wobei der Fokus auf Ohren, Gehör und Nervensystem liegt.
     
  • Tests: Zum Schluss werden verschiedene audiologische Tests und gelegentlich Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt.

6. Altersschwerhörigkeit-Folgen

Es gibt zahlreiche negative Folgen von unbehandelter Altersschwerhörigkeit.

  • Kommunikation: Eine der größten Herausforderungen bei Presbyakusis betrifft die Kommunikation. Da Gesprochenes häufig schwer verstanden werden kann, sprechen schwerhörige Menschen öfters lauter, was auf Unverständnis stoßen kann.
     
  • Kognition: Unbehandelte Altersschwerhörigkeit kann zu einem kognitiven Abbau und Demenz führen. Das ist das Ergebnis mehrerer Meta-Analysen.
     
  • Arbeit: Schwerhörige Menschen haben häufig ein höheres Risiko, arbeitslos zu sein. Zudem haben sie ein geringeres Einkommen und gehen früher in Pension.
     
  • Sozialleben: Da Menschen mit Presbyakusis Gesprächen häufig nicht folgen können, meiden sie Verabredungen. Die Konsequenzen sind soziale Isolation und Einsamkeit.
     
  • Psychische Gesundheit: Soziale Isolation und Einsamkeit wirken sich wiederum negativ auf die Psyche aus. Es treten vermehrt Depressionen, Stress und Angst auf.
     
  • Physische Gesundheit: Weitere Altersschwerhörigkeit-Folgen können Schlafstörungen, Gleichgewichtsstörungen und ein erhöhtes Sturzrisiko sein.
     
  • Beziehungen: Menschen mit Altersschwerhörigkeit erleben vermehrt Kommunikationsschwierigkeiten, Missverständnisse und Konflikte, die zwischenmenschliche Beziehungen belasten können.
     
  • Identität: Altersschwerhörigkeit kann mit Minderwertigkeitsgefühlen und einem geringen Selbstwert zusammenhängen. Betroffene versuchen aufgrund von Vorurteilen ihren Hörverlust zu verbergen und verzichten auf (sichtbare) Hörgeräte, obwohl jene sehr wichtig wären. Mehr dazu erfahren Sie im nächsten Kapitel.

7. Altersschwerhörigkeit-Therapie

7.1. Hörgeräte und assistive Hörsysteme

Wie im letzten Kapitel beschrieben, gibt es zahlreiche negative Folgen von Altersschwerhörigkeit. Es gibt jedoch keine offizielle Presbyakusis-Therapie: Altersbedingte Schwerhörigkeit kann nicht geheilt werden und verschlechtert sich leider im Laufe der Jahre.

Die Verwendung von Hörhilfen kann aber dafür sorgen, dass Sie wieder besser hören können und Ihre Lebensqualität gesteigert wird.

Mann mit Altersschwerhörigkeit trägt ein Hörgerät

Ein Hörgerät ist die effektivste Option zur Verbesserung des Hörvermögens. Bildquelle: Mark Paton

  • Hörgeräte: Hörgeräte bieten neben einer Verbesserung von Hörvermögen und Sprachverständnis weitere Gesundheitsvorteile. So senken sie den kognitiven Verfall und das Risiko für Demenz, Stürze, Einsamkeit, Angstzustände sowie Depressionen und verbessern die Herzgesundheit. Bei traditionellen Hörgeräten ist zwischen In-dem-Ohr-Hörgeräten und Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten zu unterscheiden.
     
  • Moderne Hörgeräte: Viele Menschen mit leichtem oder mittlerem Hörverlust wollen aus den unterschiedlichsten Gründen – sei es Klangqualität, Komfort, Kosten oder Stigma – keine traditionellen Hörgeräte tragen. Eine gute Alternative stellen moderne Hörgeräte wie Self-Fitting-Hörgeräte und Hearables dar, die sich automatisch an das Gehör anpassen und durch hohen Komfort, einfache Anpassung, geringe Kosten, eine moderne Optik und zusätzliche Features überzeugen.
     
  • Implantate: Für Menschen mit starker Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit bieten sich Hörprothesen, beispielsweise Cochlea-Implantate oder Mittelohrimplantate, an.

Neben Hörgeräten gibt es assistive Hörsysteme, sogenannte Assistive Listening Devices (ALDs), die bei Presbyakusis in gewissen Situationen unterstützen können. Diese Hörsysteme sind jedoch lediglich als Unterstützung gedacht und nicht geeignet, Hörgeräte zu ersetzen.

  • Hörverstärker: Diese Geräte machen Geräusche lauter, wodurch man beispielsweise beim Fernsehen besser hören kann.
     
  • FM-Anlagen: Über FM-Anlagen werden Gesprächspartner per Funksignal miteinander verbunden, wodurch man beispielsweise bei Vorträgen und Events besser hören kann.
     
  • Apps: Des Weiteren gibt es Apps für schwerhörige Menschen, beispielsweise zur Audiotranskription und zur Erhöhung der Lautstärke, die den Alltag vereinfachen.

7.2. Tipps für den Alltag

Neben Geräten gibt es auch Verhaltensweisen, die Sie unterstützend in Ihrem Alltag integrieren können, um Ihr Hörvermögen zu erhalten und im Alter nicht schwerhörig zu werden.

  • Ohr frei machen: Durch Ohrenschmalz oder Wasser im Ohr kann Ihr Hörvermögen beeinträchtigt werden. Daher sollten Sie regelmäßig übermäßiges Ohrenschmalz entfernen und gegebenenfalls Wasser im Ohr beseitigen.
     
  • Gesund und ausgewogen ernähren: Es gibt verschiedene Nährstoffe, die positiv auf das Hörvermögen wirken können. Dazu zählen Antioxidantien, B-Vitamine, Vitamin D, Ginkgo biloba, Ginseng, Eisen, Jod, Kalium, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, Selen und Zink. Diese Nährstoffe können Sie über Lebensmittel oder konzentriert über Supplements aufnehmen.
     
  • Auf ungesunde Substanzen verzichten: Sie sollten auf Rauchen und Alkoholkonsum verzichten, da dadurch das Hörvermögen beeinträchtigt werden kann. Zudem sollten Sie über mit ihrem Arzt sprechen, wenn ihr Hörvermögen durch ototoxischen Medikamenten, beispielsweise Antibiotika, Antimalaria-Mittel, Krebsmedikamente oder Entwässerungsmittel, beeinträchtigt ist.
     
  • Auf Lautstärke achten: Da Lärm das Gehör beeinträchtigen kann, sollten Sie Strategien anwenden, mit denen Lärm vermindert werden kann. So können Sie zum Beispiel in lauten Umgebungen einen Gehörschutz wie Ohrstöpsel tragen. Zudem sollten Sie bei lauten Geräuschen, beispielsweise durch Lärm am Arbeitsplatz, Pausen in einer ruhigen Umgebung einlegen.
     
  • Ohren vor Kälte schützen: Häufige Kälteeinwirkung kann das Gehör schädigen. Daher sollten Sie unter 15 Grad Celsius Ihre Ohren bedecken, beispielsweise mit Ohrenwärmern. Wenn Ihre Ohrenbedeckung nass ist, sollten Sie diese mit einer trockenen ersetzen.
     
  • Stress reduzieren: Chronischer Stress kann sich negativ auf das Hörvermögen auswirken. Daher sollten Sie sich regelmäßig entspannen, beispielsweise durch Meditation, Atem-Übungen, achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR), progressive Muskelrelaxation (PMR) und Massagen.
Paar mit Altersschwerhörigkeit geht im Wald spazieren

Regelmäßige Bewegung in der Natur kann sich bei Menschen mit Altersschwerhörigkeit positiv auf Körper und Hörvermögen auswirken. Bildquelle: Magda Ehlers

  • Sport machen: Regelmäßige Bewegung wirkt sich positiv auf den gesamten Körper und somit auch das Hörvermögen aus. Yoga und Spaziergänge in der Natur sind besonders geeignet, da diese gleichzeitig Stress reduzieren können.
     
  • Hörtraining machen: Sie sollten Hörtraining machen, da dadurch Verbesserungen in den Bereichen Sprachverständnis, auditive Aufmerksamkeit, Multitasking, Kommunikation, Lernen, kognitive Fähigkeiten und Lebensqualität erzielt werden können.

8. Tipps im Umgang mit Altersschwerhörigkeit

8.1. Tipps für altersschwerhörige Menschen

Sie sind von altersbedingter Schwerhörigkeit betroffen? Es gibt einige Dinge, die Sie tun können, um sich in der Kommunikation mit hörenden Mitmenschen besser zurechtzufinden.

  • Sie sollten die Altersschwerhörigkeit nicht verheimlichen, sondern offen damit umgehen, damit Ihr Gegenüber Verständnis dafür entwickeln kann.
     
  • Bitten Sie um Wiederholung des Gesagten, wenn Sie etwas nicht verstanden haben, da es sonst zu Missverständnissen kommen kann.
     
  • Treffen Sie sich an ruhigen, gut beleuchteten Orten, damit das Verstehen erleichtert wird und Sie gegebenenfalls von den Lippen ablesen können.
     
  • Setzen Sie sich gegenüber von Ihrem Gesprächspartner, um von den Lippen ablesen zu können, oder platzieren Sie sich so, dass Ihr besser hörendes Ohr ihm zugewandt ist.
     
  • In Gruppen sollten Sie sich zu verständnisvollen Personen gesellen, die deutlich sprechen und Ihnen gern das Gesagte wiederholen.

8.2. Tipps für Angehörige von altersschwerhörigen Menschen

Sie haben ältere Familienmitglieder oder Freunde, die an Presbyakusis leiden? Im Folgenden führen wir einige Tipps an, wie der Umgang mit schwerhörigen Menschen besser gelingen kann.

  • Bleiben Sie freundlich und geduldig und wiederholen Sie gegebenenfalls das Gesagte. Das Verstehen ist keine Willenssache, sondern nur eingeschränkt möglich.
     
  • Sprechen Sie langsam, deutlich, in kurzen und klaren Sätzen und in einer normalen Lautstärke. Schreien hilft bei Presbyakusis nicht weiter.
     
  • Legen Sie immer wieder Pausen beim Reden ein, da das konzentrierte Zuhören für Menschen mit Altersschwerhörigkeit erschöpfend sein kann.
     
  • Setzen Sie natürliche Mimik und Gestik ein, um das Gesagte verständlicher zu machen, aber übertreiben Sie nicht.
     
  • Platzieren Sie sich gegenüber, halten Sie nicht Ihre Hand vor den Mund und verzichten Sie auf Kaugummi oder Zigarette, damit die Person besser von Ihren Lippen ablesen kann.


Es bleibt festzuhalten, dass viele Menschen im Alter aufgrund unterschiedlichster Ursachen schwerhörig werden. Da der Hörverlust schleichend erfolgt, bemerken ihn viele Menschen nicht. Bei Presbyakusis-Symptomen sollte zeitnah ein Hörtest durchgeführt werden. Da Altersschwerhörigkeit zahlreiche negative Folgen hat, sollte man zeitnah mit der Behandlung beginnen. Eine offizielle Presbyakusis-Therapie gibt es zum aktuellen Stand jedoch nicht.

Die effektivste Möglichkeit, um das Hörvermögen zu verbessern, besteht in der Verwendung eines Hörgeräts. Für Menschen mit leichter Schwerhörigkeit gibt es moderne Hörgeräte, die die Nachteile traditioneller Hörgeräte ausgleichen. Zudem können assistive Hörsysteme gewisse Situationen mit Presbyakusis erleichtern.

Darüber hinaus gibt es viele weitere Dinge, die man selbst tun kann, um sein Hörvermögen zu bewahren, beispielsweise das Ohr von übermäßigem Ohrenschmalz und Wasser befreien, sich gesund ernähren, auf ungesunde Substanzen verzichten, die Ohren vor Lärm und Kälte schützen, sich regelmäßig bewegen, Stress reduzieren und Hörtraining machen.