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Schwerhörigkeit: Symptome, Ursachen, Behandlung, Umgang und mehr

Bildquelle: Andrea Piacquadio
Immer mehr Menschen leiden aufgrund unterschiedlichster Ursachen an Schwerhörigkeit. Da diese zahlreiche negative Folgen mit sich zieht, beleuchten wir in diesem Beitrag das Thema von allen Seiten – was Schwerhörigkeit ist, wie häufig diese auftritt, welche Symptome darauf hindeuten, welche Schwerhörigkeit-Ursachen es gibt und was die Folgen sind. Außerdem beschreiben wir, was Sie gegen Schwerhörigkeit tun können – besonders effektiv sind beispielsweise Hearables (eine Art moderner Hörgeräte) – und wie Sie im Alltag besser damit umgehen können.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Schwerhörigkeit-Definition
- 2. Wie viele Menschen sind von Schwerhörigkeit betroffen? (Verbreitung)
- 3. Welche Schwerhörigkeit-Symptome gibt es?
- 4. Wie kommt die Schwerhörigkeit-Diagnose zustande?
- 5. Welche Schwerhörigkeit-Ursachen gibt es?
- 6. Welche Schwerhörigkeit-Folgen gibt es?
- 7. Was tun bei Schwerhörigkeit? (Schwerhörigkeit-Behandlung)
- 8. Wie kann man den Umgang mit Schwerhörigkeit im Alltag erleichtern?
- 9. Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Mit Schwerhörigkeit (Hypakusis) wird ein teilweiser oder vollständiger Hörverlust bezeichnet. Er kann angeboren oder erworben, beidseitig oder einseitig, plötzlich oder schleichend und kurzfristig oder langfristig sein.
- Jeder fünfte Mensch weltweit ist von einem Hörverlust betroffen. Bis 2050 wird jeder vierte Mensch schwerhörig sein.
- Zu den Schwerhörigkeit-Symptomen zählen unter anderem schlechtes Verstehen, Überhören von Geräuschen und Lauterdrehen von Geräten.
- Es gibt zahlreiche Schwerhörigkeit-Ursachen, beispielsweise Vererbung, Ohrenentzündungen, ein ungesunder Lebensstil und Lärm.
- Schwerhörigkeit kann zahlreiche Folgen mit sich ziehen, beispielsweise soziale Isolation, psychische Probleme und kognitiver Abbau.
- Methoden der Schwerhörigkeit-Behandlung umfassen unter anderem Hörgeräte, Hörtrainings, Supplements und diverse Therapien.
- Es gibt viele Tipps, wie der Umgang mit Schwerhörigkeit für Betroffene und Angehörige im Alltag besser gelingen kann, beispielsweise offene Kommunikation über den Hörverlust und Treffen an ruhigen Orten.
1. Schwerhörigkeit-Definition
1.1. Was ist Schwerhörigkeit?
Unter dem Begriff Schwerhörigkeit (Hypakusis) wird ein teilweiser oder vollständiger Hörverlust bzw. eine Hörminderung verstanden. Diese Begriffe werden daher in diesem Blogartikel synonym verwendet.
Der Grad des Hörverlusts wird anhand der Hörschwelle erfasst. Die Hörschwelle ist der niedrigste Schalldruckpegel, den das menschliche Ohr noch wahrnehmen kann. Der Schalldruckpegel (SPL, Sound Pressure Level), gemessen in Dezibel (dB), zeigt, mit welchem Druck Schallwellen auf eine Fläche treffen, in diesem Fall auf das Trommelfell. Einfach ausgedrückt: Je höher der Dezibel-Wert, desto lauter wird der Ton wahrgenommen.
- Bei 0 dB liegt die Hörschwelle von Normalhörenden.
- Bei circa 30 dB findet Flüstern statt.
- Bei circa 60 dB werden Gespräche geführt.
- Ab circa 85 dB kann es bei längerer Einwirkzeit zu Hörschädigungen kommen.
- Bei circa 120 dB liegt die Schmerzschwelle. Ab diesem Wert reichen wenige Sekunden, um das Gehör für immer zu schädigen.
1.2. Welche Schweregrade von Hörverlust gibt es?
Je nach Institution variiert die Unterteilung der Hörverlust-Grade nach Dezibel-Werten.
| Schweregrad | Hörverlust (dB HL) | Beschreibung | Alltagssituation/Hörbeispiele |
| Normales Gehör | Bis 20 dB | Normales Hörvermögen | Leise Gespräche, Blätterrascheln, Uhrenticken werden gehört. |
| Geringgradige Schwerhörigkeit | 21 bis 40 dB | Schwierigkeiten bei leisen Gesprächen oder in geräuschvoller Umgebung | Leise Stimmen oder entfernte Gespräche sind schwer zu verstehen; Sprache in lauter Umgebung ist anstrengend. |
| Mittelgradige Schwerhörigkeit | 41 bis 60 dB | Verständigung ist ohne Hörhilfe oft erschwert | Normale Gespräche werden ohne Hörgerät schwer verstanden, besonders bei Hintergrundgeräuschen. |
| Hochgradige Schwerhörigkeit | 61 bis 80 dB | Nur laute Sprache oder Schreien wird ohne Hörgerät verstanden | Gespräche sind meist nur mit Hörhilfe möglich. |
| An Taubheit grenzende Schwerhörigkeit | Ab 81 dB | Nur sehr laute Geräusche (z. B. Motorsäge) werden noch wahrgenommen. Ab 95 dB werden selbst laute Geräusche nicht mehr wahrgenommen. | Sprachverständnis meist nicht mehr möglich, auch mit Hörhilfe nur eingeschränkt. Ab 95 dB ist Kommunikation oft nur über Lippenlesen, Gebärdensprache oder Cochlea-Implantate möglich. |
Gemäß der Schwerhörigkeit-Definition der WHO hat eine Person, die Töne bis 20 dB noch hören kann, ein normales Gehör. Ab einer Hörschwelle von 20 dB leidet eine Person an Schwerhörigkeit. Die WHO bezeichnet eine Hörschwelle über 35 dB als „einschränkenden Hörverlust“ („disabling hearing loss“): Betroffene Personen werden im Alltag massiv durch die Hörminderung beeinträchtigt und benötigen unbedingt eine Behandlung.
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Schwerhörigkeit kann angeboren sein oder durch biologische, verhaltensbezogene oder umweltbedingte Faktoren ausgelöst werden. Bildquelle: Christian Bowen
- Angeboren oder erworben: Es gibt zahlreiche Ursachen vor und während der Geburt, die zu Schwerhörigkeit führen können. Neben der Genetik spielen auch biologische Faktoren wie Erkrankungen oder Verletzungen, das Verhalten und die Umwelt eine zentrale Rolle. Auf die verschiedenen Schwerhörigkeit-Ursachen wird später im Beitrag vertiefend eingegangen.
- Beidseitig oder einseitig: Neben beidseitiger Schwerhörigkeit kann eine Hörminderung auch auf einem Ohr auftreten: Bei diesem hat eine Person auf dem einen Ohr eine Hörschwelle unter 20 dB und auf dem anderen Ohr eine Hörschwelle über 35 dB. In einer ruhigen Umgebung haben Betroffene Probleme, wenn Geräusche in der Nähe des schlechter hörenden Ohrs auftreten. In lauten Umgebungen kann es zu Schwierigkeiten kommen, an Gesprächen teilzunehmen und Geräusche zu orten.
- Plötzlich oder schleichend: Ein plötzlicher Hörverlust (Hörsturz) kann sich akut innerhalb weniger Stunden entwickeln, beispielsweise durch Kopfverletzungen oder Infektionen. Schwerhörigkeit kann aber auch chronisch sein und sich über Monate oder Jahre verschlechtern. Das bekannteste Beispiel dafür ist Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis).
- Temporär oder dauerhaft: Eine Hörminderung kann temporär auftreten und danach wieder verschwinden, beispielsweise nach einem einzelnen extremen Geräusch wie einem Schuss oder einer Explosion. Dauerhafte Schwerhörigkeit kann beispielsweise aufgrund langfristiger Lärmbelastung über 85 dB ausgelöst werden.
1.4. Welche Schwerhörigkeit-Arten gibt es?
Es gibt verschiedene Schwerhörigkeit-Arten:
- Schallempfindungsschwerhörigkeit: Die Schallempfindungsschwerhörigkeit wird durch Schädigungen des Innenohrs oder des Hörnervs verursacht. Schallsignale werden zwar gut empfangen, sie werden aber anders wahrgenommen, da Frequenzen verloren gehen – am häufigsten hohe Frequenzen (Hochtonschwerhörigkeit). Die Schallempfindungsschwerhörigkeit beeinträchtigt oft das Sprachverständnis und das Klangbild von Tönen.
- Schallleitungsschwerhörigkeit: Bei der Schallübertragungs- oder Schallleitungsschwerhörigkeit wird der Schall aufgrund von Verletzungen des äußeren Gehörgangs, des Trommelfells oder des Mittelohrs nicht richtig an das Innenohr weitergeleitet. Die Schallleitungsschwerhörigkeit beeinträchtigt nicht die Qualität des Gehörten wie das Sprachverständnis und das Klangbild von Tönen, sondern in erster Linie die Lautstärke des Gehörten.
- Kombinierte Schwerhörigkeit: Es kann auch zu einer kombinierten Schwerhörigkeit aus Schallempfindungs- und Schallleitungsschwerhörigkeit kommen. Diese kann durch schwere Kopfverletzungen, chronische Infektionen, genetische Störungen oder Mittelohrentzündungen verursacht werden.
Exkurs: Manchmal liegt das Problem nicht im Ohr selbst, sondern daran, dass das Gehirn die gehörten Töne nicht richtig verarbeitet. Bei der auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) können Betroffene Töne zwar hören, sie jedoch nicht richtig interpretieren oder zuordnen.
2. Wie viele Menschen sind von Schwerhörigkeit betroffen? (Verbreitung)
2.1. Regionen
Laut WHO ist derzeit jeder fünfte Mensch weltweit (1,5 Milliarden Menschen) von einem Hörverlust betroffen. Jeder Dritte leidet davon an einem einschränkenden Hörverlust und benötigt Behandlung.

Jeder fünfte Erwachsene weltweit ist schwerhörig. Bildquelle: entiendoo
Gemäß einer Presseaussendung der WHO soll 2050 bereits jeder vierte Mensch (2,5 Milliarden Menschen) von einem Hörverlust betroffen sein, davon 700 Millionen Menschen von einem einschränkenden Hörverlust. Eine Milliarde junge Erwachsene sind dem Risiko einer dauerhaften Hörminderung aufgrund gesundheitsschädlicher Hörgewohnheiten ausgesetzt.
- Laut WHO-Prognose wird der Anteil an Menschen mit Hörverlust (alle Grade) auf allen Kontinenten kontinuierlich ansteigen. Von 2019 auf 2050 wird das Wachstum in der Region des östlichen Mittelmeers (+149 %) und in Afrika (+ 147 %) am stärksten sein. Danach folgen Südostasien (+ 66%), Amerika (+48 %), Westpazifik (+40 %) und Europa (+ 20 %).
- Der Anteil an Menschen mit mittlerem oder höherem Hörverlust-Grad wird ebenfalls auf allen Kontinenten wachsen. Von 2019 auf 2050 wird das Wachstum in Afrika (+ 143 %) und der Region des östlichen Mittelmeers (+136 %) am stärksten sein. Danach folgen Südostasien (+ 68%), Westpazifik (67 %), Amerika (+37 %), und Europa (+ 25 %).
80 % der Menschen mit einschränkendem Hörverlust leben in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen und haben keinen Zugang zu Behandlungen.
Wie viele Menschen im DACH-Raum an Schwerhörigkeit leiden, ist je nach Quelle unterschiedlich, da den Berechnungen unterschiedliche Schwellenwerte zugrunde liegen und keine offiziellen Erhebungen zu der Anzahl an schwerhörigen Menschen stattgefunden haben.
- Der Deutscher Schwerhörigenverbund schätzt die Anzahl der hörbeeinträchtigen Personen auf 19 % geschätzt, was derzeit rund 15 Millionen Menschen entspricht.
- Laut dem Österreichischen Schwerhörigenbund Dachverband gibt es in Österreich zwischen 1,6 und 1,75 Millionen schwerhöriger Menschen, was näherungsweise den Prozentwerten in Deutschland entspricht.
- Das Schweizer Gesundheitsobservatorium Obsan schreibt, dass rund 8 % der Menschen hörbeeinträchtigt sind.
2.2. Geschlecht und Alter
Gemäß dem World Report on Hearing der WHO sind Männer anfälliger für eine Hörminderung als Frauen, da Männer häufiger lärmbelastenden Tätigkeiten nachgehen und das Hormon Östrogen das Hörvermögen von Frauen positiv beeinflusst.
Es wird geschätzt, dass 42 % der Menschen mit Hörverlust (alle Grade) über sechzig Jahre alt sind; dementsprechend sind 58 % der schwerhörigen Menschen (alle Grade) unter sechzig Jahre alt – eine größere Zahl an jungen Menschen, als oft vermutet wird.
Je älter Personen sind, desto eher leiden sie an Schwerhörigkeit mittleren oder schweren Grades: Während weltweit durchschnittlich 15 % der 60- bis 69-Jährigen an Schwerhörigkeit leiden, sind es 58 % bei den über 90-Jährigen.

Zu den häufigsten Schwerhörigkeit-Symptomen zählen Verständigungsschwierigkeiten beim Telefonieren. Bildquelle: Karolina Grabowska
- Schlecht verstehen: Sie verstehen Gesprächspartner kaum – sowohl vor Ort als auch am Telefon oder bei Online-Meetings. Deswegen bitten Sie öfter um Wiederholung des Gesagten, wobei Sie eine langsame und klare Aussprache bevorzugen.
- Geräusche überhören: Sie überhören öfter Geräusche, insbesondere höhere Töne wie Kinder- oder Frauen- Stimmen, Türklingel oder Vogelgezwitscher, und verstehen öfter Wörter falsch, insbesondere wegen ähnlich klingender Konsonanten.
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- Hintergrundgeräusche lauter hören: Sie nehmen Hintergrundgeräusche lauter wahr, wodurch Sie insbesondere Gesprächen in lauten Umgebungen wie in Restaurants, Cafés oder Bars nur schwer folgen können.
- Lautstärke aufdrehen: Da Sie schlecht verstehen oder gedämpft hören, stellen Sie Fernseher, Radio oder Musik häufig häufig lauter, worüber sich Ihre Mitmenschen bei Ihnen beschweren.
Gut zu wissen: Sie können beim Fernsehen, bei Online-Meetings oder in Restaurants schlecht verstehen? Bei entiendoo gibt es eigene Blogartikel dazu, wie Sie beim Fernsehen besser hören können, sowie Blogartikel mit Tipps für Online-Meetings und ruhigen Cafés und Restaurants.
- Psychische Probleme haben: Es kommt vor, dass Sie sich nervös, reizbar, schreckhaft, erschöpft, ängstlich und depressiv. Außerdem treten Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen bei Ihnen auf.
- Physische Probleme haben: Sie leiden manchmal an Druck auf den Ohren, Kopf- und Ohrenschmerzen, Problemen im Halswirbelbereich, Schwindel- und Gleichgewichtsproblemen, Hyperakusis (Geräuschempfindlichkeit) und Tinnitus (Ohrgeräusche).
Gut zu wissen: Sie sind von Tinnitus, Schlafstörungen oder Ohrenschmerzen betroffen? In Blogartikeln von entiendoo zu Tinnitus-Behandlung, Schlafen mit Hörverlust und Tinnitus und Hausmitteln gegen Ohrenschmerzen werden Ihnen einige Tipps an die Hand gegeben.
4. Wie kommt die Schwerhörigkeit-Diagnose zustande?
Die Schwerhörigkeit-Diagnose beim Arzt erfolgt in mehreren Schritten:
- Anamnese: Zu Beginn wird über die Krankengeschichte sowie die derzeit auftretenden Schwerhörigkeit-Symptome gesprochen.
- Körperliche Untersuchung: Es folgt eine körperliche Untersuchung, wobei primär Ohren und Gehör untersucht werden.
- Tests: Abschließend werden verschiedene audiologische Tests, allen voran ein Hörtest, sowie gelegentlich Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt.
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5. Welche Schwerhörigkeit-Ursachen gibt es?
Hörverlust kann durch eine Vielzahl von genetischen, biologischen, verhaltensbezogenen und umweltbedingten Faktoren verursacht werden. Folgend zählen wir einige wichtige Schwerhörigkeit-Ursachen für Sie auf.
- Genetik: Es gibt zahlreiche Umstände vor und während der Geburt, die zu Schwerhörigkeit des Kindes führen können, beispielsweise diverse Syndrome (z. B. Usher-Syndrom), Infektionen der Mutter (z. B. Syphilis), Sauerstoffmangel während der Geburt und ein niedriges Geburtsgewicht.
- Biologie: Im höheren Alter lässt das Gehör häufig nach. Des Weiteren gibt es zahlreiche Krankheiten, die eine Hörminderung verursachen können, beispielsweise Ohrenentzündungen, chronische Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Otosklerose, Ohrtumore und Morbus Menière. Auch Kopfverletzungen (z. B. Gehirnerschütterung) und Ohrverletzungen (z. B. Loch im Trommelfell) können zu Hörverlust führen.
- Verhalten: Ohrenschmalz oder Wasser im Ohr können zu einer vorübergehenden Hörminderung führen. Auch Alkohol, Rauchen, ototoxische Medikamente und ungesunde Ernährung können Schwerhörigkeit-Ursachen sein. Schlechtes Hören durch Stress ist ebenfalls keine Seltenheit.
- Umwelt: Wenn man über einen längeren Zeitraum lauten Geräuschen oder über einen kurzen Zeitraum sehr lauten Geräuschen ausgesetzt ist, kann dies zu Lärmschwerhörigkeit führen. Auch ototoxische Chemikalien am Arbeitsplatz können das Hörvermögen beeinträchtigen, beispielsweise bei der Herstellung von Booten, Metallerzeugnissen und Lederwaren.
Gut zu wissen: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Lärm vermindert werden kann. Stellt Lärm am Arbeitsplatz für Sie eine Belastung dar, helfen Kopfhörer mit Noise-Cancelling oder ein Gehörschutz dabei, Lärm zu reduzieren und das Hörvermögen zu schützen.

Ototoxische Chemikalien und Lärm am Arbeitsplatz sind potenzielle Schwerhörigkeit-Ursachen. Bildquelle: Swastik Arora
6. Welche Schwerhörigkeit-Folgen gibt es?
Es gibt zahlreiche Konsequenzen, die bei einer ausbleibenden Behandlung von Schwerhörigkeit auftreten können. Im Folgenden beschreiben wir einige Schwerhörigkeit-Folgen im Überblick.
- Kommunikation: Die größte Herausforderung für Menschen mit unbehandelter Schwerhörigkeit ist die Aufrechterhaltung der Kommunikation mit ihrem Umfeld. Das Ausmaß des Problems reicht von Schwierigkeiten beim Verstehen leiser Sprache bis hin zum Überhören von Alarmtönen.
- Identität: Schwerhörigkeit ist oft mit Minderwertigkeitsgefühlen und einem geringen Selbstwert verbunden. Betroffene versuchen oft aufgrund von Vorurteilen und altersbezogenen Stereotypen ihre Beeinträchtigung zu verbergen und verzichten auf (sichtbare) Hörgeräte.
- Beziehungen: Wenn Eltern oder Kinder an Schwerhörigkeit leiden, wird der Beziehungsaufbau aufgrund mangelnder Kommunikation erschwert. Bei Erwachsenen kann eine Hörminderung zu Kommunikationsschwierigkeiten, Missverständnissen und Konflikten führen. Die Auswirkungen gelten sowohl für die Person mit Hörverlust als auch für ihre Gesprächspartner.
- Sozialleben: Da Personen Gesprächen aufgrund ihrer Schwerhörigkeit nicht folgen können, meiden sie oftmals potenziell unangenehme Situationen: Die Folgen sind soziale Isolation und Einsamkeit, besonders bei Frauen und älteren Menschen an Orten, wo der Zugang zu Hörversorgung begrenzt ist. Soziale Isolation und Einsamkeit wirken sich wiederum negativ auf die psychische Gesundheit aus.
- Psychische Gesundheit: Schwerhörigkeit und Psyche beeinflussen einander stark. So leiden Menschen mit Hörverlust häufiger an Depressionen und haben eine geringere Lebensqualität als Menschen mit normalem Hörvermögen. Stress, soziale Isolation sowie Angstgefühle treten häufig auf, während Gesprächspartner oft Frustration und Ärger erleben.
- Sprachentwicklung: Kinder mit Schwerhörigkeit leiden oft unter einer verzögerten Sprachentwicklung, die sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen kann. Selbst leichte Hörverluste beeinflussen die Sprachentwicklung negativ. Frühe Interventionen, idealerweise vor dem sechsten Lebensmonat, sind entscheidend für bessere Sprach- und Entwicklungsresultate.
- Kognition: Sprachmangel kann kognitive Entwicklungsverzögerungen bei Kindern verursachen, die durch eine frühzeitige Schwerhörigkeit-Behandlung vermeidbar sind. Die Auswirkungen von einer Hörminderung auf die Kognition sind aber nicht auf Kinder beschränkt, sondern sind auch bei Erwachsenen zu beobachten. Schwerhörigkeit ist der größte vermeidbare Risikofaktor für altersbedingte Demenz.
- Ausbildung: Schwerhörigkeit kann ohne zeitnahe Intervention zu schlechteren schulischen Leistungen, verzögerter akademischer Entwicklung, höherer Schulabbruchquote und geringerer Wahrscheinlichkeit für eine höhere Bildung im Vergleich zu gut hörenden Gleichaltrigen führen.
- Arbeit: Studenten mit Hörverlust zeigen oft einen Mangel an beruflicher Planung und Entscheidungsfindung, die für den Erfolg am Arbeitsplatz erforderlich sind. Erwachsene mit Schwerhörigkeit haben ein erhöhtes Risiko, arbeitslos zu sein. Zudem verdienen sie weniger und gehen früher in Pension.
- Physische Gesundheit: Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsschwäche, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Kopfschmerzen sind weitere Schwerhörigkeit-Folgen. Des Weiteren ist das Sturzrisiko von Personen mit einer Hörminderung um ein Vielfaches höher.

Inzwischen gibt es moderne Hörgeräte, die zu Hause komplett ohne Hörakustiker an das Ohr und die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können. Bildquelle: klebercordeiro
- Hörgeräte: Hörgeräte sind die effektivste Möglichkeit, um Schwerhörigkeit auszugleichen. Wichtig zu wissen ist, dass es nicht nur traditionelle Hörgeräte gibt, sondern auch Hearables (eine Art moderner Hörgeräte), die optisch Earbuds ähneln und komfortabler, einfacher in der Handhabung und günstiger sind.
- Implantate: Wenn Personen so stark schwerhörig oder gehörlos sind, dass Hörgeräte nicht mehr nützen, werden Implantate operativ eingesetzt, beispielsweise Cochlea-Implantate. Anstelle der Schallverstärkung von Hörgeräten vermitteln Cochlea-Implantate das Gefühl von Schall, indem sie den Hörnerv stimulieren.
- Hörtrainings: Beim Hörtraining wird beispielsweise geübt, die Richtung von Geräuschen zu erkennen, sich auf bestimmte Töne zu konzentrieren und verschiedene Tonhöhen zu unterscheiden. Hörtraining kann viele Lebensbereiche verbessern, zum Beispiel Sprachverständnis, Kommunikation und Multitasking.
- Apps: Es gibt verschiedene Apps, die den Alltag von schwerhörigen Menschen vereinfachen können. So gibt es Apps, die Sprache in Text umwandeln können, wodurch schwerhörige Menschen Gespräche mitlesen oder Filme mit Untertiteln sehen können. Außerdem können manche Apps Geräusche verstärken und Telefonate erleichtern.
- Entspannungstechniken: Da Stress eine Schwerhörigkeit-Ursache sein kann, können Entspannungstechniken hilfreich sein, beispielsweise Meditation, Atemübungen, achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR), Yoga, Tai-Chi, Qigong, progressive Muskelrelaxation (PMR), autogenes Training und Biofeedback.
- Supplements: Supplements (Nahrungsergänzungsmittel), die Sie auch bei entiendoo erwerben können, können gegen Schwerhörigkeit begleitend unterstützen. Beispiele dafür sind Supplements mit den Vitaminen A, B, C, D und E sowie Coenzym Q10, Eisen, Ginkgo biloba, Ginseng, Jod, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, Selen, Vinpocetin und Zink.
- Gesunder Lebensstil: Wie bereits im Kapitel der Schwerhörigkeit-Ursachen beschrieben, spielen auch Verhalten und Umwelt für das Hörvermögen eine zentrale Rolle. Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, der Verzicht auf Alkohol, Rauchen und ototoxische Medikamente, der Schutz vor Lärm sowie die Reinigung des Ohrs können das Hörvermögen verbessern.
- Therapien: Wie bei den Schwerhörigkeit-Symptomen angeführt, kann Schwerhörigkeit mit psychischen oder physischen Problemen einhergehen. Daher können Selbsthilfegruppen, Psychotherapie oder Physiotherapie hilfreich sein. Logopädie kann in Anspruch genommen werden, um die Kommunikationsfähigkeit zu trainieren.
- Medikamente: In manchen Fällen der Schwerhörigkeit können auch Medikamente eingesetzt werden, beispielsweise Antibiotika bei Ohrenentzündungen und Kortikosteroide, um Schwellungen in den Haarzellen der Cochlea zu verringern. Bitte besprechen Sie die Einnahme von Medikamenten immer vorab mit Ihrem Arzt.
- Operationen: Bei verschiedenen medizinischen Beschwerden, beispielsweise Otosklerose, Verletzungen des Trommelfells oder Ohrtumoren, kann ein operativer Eingriff notwendig sein. Des Weiteren gibt es neue medizinische Ansätze wie die Stammzellentherapie, die beschädigte Haarzellen im Innenohr reparieren und Hörverlust rückgängig machen soll.
- Alternative Therapien: Manche Menschen bevorzugen alternative Therapiemethoden zur Behandlung von Schwerhörigkeit, beispielsweise Akupunktur und Massagen.

Es gibt zahlreiche Ansätze zur Schwerhörigkeit-Behandlung, darunter auch alternative Therapien wie Akupunktur. Bildquelle: Alma Thai
Gut zu wissen: Viele dieser Ansätze wirken auch bei der Tinnitus-Behandlung. Dazu gibt es bei entiendoo einen eigenen Blogartikel.
8. Wie kann man den Umgang mit Schwerhörigkeit im Alltag erleichtern?
8.1. Tipps für schwerhörige Menschen
Es gibt einige Dinge, die Sie tun können, um sich den Alltag mit Schwerhörigkeit zu erleichtern.
- Seien Sie offen in Ihrem Umgang mit Schwerhörigkeit. Es ist kein Makel, schwerhörig zu sein. Tragen Sie Ihre Hörgeräte sichtbar und machen Sie Ihren Gesprächspartner auf Ihre Hörminderung aufmerksam, damit Ihr Gesprächspartner darauf Rücksicht nehmen und mit Verständnis reagieren kann.
- Erklären Sie Ihrem Gesprächspartner, wie der Umgang mit schwerhörigen Menschen am besten gelingen kann. Viele Menschen denken, dass sie schreien müssen, um von schwerhörigen Menschen verstanden zu werden. Erklären Sie, dass langsames, deutliches Sprechen in normaler Lautstärke ideal ist.
- Sprechen Sie so, wie Sie es gern von Ihrem Gesprächspartner hätten. Es kann vorkommen, dass Ihr Gesprächspartner auf Ihre Hörminderung vergisst. Wenn Sie selbst langsam und deutlich sprechen, kann sich dies auf Ihren Gesprächspartner übertragen und seinen Umgang mit Schwerhörigkeit verbessern.
- Täuschen Sie nicht vor, etwas verstanden zu haben, sondern bitten Sie um Wiederholung. Ansonsten kann es zu Missverständnissen und Konflikten kommen, weil Ihr Gesprächspartner denken könnte, Sie würden nicht zuhören und hätten kein Interesse an ihm bzw. der Unterhaltung.
- Achten Sie im Umgang mit Schwerhörigkeit auf eine Umgebung, die Ihrem Hörverlust entgegenkommt. Suchen Sie im Internet nach ruhigen Lokalen. Zudem sollte der Ort gut beleuchtet sein, damit Sie von den Lippen ablesen können. Ein Fenster- oder Eckplatz bietet sich oft an.
- Platzieren Sie sich so, dass Sie Ihren Gesprächspartner gut verstehen können. Setzen Sie sich gegenüber von Ihrem Gesprächspartner, um Mimik besser erkennen und von den Lippen ablesen zu können. Alternativ sollten Sie so sitzen, dass Sie Ihrem Gesprächspartner Ihr besser hörendes Ohr zuwenden können.
- Halten Sie sich in Gruppen an Personen, die Ihnen das Gesagte wiederholen. Wenn Sie in einer Gruppe nicht dem Gespräch folgen können, wiederholen Sie in eigenen Worten das, was Sie verstanden haben. Dann wissen die anderen Personen, wo sie ansetzen können. Auch Humor hilft im Umgang mit Schwerhörigkeit.
8.2. Tipps für Angehörige von schwerhörigen Menschen
Wenn Sie Personen kennen, die schwerhörig sind, und Kommunikation zwischen Ihnen erleichtern wollen, könnten Ihnen die folgenden Tipps weiterhelfen.

Es ist wichtig, deutlich und ruhig mit schwerhörigen Menschen zu kommunizieren und natürliche Gestik und Mimik einzusetzen. Bildquelle: Christina @ wocintechchat.com
- Sprechen Sie im Umgang mit schwerhörigen Menschen langsam, deutlich, ruhig und in einer normalen Lautstärke. Schwerhörigkeit hat nicht immer mit der Lautstärke zu tun und die Hörgeräte sind von der Lautstärke oft passend eingestellt. Zudem reagieren schwerhörige Menschen häufig empfindlich auf laute Geräusche.
- Bilden Sie kurze, klare Sätze mit gebräuchlichen Worten. Längere, komplizierte Sätze mit vielen Eigennamen erschweren das Verständnis. Wenn ein Wort nicht verstanden wird, sollten Sie es aufschreiben. Auch wichtige Informationen wie Termine, Adressen und Namen sollten notiert werden.
- Legen Sie im Umgang mit hörgeschädigten Menschen immer wieder Pausen beim Reden ein. Schwerhörige Menschen müssen sich bei Gesprächen stark konzentrieren und sind dadurch schneller erschöpft. Daher sollten Sie immer wieder Pausen im Gespräch einlegen und auch in den Pausen auf Smalltalk verzichten.
- Bleiben Sie geduldig, wenn die schwerhörige Person nicht wie erwartet reagiert. Das fehlende Verständnis hat nichts damit zu tun, dass schwerhörige Menschen nicht zuhören wollen, sondern es nur eingeschränkt können. Im Umgang mit Schwerhörigkeit sollten Vorwürfe und Auslachen unbedingt vermieden werden.
- Seien Sie verständnisvoll, wenn die schwerhörige Person Sie nicht wahrnimmt oder nicht auf Sie reagiert. Nähern Sie sich bei einem Treffen am besten von vorne, damit sich die Person nicht erschreckt. Durch Blickkontakt können Sie herausfinden, ob die schwerhörige Person auf Sie aufmerksam geworden ist.
- Nutzen Sie natürliche Mimik, Gestik und Körpersprache, um das Gesagte zu unterstreichen. Zu einem achtsamen Umgang mit Schwerhörigkeit zählt die Zuwendung zu der Person und Blickkontakt, damit die schwerhörige Person weiß, dass Sie mit ihr sprechen und sie gegebenenfalls von den Lippen ablesen kann.
- Ermöglichen Sie es, von Ihren Lippen abzulesen. Das hilft schwerhörigen Menschen beim Verständnis. Zu einem rücksichtsvollen Umgang mit Schwerhörigkeit gehört daher, sich beim Reden nicht von der schwerhörigen Person abzuwenden, nicht zu essen oder zu rauchen und nicht die Hand vor Ihren Mund zu halten.
- Überlassen Sie schwerhörigen Menschen die Wahl des Treffpunkts. Oft kennen schwerhörige Menschen ruhige Lokale, die die Kommunikation zwischen Ihnen erleichtert. Zeigen Sie auch bei der Platzwahl Verständnis: Die schwerhörige Person weiß meistens am besten, wie sie sitzen muss, um Sie am besten zu verstehen.
- Integrieren Sie die schwerhörige Person in Gruppengespräche. Schwerhörige Menschen fühlen sich oft aus Gesprächen ausgeschlossen. Zu einem einfühlsamen Umgang mit Schwerhörigkeit gehört, immer wieder nachzufragen, ob alles verstanden wurde, und das Gesagte – auch humorvolle Pointen – zu wiederholen.
- Achten Sie auf einen besseren Umgang mit Schwerhörigkeit in Gruppen. Dafür sollten Sie andere Personen sensibilisieren. Die Gesprächsteilnehmer sollten möglichst hintereinander und nicht alle durcheinander sprechen. In formelleren Umgebungen empfiehlt es sich, einen Sprechstab oder -ball einzusetzen.
9. Fazit
Es bleibt festzuhalten, dass Schwerhörigkeit in den unterschiedlichsten Formen auftreten und durch verschiedenste Ursachen ausgelöst werden kann. Aufgrund der zahlreichen negativen Schwerhörigkeit-Folgen ist es wichtig, bei Symptomen oder bereits zur Prävention einen Online-Hörtest zu absolvieren und sich mit den verschiedenen Behandlungsoptionen auseinanderzusetzen.
Hörgeräte stellen die effektivste Behandlungsoption gegen Schwerhörigkeit dar. entiendoo bietet eine große Auswahl an Hearables (eine Art moderner Hörgeräte). Darüber hinaus können Hörtrainings, Entspannungstechniken, Supplements, ein gesunder Lebensstil und diverse Therapien begleitend unterstützen. Je mehr Sie ausprobieren, desto besser! Dadurch können Sie Ihr Hörvermögen langfristig verbessern und Ihre Lebensqualität steigern.
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