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Besser hören ohne Hörgerät: Tipps, um das Hörvermögen zu verbessern

Bildquelle: Bruno Thethe
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Ohrenschmalz und Wasser im Ohr können zu einem temporären Hörverlust führen. Das Ohr von Ohrenschmalz und Wasser zu befreien, kann helfen, wieder besser hören zu können.
- Eine ausgewogene Ernährung, insbesondere mit fettem Fisch, grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten, Eiern, Nüssen und Samen, kann das Hörvermögen verbessern.
- Viele Menschen bevorzugen Hausmittel für besseres Hören. Ein beliebtes Hausmittel in diesem Kontext ist Knoblauch. Wissenschaftliche Studien gibt es hierzu jedoch nicht.
- Um besser hören zu können, sollte auf Rauchen, Alkohol und andere ototoxische Stoffe verzichtet werden.
- Sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Freizeit sollte immer auf die Lautstärke geachtet werden. Gehörschutz, Einhaltung einer Maximallautstärke und Hörpausen können hierbei helfen.
- Bei kalten Temperaturen sollten die Ohren mit Ohrenwärmer, Mütze, Stirnband, Schal oder Kapuze vor der Kälte geschützt werden, um Infektionen und Hörverlust vorzubeugen.
- Stress zu reduzieren, kann helfen, wieder besser hören zu können. Hierbei können unter anderem Entspannungsverfahren, ein gesunder Lebensstil und Unterstützung durch andere Personen helfen.
- Sport hilft dem ganzen Körper, auch den Ohren. Allen voran Yoga-Übungen werden empfohlen, um wieder besser hören zu können.
- Durch Hörtraining kann man besser hören lernen. So kann man beispielsweise üben, in lauten Umgebungen zu kommunizieren und so viele Geräusche wie möglich wahrzunehmen.
- Es ist wichtig, offen mit Hörverlust umzugehen und mit seinem Umfeld darüber zu sprechen. So kann Kommunikation wieder besser gelingen.
- Hörgeräte bieten zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Inzwischen gibt es moderne Self-Fitting-Hörgeräte und Hearables, die an Earbuds erinnern und über zahlreiche Funktionalitäten verfügen.
Tipp 1: Ohrenschmalz und Wasser aus Ohr entfernen

Oft reicht eine Ohrspülung aus, um wieder besser hören zu können. Bildquelle: DuxX
Es kann vorkommen, dass man aufgrund von Ohrenschmalz schlechter hört. Um wieder besser hören zu können, sollte man das Ohrenschmalz entfernen. Dies ist üblicherweise kein großer Aufwand und durch viele Methoden zuhause oder bei einem HNO-Arzt machbar, beispielsweise durch eine Ohrspülung, Ohrensprays, Ohrentropfen und diverse Hausmittel.
Ein temporärer Hörverlust kann auch auftreten, wenn sich Wasser im Ohr befindet, beispielsweise nach dem Schwimmen oder Duschen. Um wieder besser hören zu können und Infektionen vorzubeugen, sollte dieses schnellstmöglich entfernt werden. Hierfür können Sie beispielsweise mit der flachen Hand auf dem Ohr einen Unterdruck erzeugen oder den Kopf neigen und am Ohrläppchen ziehen.
Gut zu wissen: Egal ob Ohrenschmalz oder Wasser im Ohr ist – bitte verwenden Sie nie Wattestäbchen oder andere spitze Gegenstände zur Entfernung, da dadurch das Problem häufig nur verschlimmert wird und sogar Verletzungen entstehen können.
Tipp 2: Besser hören durch ausgewogene Ernährung

Es gibt verschiedene Lebensmittel wie Lachs, Walnüsse und Eier, die für besseres Hören förderlich sind. Bildquelle: JulijaDmitrijeva
Eine gesunde Ernährung ist wichtig, um das Risiko von Schwerhörigkeit zu senken. Forschungsergebnisse legen nahe, dass insbesondere Antioxidantien, B-Vitamine, Vitamin D, Ginkgo biloba, Ginseng, Eisen, Jod, Kalium, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, Selen und Zink das Hörvermögen verbessern können. Diese Nährstoffe können über geeignete Supplements oder Lebensmittel aufgenommen werden.
Wenn Sie besser hören wollen, aber nicht wissen, in welchem Bereich Sie einen Nährstoffmangel haben, könnten besonders die folgenden fünf Lebensmittel dienlich sein. Diese enthalten nahezu alle genannten Nährstoffe.
- Fetter Fisch wie Lachs: Lachs ist unter anderem reich an B-Vitaminen, Vitamin D, Kalium, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren und Selen.
- Grünes Blattgemüse wie Spinat: Spinat enthält unter anderem Antioxidantien, B-Vitamine, Eisen, Kalium, Magnesium und Zink.
- Hülsenfrüchte wie Linsen: Linsen beinhalten viele wichtige Nährstoffe, darunter B-Vitamine, Eisen, Kalium und Magnesium.
- Nüsse und Samen wie Walnüsse: Walnüsse sind eine reichhaltige Quelle von vielen Nährstoffen, darunter Magnesium, Omega-3-Fettsäuren und Zink.
- Tierische Produkte wie Eier: In Eiern kommen unter anderem B-Vitamine, Vitamin D, Eisen, Selen und Zink vor.
Tipp 3: Durch Hausmittel besser hören

Ein beliebtes Hausmittel für besseres Hören ist Knoblauch. Bildquelle: Matthew Pilachowski
Knoblauch ins Ohr, um besser hören zu können – klingt verrückt? Viele Menschen schwören auf dieses Hausmittel, um ihr Hörvermögen zu verbessern. Die Anwendung ist jedoch umstritten, nicht durch Studien belegt und sollte vorab mit einem Arzt abgeklärt werden.
Warum Knoblauch?
- Knoblauch enthält für das Gehör wichtige Nährstoffe wie Antioxidantien, B-Vitamine, Eisen, Kalium und Magnesium, die bereits oben bei der Ernährung angeführt wurden. Ob diese Nährstoffe direkt über das Ohr aufgenommen werden können, ist jedoch äußerst fraglich.
- Kaum einem Gemüse werden so viele gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. So soll Knoblauch beispielsweise gegen Bakterien und Pilze helfen und hohe Blutfette senken.
Welche Anwendungsformen gibt es?
Manche Menschen mischen eine Tinktur aus Knoblauch und Olivenöl, andere verwenden direkt den Knoblauch im Ohr. Wissenschaftliche Belge für eine Wirkung auf das Gehör gibt es jedoch nicht. Da eine unmittelbare Anwendung im Ohr mit Risiken verbunden sein kann, raten wir dringend dazu, dieses Vorgehen mit einem Arzt abzuklären.
Tipp 4: Auf ungesunde Substanzen verzichten

Forschungsergebnisse legen nahe, dass man durch den Verzicht auf Rauchen und Alkohol besser hören könnte. Bildquelle: lil artsy
Es gibt viele Substanzen, die für das Hörvermögen schädlich sind. Durch den Verzicht auf diese Substanzen kann man gemäß verschiedenen Forschungsergebnissen das Hörvermögen verbessern.
- So konnte in einer Meta-Analyse von 18 Studien gezeigt werden, dass der Konsum von Alkohol mit Hörverlust zusammenhängt.
- Auch zwischen Rauchen und Hörverlust besteht ein Zusammenhang. Dies war das Ergebnis einer Meta-Analyse von 15 Studien.
- Im World Report on Hearing der WHO wird zudem auf Medikamente hingewiesen, die das Gehör schädigen. Zu den ototoxischen Medikamenten zählen unter anderem Antibiotika (zum Beispiel Gentamycin), Antimalaria-Mittel (zum Beispiel Chinin), Krebsmedikamente (zum Beispiel Cisplatin) und Entwässerungsmittel (zum Beispiel Furosemid).
- Im WHO-Bericht wird zudem auf die negativen Auswirkungen von ototoxischen Chemikalien am Arbeitsplatz hingewiesen, beispielsweise bei der Herstellung von Booten, Metallerzeugnissen und Lederwaren. Arbeiter sollten daher über angemessene Schutzbekleidung verfügen.
Tipp 5: Auf Lautstärke achten

In lauten Umgebungen sollte man stets einen geeigneten Gehörschutz oder Ohrstöpsel tragen, um die Ohren zu schützen. Bildquelle: Ivan Samkov
Ein weiterer Faktor, der berücksichtigt werden sollte, ist die Lautstärke. Eine konstante Lärmbelastung, beispielsweise durch Lärm am Arbeitsplatz oder im Privatleben, kann zu Lärmschwerhörigkeit führen. Bei sehr lauten Geräuschen reichen sogar wenige Sekunden aus, um das Gehör für immer zu schädigen. Daher lohnt es sich, immer und überall auf die Lautstärke zu achten und zu lernen, wie Lärm vermindert werden kann, wenn man langfristig besser hören will.
Um zu beurteilen, wie laut man welchen Geräuschen wie lang ausgesetzt sein sollte, kann eine Dezibel-Skala hilfreich sein. Laut dem Safe-Listening-Leitfaden der WHO kann man Geräusche mit achtzig Dezibel vierzig Stunden pro Woche ohne Probleme anhören, Geräusche mit neunzig Dezibel aber nur noch vier Stunden pro Woche.
Im folgenden Abschnitt finden Sie einige Tipps, die im Alltag umgesetzt werden sollten, um sicheres Hören ohne langfristigen Hörverlust zu gewährleisten.
- Wenn Sie in einer lauten Arbeitsumgebung wie einer Baustelle arbeiten, sollten Sie unbedingt einen Gehörschutz tragen und den Arbeitstätigkeiten möglichst weit entfernt von der Lärmquelle nachgehen.
- In Clubs, bei Sportveranstaltungen oder auf Konzerten sollten Sie sich von Lautsprechern fernhalten und Ohrstöpsel tragen.
- Wenn Sie in einer lauten Umgebung Musik hören möchten, beispielsweise in einem Flugzeug, sollten Sie auf Noise-Cancelling-Kopfhörer setzen, anstatt die Musik zu laut zu drehen.
- Wenn Sie oft Kopfhörer tragen (Meetings, Musikhören, Gaming), sollten Sie darauf achten, die Lautstärke ihrer Kopfhörer unter sechzig Prozent der Maximallautstärke zu halten.
- Sie sollten die Lautstärke von Kopfhörern durch Apps regelmäßig tracken. Viele Smartphones und Apps verfügen bereits über diese Funktion.
- Sie sollten Kopfhörer und auch Hörgeräte regelmäßig reinigen, jedoch ohne Flüssigkeit und sanft mit einem Tuch, da Ohrenschmalz die Klangqualität beeinträchtigen kann.
- Wenn Sie lange in einer lauten Umgebung waren, sollten Sie Pausen in einer ruhigen Umgebung einlegen. So könnten Sie beispielsweise nach jeder Stunde eine zehnminütige Ruhepause machen.
Tipp 6: Ohren vor Kälte schützen

Bei kalten Temperaturen sollten die Ohren geschützt werden, da es sonst zu Infektionen und Hörverlust kommen kann. Bildquelle: Ashim D`Silva
Wenn Sie langfristig besser hören wollen, sollten Sie Ihre Ohren nicht nur vor Lärm schützen, sondern auch vor Kälte. Da die Ohren hauptsächlich aus Knorpel bestehen und kaum schützendes Fett haben, werden sie schneller kalt als andere Körperteile. Daher fühlt es sich im Winter bereits nach wenigen Minuten so an, als ob die Ohren mit Eis bedeckt wären.
Um häufiger Kälteeinwirkung entgegenzuwirken, kann der Körper mit verstärktem Knochenwachstum im Gehörgang reagieren. Dieses Wachstum wird Exostose oder Surfer-Ohr genannt, da Surfer längere Zeit im kalten Wasser verbringen und häufig an dieser Erkrankung leiden. Auch Skifahrer, Snowboarder und Menschen, die in einer kalten Umgebung arbeiten, sind häufig davon betroffen.
Der Körper versucht zwar, durch das Knochenwachstum die Ohren zu schützen, das Gegenteil ist jedoch der Fall: Das Knochenwachstum verengt den Gehörgang und erschwert den Abfluss von Wasser, Schmutz und Ohrenschmalz. Dies kann zu Infektionen und Hörverlust führen.
Wenn Ihnen besseres Hören wichtig ist, sollten Sie daher bei kalten Temperaturen – unter 15 Grad Celsius – Ihre Ohren bedecken, beispielsweise mit Ohrenwärmer, Mütze, Stirnband, Schal oder Kapuze. Wenn die Ohrenbedeckung nass wird, sollte sie unbedingt ausgewechselt oder getrocknet werden, da Feuchtigkeit im Ohr zu Infektionen führen kann. Alternativ können Sie bereits im Vorhinein auf einen wasserdichten Ohrenschutz setzen.
Tipp 7: Besser hören durch Stressreduktion

Sport in der Natur zu machen hilft, Stress zu reduzieren, was das Hörvermögen verbessern kann. Bildquelle: Patrick Schneider
Chronischer Stress kann zu Gesundheitsproblemen wie Herzerkrankungen und Bluthochdruck führen, die die Durchblutung einschränken. Die Sinneshärchen im Innenohr benötigen jedoch eine gute Durchblutung, um Geräusche in elektrische Impulse für das Gehirn umzuwandeln. Schlechtes Hören durch Stress ist demnach die Folge. Auch Tinnitus und Stress stehen miteinander in Verbindung.
Laut der American Psychological Association gibt es verschiedene Tipps, um besser mit Stress umzugehen und dadurch wieder besser hören zu können:
- Entspannungsverfahren anwenden: Es gibt verschiedene Entspannungsmethoden wie Meditation, Yoga Nidra und Atem-Übungen, durch die man Stress reduzieren kann. Eine beliebte Methode ist auch die progressive Muskelentspannung (PMR nach „Progressive Muscle Relaxation“). Dabei nehmen Sie eine bequeme Position ein und wählen eine Muskelgruppe, beispielsweise die Unterschenkelmuskeln. Meist beginnt man unten im Körper und wandert Schritt für Schritt nach oben. Beim Einatmen spannen Sie die Muskeln fünf bis zehn Sekunden lang fest an. Beim Ausatmen lassen Sie die Muskeln locker. Dasselbe sollten Sie mit allen weiteren Muskelgruppen wiederholen.
- Gesund leben: Regelmäßig Sport machen, Schlafroutinen einhalten, sich ausgewogen ernähren, auf ungesunde Substanzen verzichten und Zeit in der Natur verbringen, hilft dabei, Stress zu reduzieren und wieder besser hören zu können.
- Spaß haben: Auch in stressigen Zeiten ist es wichtig, seinen Hobbys nachzugehen. Auch wenn Sie sich nicht danach fühlen: Lachen sendet positive Signale an das Gehirn und kann die mentale Gesundheit fördern, die ebenfalls besseres Hören begünstigt.
- Denkweise ändern: Jeder Mensch hat ein anderes Stressempfinden. Um Stress zu reduzieren, können Sie beispielsweise versuchen, hohe Ansprüche an sich selbst etwas zu lockern, Situationen außerhalb der eigenen Kontrolle zu akzeptieren und Verantwortung abzugeben.
- Unterstützung suchen: Wenn Sie das Gefühl haben, eine Situation nicht allein bewältigen zu können, sollten Sie sich Unterstützung suchen – im sozialen Umfeld bei Freunden und Familienmitgliedern und bzw. oder professionell bei einem Psychotherapeuten.
Tipp 8: Durch Sport besser hören

Yoga kann dazu beitragen, wieder besser hören zu können. Bildquelle: Katrin Bolovtsova
- Regelmäßige Bewegung hilft dem ganzen Körper, auch den Ohren. So zeigen Studien, dass Sport zu einer besseren Herz-Kreislauf-Gesundheit führt, was wiederum das Hörvermögen verbessern kann. Auch die Verringerung von Stress ist ein positiver Effekt von Sport, der sich positiv auf die Hörleistung auswirkt.
Ein Sport, der im Zusammenhang mit besserem Hören häufig genannt wird, ist Yoga.
Yoga kann durch Elemente der Entspannung und Meditation Stress reduzieren. Dies ist, wie oben angeführt, essenziell, um wieder besser hören zu können.
- Achtsamkeitspraktiken im Yoga können dabei helfen, Geräusche im Alltag bewusster und aufmerksamer wahrzunehmen und dadurch die Hörqualität zu verbessern.
- Yoga-Übungen für Nacken- und Schultermuskulatur in Kombination mit Atem-Übungen können dabei helfen, die Durchblutung im Ohr zu fördern, was das Hörvermögen verbessern kann.
Mit den folgenden Übungen können Sie daran arbeiten, wieder besser hören zu können.
- Nackenübungen: Ziehen Sie zunächst das Kinn zur Brust. Im Anschluss legen Sie den Kopf zur Entspannung nach hinten in den Nacken. Anschließend neigen Sie den Kopf und versuchen, das linke Ohr zur linken Schulter zu bringen und das rechte Ohr zur rechten Schulter. Dabei sollten Sie immer geradeaus schauen und den Kopf nicht zur Seite drehen.
- Kopfdrehung: Versuchen Sie den Kopf so weit wie möglich, aber sanft und ohne Schmerz, nach rechts zu drehen. Anschließend kehren Sie mit dem Kopf in die Mitte zurück und sehen geradeaus. Anschließend drehen Sie den Kopf so weit wie möglich, aber sanft und ohne Schmerz, nach links.
- Schulterkreisen: Kreisen Sie in einer sitzenden Position beide Schultern– nach vorne, oben, hinten und dann nach unten. Anschließend sollten Sie die Übung in umgekehrter Richtung durchführen und gegengleich mit der rechten und linken Schulter (wenn die rechte Schulter oben ist, ist die linke unten).
Tipp 9: Besser hören durch Hörtraining

Es gibt verschiedene Übungen, durch die man besser hören lernen kann: Eine davon ist Singen. Bildquelle: BandLab
Durch Hörtraining können Sie wieder besser hören lernen. Darüber hinaus kann Hörtraining Sprachverständnis, auditive Aufmerksamkeit, Multitasking, Kommunikation, Lernen, kognitive Fähigkeiten und Lebensqualität verbessern.
Wenn Sie eine Person kennen, die auch wieder besser hören möchte oder einfach helfen will, könnten Sie beispielsweise die folgenden beiden Partner-Übungen durchführen:
- Üben Sie, sich mit Ihrem Gesprächspartner in lauten Umgebungen zu unterhalten, beispielsweise während der Fernseher läuft oder in einem Restaurant.
- Versuchen Sie, Geräusche sowie deren Richtung zu identifizieren, indem Sie die Augen schließen und Ihr Gesprächspartner sich an verschiedenen Orten rund um Sie herumbewegt.
Sie können auch allein daran arbeiten, wieder besser hören zu können und Hörtraining durchführen – mit verschiedenen Apps oder offline. Hier bieten sich beispielsweise die folgenden beiden Übungen an:
- Setzen Sie sich hin, schließen Sie die Augen und versuchen Sie, so viele Geräusche wie möglich in Ihrer Umgebung wahrzunehmen. Fokussieren Sie sich dann mehrere Sekunden auf einzelne Geräusche.
- Auch Singen kann als Hörtraining genutzt werden. So zeigten die Ergebnisse einer Studie, dass regelmäßiges Singen die Wahrnehmung von Sprache in einer Umgebung mit lauten Hintergrundgeräuschen verbessern kann.
Neben Hörtraining kann auch Kommunikationstraining für den Alltag sinnvoll sein. Dadurch können Sie erlernen, besser von den Lippen abzulesen und Mimik und Gestik besser zu deuten.
Tipp 10: Offen mit Hörverlust umgehen

Wenn man schlecht hört, empfiehlt es sich, in einer ruhigen Umgebung gegenüber von seinem Gesprächspartner zu sitzen. Bildquelle: Christina Morillo
Nicht nur durch besseres Hören wird Kommunikation einfacher. Im Folgenden führen wir einige Tipps an, durch die Gespräche auch mit Hörverlust wieder so angenehm werden können, wie sie es sein sollten.
- Reden Sie offen über Ihre Schwerhörigkeit, um Missverständnisse zu vermeiden. Ein Hörverlust ist keine Schande und kein Grund zur Scham.
- Täuschen Sie nicht vor, etwas verstanden zu haben, sondern bitten Sie um Wiederholung des Gesagten. Sagen Sie Ihrem Gesprächspartner am besten in Ihren eigenen Worten, was Sie verstanden haben.
- Erklären Sie Ihrem Gesprächspartner, wie wichtig kurze Gesprächspausen für Sie sind, da die Konzentration auf das Gespräch erschöpfend sein kann.
- Fordern Sie Ihren Gesprächspartner freundlich auf, langsam, deutlich und in einer normalen Lautstärke mit Ihnen zu sprechen.
- Wenn Sie zu zweit sind, platzieren Sie sich gegenüber von Ihrem Gesprächspartner, um von den Lippen ablesen zu können oder wenden Sie ihm Ihr besser hörendes Ohr zu.
- In einer Gruppe sollten Sie sich in einem ruhigen Eck positionieren und zu geduldigen Personen gesellen, die Ihnen im Zweifelsfall das Gesagte kurz zusammenfassen.
- Um eine optimale Gesprächssituation zu schaffen, achten Sie auf eine gute Beleuchtung für das Lippenlesen und eine ruhige Umgebung ohne störende Hintergrundgeräusche.
Zusatztipp: Besser hören mit Hörgeräten

Inzwischen gibt es moderne Hörgeräte, die optisch eher an Earbuds erinnern. Bildquelle: Onur Binay
Dieser Beitrag heißt zwar „Besser hören ohne Hörgerät“ – dennoch wollen wir Ihnen als letzten Tipp Hörgeräte ans Herz legen. Diese wurden in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und haben mit traditionellen Hörgeräten nur wenig gemeinsam.
Hörgeräte helfen nicht nur dabei, besser hören zu können, sondern sind gemäß Studien mit einer Reduktion von kognitivem Verfall, Demenz, Depressionen, sturzbedingten Verletzungen und Sterberisiko verbunden.
Dennoch tragen nur ein Bruchteil der Menschen mit Hörverlust Hörgeräte. Hörgeräte sind nach wie vor stark stigmatisiert und unter anderem wegen der Klangqualität, dem Komfort, der Wartung, dem Erscheinungsbild und den hohen Kosten bei vielen Menschen unbeliebt.
In den letzten Jahren wurde jedoch die Entwicklung von Hörgeräten vorangetrieben. So gibt es für Menschen mit leichtem und mittlerem Hörverlust, die wieder besser hören wollen, inzwischen moderne Hörgeräte, die optisch eher Earbuds ähneln.
- Self-Fitting-Hörgeräte sind eine einfache und kostengünstige Lösung. Wie der Name bereits vermuten lässt, können Benutzer diese selbst – ohne Hörakustiker – anpassen, was Autonomie, Komfort, Flexibilität und eine Zeit- und Kostenersparnis bedeutet.
- Hearables – eine Wortneuschöpfung aus „hear“ (hören) und „wearable“ (tragbares Gerät) – sind eine multifunktionale Lösung, die neben besserem Hören auch Funktionalitäten wie Musikwiedergabe, Anrufannahme und Fitness-Tracking bieten.
Auch Assistive Listening Devices (ADL) können eine Option sein, um wieder besser hören zu können.
- Für besseres Hören beim Fernsehen bieten sich beispielsweise Hörverstärker an, die Umgebungsgeräusche verstärken.
- Bei Vorträgen eignen sich FM-Anlagen, die per Funksignal Gesprächspartner miteinander verbinden.
- Darüber hinaus gibt es zahlreiche Apps, die im Alltag nützlich sein können, beispielsweise zur Erhöhung der Lautstärke und zur Audiotranskription.
Ein Hörverlust im Alltag kann belastend sein und die unterschiedlichsten Situationen am Arbeitsplatz und in der Freizeit erschweren. Sich mit dem Thema Hören umfassend auseinanderzusetzen, nimmt jedoch viel Zeit und Energie in Anspruch.
Die genannten Tipps können dabei helfen, wieder besser zu hören – sie wirken jedoch nicht bei allen Menschen, stoßen an ihre Grenzen und wirken nur, wenn man sie über einen längeren Zeitraum befolgt. Wer eine schnelle Lösung sucht, sollte auf Hörgeräte zurückgreifen. Diese sind nämlich der schnellste und effektivste Weg sind, um wieder besser hören zu können. Im Idealfall werden die angeführten Tipps und Hörgeräte kombiniert, um ein bestmögliches Hörvermögen zu erreichen
Durch die oben genannten Tipps können Sie immer wieder einfache Schritte und Maßnahmen in Ihren Alltag integrieren, um auch ohne Hörgerät wieder besser hören und Ihre Lebensqualität steigern zu können.
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