Wir haben Empfehlungen für Sie berechnet. Jetzt anschauen!
Wollen Sie wissen, ob Sie schlecht hören?
Machen Sie jetzt unseren gratis Online-Hörtest bequem von zuhause aus und erfahren Sie, ob Sie an einem Hörverlust leiden.
Jetzt Hörtest machenUnsere individuellen Empfehlungen für Sie
Lärm am Arbeitsplatz: Tipps für besseres Hören im Beruf

Bildquelle: Tiger Lily
Inhaltsverzeichnis
- 1. Lärmbelästigung am Arbeitsplatz
- 2. Schwerhörigkeit am Arbeitsplatz erkennen
- 3. Tipps für weniger Lärmbelastung am Arbeitsplatz
- 4. Büro-Tipps: Großraumbüro-Regeln gegen Lärm am Arbeitsplatz
- 5. Geräte-Tipps gegen Lärm am Arbeitsplatz
- 6. Tipps für den Umgang mit Schwerhörigkeit im Beruf
- 7. Tipps für das Arbeiten mit Ohrkrankheiten
Das Wichtigste in Kürze
- Lärm am Arbeitsplatz umfasst unerwünschte Geräusche, die zu Konflikten und gesundheitlichen Schäden führen können.
- Es wird zwischen störendem Lärm und gehörschädigendem Lärm unterschieden. Die zulässigen Grenzwerte zu Lärm am Arbeitsplatz variieren je nach Land und Branche.
- Schwerhörigkeit im Beruf hat negative wirtschaftliche Folgen. So verdienen schwerhörige Menschen weniger, sind eher arbeitslos und gehen früher in Rente.
- Um Schwerhörigkeit am Arbeitsplatz zu erkennen, können Sie auf verschiedene Symptome achten sowie ein Screening und einen Hörtest durchführen.
- Gegen Lärmbelästigung am Arbeitsplatz helfen schallabsorbierende Elemente in Räumen, Gehörschutz, Ruhezonen, Ruhezeiten, Benimmregeln und passende Geräte.
- Menschen mit Hörproblemen sollten ruhige Jobs und Berufe ohne Stress vorziehen, um ihr Gehör zu schützen.
- Wenn man an Tinnitus, Morbus Menière oder einem Hörsturz leidet, sollte man ebenfalls von gewissen Berufen absehen und Arbeitgeber sowie Kollegen informieren.
1. Lärmbelästigung am Arbeitsplatz
1.1. Folgen von Lärm am Arbeitsplatz
Lärm am Arbeitsplatz umfasst unerwünschte Geräusche, die nicht nur zu lästigen Verständigungsschwierigkeiten und Konflikten bei Meetings und in Mittagspausen führen können, sondern auch ernstzunehmende gesundheitliche Schäden nach sich ziehen.
Störender Lärm am Arbeitsplatz, ab etwa 50 Dezibel (dB), kann psychische Auswirkungen (erhöhte Anspannung, Reizbarkeit, Nervosität), Leistungsminderungen (verminderte Konzentrationsfähigkeit, Geschicklichkeit), verminderte Sprachverständigung und vegetative Reaktionen wie Stress und gesteigerten Blutdruck und eine gestörte Magen-Darm-Aktivität zur Folge haben.
Gehörschädigender Lärm am Arbeitsplatz, ab etwa 85 Dezibel (dB), kann unter anderem Lärmschwerhörigkeit, ein Loch im Trommelfell, ein Knalltrauma, einen Hörsturz, Tinnitus (Ohrgeräusche), Presbyakusis (Altersschwerhörigkeit) und Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit) bedingen. Zudem können Auswirkungen des störenden Lärms, wie Stress, Ohrprobleme begünstigen: So gibt es beispielsweise auch einen Zusammenhang zwischen Tinnitus und Stress.
Im Allgemeinen stehen Schwerhörigkeit und Psyche in enger Verbindung zueinander und auch zwischen Demenz und Schwerhörigkeit besteht ein klarer Zusammenhang. Lesen Sie mehr zu diesen Themen in unseren Beiträgen dazu.
1.2. Grenzwerte für Lärm am Arbeitsplatz
Da Lärm am Arbeitsplatz, wie oben angeführt, zahlreiche negative Folgen mit sich zieht, wurden verschiedene Grenzwerte festgelegt, um Arbeitnehmer zu schützen. Da sich die Grenzwerte je nach Branche, Beruf und Land unterscheiden, werden im Folgenden beispielhaft Grenzwerte für Büros im DACH-Raum angeführt.
- In Österreich darf in Räumen mit einfachen Bürotätigkeiten und vergleichbaren Aufgaben ein Lärmpegel von 65 Dezibel (dB) nicht überschritten werden.
- In der Schweiz sind in kleineren und mittleren Büros sowie Konferenzzimmern 40 dB erlaubt, in Großraumbüros und Büros mit mehreren Maschinen hingegen bis zu 45 dB.
- In Deutschland werden die Richtwerte je nach Raumakustikklasse vorgegeben. In der Raumakustikklasse A darf für Einzelbüros ein Maximalwert von 30 dB vorliegen, in Mehrpersonenbüros 35 dB. In der Raumakustikklasse B gelten für Einzelbüros ein Maximalwert von 35 dB und für Mehrpersonenbüros 40 dB. In der Raumakustikklasse C dürfen 40 dB allgemein nicht überschritten werden.
1.3. Schwerhörigkeit im Beruf
Nicht nur Lärm stellt ein Problem für das Gehör von Arbeitnehmern dar. Schwerhörigkeit nimmt weltweit zu. So wird 2050 laut WHO bereits jeder vierte Mensch an einem Hörverlust leiden, während jetzt bereits jeder fünfte Mensch von Schwerhörigkeit betroffen ist.
Das gilt auch für jüngere Menschen: Fast sechzig Prozent der Menschen mit Hörverlust sind unter sechzig Jahre alt, wobei mehr Männer als Frauen betroffen sind. Dementsprechend wird Schwerhörigkeit am Arbeitsplatz künftig ein Thema sein, das global zahlreiche Menschen unterschiedlicher Altersgruppen betreffen wird.
Schwerhörigkeit im Beruf hat zahlreiche negative wirtschaftliche Folgen.
- Laut einer groß angelegten US-amerikanischen Studie verdienen Menschen mit Hörverlust durchschnittlich 25 Prozent weniger als ihre Kollegen.
- Des Weiteren sind Menschen mit Hörverlust mit höherer Wahrscheinlichkeit arbeitslos – gemäß einer finnischen Längsschnitt-Studie ist Arbeitslosigkeit sogar doppelt so wahrscheinlich.
- In einer weiteren groß angelegten Studie wurde aufgezeigt, dass Menschen mit Hörverlust früher in Rente gehen: Je stärker der Hörverlust, desto früher gehen Leute in Rente.
Zu erwähnen ist auch, dass Hörverlust bereits in der Kindheit und Jugend zu einer schlechteren schulischen Leistung und Ausbildung und damit schlechteren Jobchancen führen kann. Dementsprechend sollte man schnellstmöglich handeln, wenn man das Gefühl hat, dass man selbst oder Menschen im Umfeld nicht so gut hören können.

Wenn man das Gefühl hat, dass ein Kind schlecht hört, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, um einem möglichen Hörverlust schnell gegenzusteuern. Bildquelle: Ron Lach
2. Schwerhörigkeit am Arbeitsplatz erkennen
Sie wissen nicht, ob Sie oder Ihre Arbeitskollegen an Schwerhörigkeit leiden? Im Folgenden beschreiben wir, wie Sie dies feststellen können.
2.1. Symptome
Es gibt einige Symptome, die bei Ihren Arbeitskollegen auf Schwerhörigkeit im Beruf hindeuten können:
- Ihr Arbeitskollege schaut beim Reden konzentriert auf Ihr Gesicht und Ihre Lippen.
- Ihr Arbeitskollege stellt sich beim Reden näher an Sie heran.
- Ihr Arbeitskollege legt manchmal die Hand hinter das Ohr, um besser zu verstehen.
- Ihr Arbeitskollege fragt häufig nach, was gesagt wurde.
- Ihr Arbeitskollege antwortet häufig falsch oder unpassend.
- Ihr Arbeitskollege reagiert auf manche Aussagen unpassend oder unlogisch.
- Ihr Arbeitskollege reagiert auf Ansprechen von der Seite oder hinten nicht.
- Ihr Arbeitskollege spricht auch in ruhigen Umgebungen relativ laut.
- Ihr Arbeitskollege stellt Geräte auf eine sehr hohe Lautstärke.
- Ihr Arbeitskollege vermeidet Telefonate und Treffen in lauten Umgebungen.
Es gibt verschiedene Symptome, die bei Ihnen selbst auf Schwerhörigkeit hindeuten können, beispielsweise:
- Sie hören Sprache und andere Geräusche gedämpft.
- Sie können hohe Töne wie Kinderstimmen oder Vogelgezwitscher nur schlecht hören.
- Sie hören insbesondere an lauten Orten und bei Hintergrundgeräuschen schlecht.
- Sie verstehen Wörter schlecht und haben das Gefühl, dass Leute undeutlich sprechen.
- Sie fordern andere Personen häufig auf, langsamer, deutlicher und lauter zu sprechen.
- Sie bitten andere Personen oft, das Gesagte zu wiederholen.
- Sie halten sich häufig von lauteren sozialen Situationen fern.
- Sie drehen häufig die Lautstärke von Fernseher, Radio oder Telefon lauter.
- Sie leiden unter Ohrgeräuschen wie Pfeifen oder Klingeln, bekannt als Tinnitus.
- Sie erleben manchmal Gleichgewichtsstörungen und Schwindelgefühle.
2.2. Screening
Auch das folgende Screening kann helfen herauszufinden, ob man schwerhörig ist.
1. Fühlen Sie sich bei Treffen mit anderen Leuten unbehaglich, weil Sie schlecht hören?
2. Ist es wegen eines Hörproblems frustrierend für Sie, sich mit jemandem aus der Familie zu unterhalten?
3. Bereitet es Ihnen Hörschwierigkeiten, wenn etwas nur geflüstert wird?
4. Fühlen Sie sich durch eine Hörstörung im Alltag regelrecht behindert?
5. Haben Sie bei Besuchen von Freunden, Verwandten oder Nachbarn Hörprobleme?
6. Gehen Sie wegen Hörproblemen seltener zu Veranstaltungen, als Sie eigentlich möchten?
7. Sind Ihre Hörprobleme der Grund für Streit mit anderen Familienmitgliedern?
8. Haben Sie Schwierigkeiten, beim Fernsehen oder im Radio alles zu hören?
9. Fühlen Sie sich im Privat- oder sozialen Leben durch irgendeine Hörstörung eingeschränkt?
10. Wird ein Restaurantbesuch mit Verwandten oder Freunden durch ein Hörproblem erschwert?
Für die Auswertung gilt: Wenn Sie eine Frage mit „ja“ beantworten, werden vier Punkte gezählt, bei „manchmal“ zwei Punkte und bei „nein“ null Punkte. Wenn Sie mehr als zehn Punkte haben, haben Sie vermutlich einen Hörverlust, der weiterer Abklärung bedarf.
Gut zu wissen: Sie wollen ruhige Cafés und Restaurants finden, beim Fernsehen besser hören oder ein passendes Telefon für Schwerhörigkeit haben? In unseren Beiträgen erhalten Sie hilfreiche Informationen und Tipps dazu.
2.3. Hörtest
Auch wenn Symptome und Screenings bei der Erkennung von Schwerhörigkeit hilfreich sein können, sollte Sie zur Sicherheit unbedingt einen Hörtest durchführen, insbesondere wenn konstanter Lärm am Arbeitsplatz herrscht.
Bei uns können Sie jetzt einen kostenlosen Online-Hörtest bequem von zuhause aus machen. Basierend auf Ihrem Testergebnis, Ihrem Audiogramm, empfehlen wir Ihnen direkt im Anschluss an den Hörtest für Sie geeignete Hörlösungen.
3. Tipps für weniger Lärmbelastung am Arbeitsplatz
Egal, wo Sie arbeiten: Es gibt einige Dinge, die Sie tun können, um Lärm am Arbeitsplatz verhindern und einen ruhigen Arbeitsplatz schaffen zu können. Zudem sind auch Arbeitgeber in gewissen Branchen verpflichtet, Maßnahmen zum Lärmschutz am Arbeitsplatz zu ergreifen.

Laute Geräte wie Drucker sollten möglichst in einem anderen Raum stehen, um Lärm am Arbeitsplatz zu vermeiden. Bildquelle: cottonbro studio
- Achten Sie darauf, möglichst leise Geräte – seien es Kaffeemaschinen oder Bohrmaschinen – zu verwenden, beispielsweise mit dem Gütesiegel „Blauer Engel“.
- Halten Sie sich möglichst weit entfernt von lauten Geräten auf. So sollten beispielsweise Drucker in einem anderen Raum stehen.
- Wenn Sie mit lauten Geräten, beispielsweise auf einer Baustelle arbeiten, tragen Sie einen Gehörschutz wie Ohrstöpsel, um sich gegen den Lärm am Arbeitsplatz zu schützen.
- Des Weiteren sollten Meetings oder Telefonate in separaten Räumen abgehalten werden, um Lärm am Arbeitsplatz zu reduzieren.
- Es sollte auf Schallschutz am Arbeitsplatz geachtet werden. So sollten Wände, Böden und Decken über schallabsorbierende Elemente, beispielsweise Stoffe, verfügen.
- Auch schallabsorbierende Möbel helfen gegen Lärm am Arbeitsplatz. Sie sollten aus Holz bestehen, mit Stoffen überzogen sein und an den Füßen über Filzgleiter verfügen.
- Schallschutz am Arbeitsplatz kann auch durch schalldichte Wände, Türen und Fenster verbessert werden.
- Auch Trennwände – egal ob Klappwände, Schallschutzvorhänge oder Raumteiler – helfen beim Lärmschutz am Arbeitsplatz.
- An jedem Arbeitsplatz sollte es Ruhezonen geben, um Pausen vom Lärm am Arbeitsplatz zu bekommen und konzentrierter arbeiten zu können.
- Darüber hinaus sollten Ruhezeiten vereinbart werden, beispielsweise ohne Telefonate oder das Bedienen lauter Geräte.
Weitere Tipps, wie Lärm vermindert werden kann, beschreiben wir für Sie in einem weiteren Beitrag.
4. Büro-Tipps: Großraumbüro-Regeln gegen Lärm am Arbeitsplatz
Sie haben Ihren Arbeitsplatz in einem Großraumbüro? Im Folgenden führen wir einige Großraumbüro-Regeln an, die Lärm am Arbeitsplatz verringern und Ihren Arbeitsalltag erleichtern können.
- Platzieren Sie sich in einem ruhigen Eck neben Kollegen, die ebenfalls Ruhe suchen.
- Halten Sie Meetings in Besprechungsräumen ab, nicht im Großraumbüro.
- Weisen Sie Kollegen freundlich auf die Lautstärke hin, falls Sie etwas stören sollte.
- Tragen Sie Kopfhörer und versuchen Sie, auch Ihre Kollegen dazu anzuregen.
- Legen Sie Gesprächszeiten fest, um Gespräche während der Arbeit zu vermeiden.
- Vereinbaren Sie Ruhezeiten, in denen keine Telefonate geführt werden.
- Setzen Sie auf schriftliche Kommunikation, um dauernde Telefonate zu vermeiden.
- Deaktivieren Sie Benachrichtigungstöne auf Ihren Arbeitsgeräten.
- Verhalten Sie sich achtsam und ruhig, beispielsweise beim Tippen und Gehen.
- Schließen Sie die Fenster, um lauten Geräuschen von außen vorzubeugen.
Sie haben viele Online-Meetings im Büro oder Homeoffice und wollen, dass diese besser gelingen? Dafür haben wir für Sie in einem anderen Beitrag die besten Tipps für Online-Meetings.

Um Lärm am Arbeitsplatz vermeiden zu können, sollten Meetings nicht mitten im Büro und zu fixen Zeiten durchgeführt werden. Bildquelle: nappy
5. Geräte-Tipps gegen Lärm am Arbeitsplatz
Es gibt verschiedene Geräte, die gegen Lärm am Arbeitsplatz helfen können. In diversen Branchen, beispielsweise der Flugbranche, müssen Arbeitgeber Geräte zum Lärmschutz am Arbeitsplatz zur Verfügung stellen.
- Gehörschutz wie Ohrstöpsel sind ein effektives Mittel, um Geräusche auszublenden.
- Kopfhörer für schwerhörige Menschen, beispielsweise mit Noise-Cancelling-Funktion, können Lärm am Arbeitsplatz reduzieren.
- Es gibt spezielle Telefone für schwerhörige Menschen, die bei Lärm geeignet sind.
- Das effektivste Mittel gegen Schwerhörigkeit sind Hörgeräte.
Gut zu wissen: Für Menschen mit leichter bis mittlerer Schwerhörigkeit sind insbesondere moderne Hörgeräte geeignet, die günstiger und komfortabler sind als klassische Hörgeräte und optisch eher an Earbuds erinnern.
6. Tipps für den Umgang mit Schwerhörigkeit im Beruf
6.1. Tipps im Umgang mit schwerhörigen Arbeitskollegen
Sie meinen zu merken, dass ein Arbeitskollege an Schwerhörigkeit leidet, möglicherweise ausgelöst durch Lärm am Arbeitsplatz? Im Folgenden führen wir fünf Tipps an, wie Ihr Umgang mit schwerhörigen Menschen am Arbeitsplatz besser gelingen kann.
- Sprechen Sie langsam, deutlich und in einer normalen Lautstärke. Schwerhörigkeit hat nicht immer mit der Lautstärke zu tun. Außerdem sind auch laute Geräusche häufig unangenehm für schwerhörige Menschen.
- Bilden Sie kurze, klare Sätze mit gebräuchlichen Worten. Längere, komplizierte Sätze mit vielen Eigennamen erschweren das Verständnis. Wichtige Informationen wie Termine, Adressen und Namen sollten notiert werden.
- Legen Sie immer wieder Pausen beim Reden ein. Schwerhörige Menschen müssen sich bei Gesprächen stark konzentrieren und sind dadurch schneller erschöpft. Daher sollten Sie immer wieder Pausen in Meetings und Gesprächen einlegen.
- Bleiben Sie geduldig und verständnisvoll. Sie sollten Vorwürfe und Auslachen vermeiden. Das fehlende Verständnis der schwerhörigen Person hat nichts fehlendem Willen, sondern fehlendem Können zu tun.
- Nutzen Sie natürliche Mimik, Gestik und Körpersprache. Wenden Sie sich der schwerhörigen Person zu, damit die schwerhörige Person weiß, dass Sie mit ihr sprechen und sie gegebenenfalls von den Lippen ablesen kann.
6.2. Tipps für Ihre eigene Schwerhörigkeit am Arbeitsplatz
Schwerhörigkeit im Beruf kann die Kommunikation mit Kollegen erschweren und den Arbeitsalltag mühsam gestalten. Daher möchten wir Ihnen im Folgenden fünf Tipps für Ihren Arbeitsplatz an die Hand geben, wenn Sie selbst an Schwerhörigkeit leiden.
- Seien Sie offen in Ihrem Umgang mit Schwerhörigkeit. Es ist kein Makel, schwerhörig zu sein. Machen Sie Ihre Arbeitskollegen auf Ihren Hörverlust aufmerksam, damit sie darauf Rücksicht nehmen können.
- Sprechen Sie so, wie Sie es gern von Ihrem Gesprächspartner hätten. Es kann vorkommen, dass Ihr Gesprächspartner auf Ihre Hörminderung vergisst. Sprechen Sie selbst langsam und deutlich, damit sich dies auf Ihre Arbeitskollegen überträgt.
- Täuschen Sie kein Verständnis vor, sondern bitten Sie um Wiederholung. Ansonsten kann es zu Missverständnissen und Konflikten kommen, weil Ihre Arbeitskollegen denken könnten, Sie würden ihnen nicht zuhören.
- Achten Sie auf eine Umgebung, die Ihrem Hörverlust entgegenkommt. Arbeiten Sie an einem möglichst ruhigen Ort, beispielsweise im Büro in einem ruhigen Eck. Platzieren Sie sich gegenüber von oder mit Ihrem besseren Ohr zu Ihren Arbeitskollegen.
- Halten Sie sich in Gruppen an Personen, die Ihnen das Gesagte wiederholen. Wenn Sie in einer Gruppe von Kollegen nicht dem Gespräch folgen können, wiederholen Sie das, was Sie verstanden haben. Dann wissen die anderen Personen, wo sie ansetzen können. Auch Humor hilft im Umgang mit Schwerhörigkeit im Beruf.
7. Tipps für das Arbeiten mit Ohrkrankheiten
7.1. Ruhige Jobs für schwerhörige Menschen
Da es viele ruhige Jobs gibt, beschreiben wir im Folgenden Jobs, die für Lärm am Arbeitsplatz bekannt sind und daher bei einer bereits vorliegenden Schwerhörigkeit oder zur Prävention vermieden werden sollten.

Mitarbeiter am Rollfeld sind dem stärksten Lärm am Arbeitsplatz ausgesetzt. Bildquelle: Thiago Matos
- 140 dB: Mitarbeiter in der Flugzeugabfertigung sind am Rollfeld zwischen startenden und landenden Maschinen ohrenbetäubenden Geräuschen ausgesetzt.
- 120 dB: Straßenbauarbeiter arbeiten mit lauten Geräten wie einem Presslufthammer und müssen daher immer einen Gehörschutz tragen.
- 105 dB: Fabrikarbeiter und Mitarbeiter in landwirtschaftlichen Betrieben sind ebenfalls mit starkem Lärm am Arbeitsplatz konfrontiert.
- 100 dB: Brauerei-Mitarbeiter sind bei der Getränkeproduktion ebenso lautem Maschinenlärm ausgesetzt.
- 95 dB: Orchestermusiker sind zwar keinen Maschinen ausgesetzt, jedoch kann auch laute Beschallung durch Instrumente zu Hörschäden führen.
- 90 dB: Zahnärzte und Zahnarzthelfer müssen aufgrund von Geräten ebenfalls viel Lärm am Arbeitsplatz aushalten.
- 85 dB: Lehrer und Kindergärtner sind den ganzen Tag von Kindern umgeben, die beim Spielen oft laut herumtoben und für Lärm am Arbeitsplatz sorgen.
Weitere laute Arbeitsorte sind beispielsweise die Nachtgastronomie (zum Beispiel Restaurants und Nachtclubs), Veranstaltungsstätten (zum Beispiel Konzerthallen und Sportarenen), die Hausbaubranche, Großraumbüros, das Militär und der Rettungsdienst. Wenn man einen ruhigen Arbeitsplatz sucht, sollte man daher auch von diesen Berufen Abstand nehmen.
7.2. Berufe ohne Zeitdruck und Stress
Da schlechtes Hören durch Stress verursacht werden kann, empfiehlt es sich aus Sicht des Hörvermögens, einen Beruf ohne Stress zu wählen. Pauschal ist natürlich schwer zu beurteilen, welche Berufe stressiger sind als andere: Es sollten nach Möglichkeit jedoch eher Berufe ohne Zeitdruck, Schichtdienst, Lärm am Arbeitsplatz und lebensentscheidende Situationen gewählt werden.
Zudem ist zu erwähnen, dass jeder Mensch über ein anderes Stressempfinden verfügt. Auf mehreren Internetseiten wird dennoch versucht, das Stresslevel von Berufen einzuschätzen.
- So hat beispielsweise das US-amerikanische Ministerium für Arbeit eine Datenbank erstellt, das Berufe nach ihrem Stresslevel auflistet. Dabei reicht die Skala von null bis hundert: Je niedriger die Punktzahl, desto weniger muss mit stressigen Situationen umgegangen werden. Nach dieser Datenbank gelten unter anderem die Berufe Kurier, Schneider, Tür- oder Straßenverkäufer, Veredler, Kesselschmied, Sortierer und Pumpenbediener am stressfreiesten.
- Auf anderen Seiten über Berufe ohne Stress werden Branchen wie öffentliche Verwaltung, Handwerk, Medien, Informationstechnologie, Natur und Arbeit mit Tieren genannt. All jene sind Berufe ohne Zeitdruck, Schichtdienst, Lärm am Arbeitsplatz und lebensentscheidende Situationen.
7.3. Arbeiten mit Tinnitus
Menschen, die an Tinnitus leiden, sollten Stress und Lärm am Arbeitsplatz vermeiden und sich einen Job in einem ruhigen und stressfreien Umfeld suchen, beispielsweise in Archiven oder ruhigen Büros. Mehr zu ruhigen und stressfreien Berufen kann oben nachgelesen werden.
Welche Tinnitus-Ursachen und Möglichkeiten der Tinnitus-Behandlung es gibt, beschreiben wir in weiteren Beiträgen von uns.
Gut zu wissen: Tinnitus allein gilt nicht als Berufskrankheit. Prinzipiell empfiehlt sich, den Arbeitgeber und Kollegen darüber zu informieren, damit das Team dafür sensibilisiert wird und Maßnahmen gegen Lärm am Arbeitsplatz ergriffen werden.
7.4. Arbeiten mit Morbus Menière
Bei Morbus Menière, einer Innenohrerkrankung mit Symptomen wie Schwindelattacken, Hörverlust und Druck auf den Ohren, sollten verschiedene Berufe nicht ausgeübt werden:

Menschen, die an Morbus Menière leiden, sollten keinen Berufen nachgehen, bei denen der Gleichgewichtssinn unbedingt benötigt wird. Bildquelle: Raze Solar
- Berufe, bei denen der Gleichgewichtssinn stark gefordert ist, zum Beispiel Dachdecker
- Berufe, bei denen der Druckausgleich erschwert wird, zum Beispiel Taucher
- Berufe, die mit der Personenbeförderung zusammenhängen, zum Beispiel Piloten
Gut zu wissen: An gefährlichen Arbeitsplätzen, beispielsweise den eben genannten Berufen, müssen Arbeitgeber über die Morbus-Menière-Erkrankung informiert werden. Es empfiehlt sich, auch die Kollegen darüber aufzuklären, damit diese bei Schwindelattacken rasch helfen können.
7.5. Mit Hörsturz arbeiten gehen
Auch mit einem Hörsturz sollte man nicht arbeiten gehen. Obwohl bei der Hälfte der Betroffenen ein Hörsturz von selbst abheilt, sollte man den plötzlichen Hörverlust ernst nehmen und schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Bei schwerwiegenden Ursachen erhöht eine schnelle Behandlung die Chance auf Heilung immens.
Gut zu wissen: Prinzipiell muss der Arbeitgeber nicht über einen Hörsturz informiert werden. Wenn jedoch Folgeerkrankungen wie eine Schwerhörigkeit verbleiben, die die Berufsausübung behindern, beispielsweise im Kundenkontakt, sollte der Arbeitgeber informiert werden, um Maßnahmen gegen Lärm am Arbeitsplatz einzuleiten. Darüber hinaus sollte man die Kollegen informieren, um Missverständnisse zu vermeiden.
Es bleibt festzuhalten, dass Lärm am Arbeitsplatz ein häufiges Phänomen ist, das sich negativ auf Arbeitnehmer auswirken kann. Dementsprechend sollte der Arbeitsplatz so gestaltet werden, dass bestmöglicher Lärmschutz am Arbeitsplatz ermöglicht wird, beispielsweise durch schallabsorbierende Elemente, Gehörschutz, Ruhezonen, Ruhezeiten, Benimmregeln und passende Geräte. Zudem sollten Menschen mit Ohrkrankheiten eher ruhige Berufe ohne Stress ausüben, um ihr Hörvermögen zu schützen und Hörprobleme nicht zu verstärken.
Sie befürchten, aufgrund von Lärm am Arbeitsplatz einen Hörverlust erlitten zu haben, wollen aber keine Geräte verwenden und lieber ohne Hörgerät besser hören? Dann informieren Sie sich jetzt darüber, wie Ihnen Supplements, Hörtraining und Sport dabei helfen können.
Quellenverzeichnis
- Arbeitsinspektion. (o. D.). Lärmschutz. https://www.arbeitsinspektion.gv.at/Arbeitsstaetten-_Arbeitsplaetze/Arbeitsstaetten-_Arbeitsplaetze/Laerm_am_Arbeitsplatz.html
- beta Institut gemeinnützige GmbH (2025). Tinnitus > Beruf. https://www.betanet.de/pdf/507
- Cleveland Clinic. (2024, 1. Mai). Hearing loss. https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/17673-hearing-loss
- Cleveland Clinic. (2025, 14. Februar). 8 Jobs That Lead to Hearing Loss and How to Prevent It. https://health.clevelandclinic.org/8-jobs-that-lead-to-hearing-loss-and-how-to-prevent-it
- Deutscher Schwerhörigenbund (DSB). (2017). Tipps für schwerhörige und gut hörende Menschen im Umgang miteinander. https://www.schwerhoerigen-netz.de/fileadmin/user_upload/dsb/Dokumente/Information/Service/Ratgeber/Ratgeber2_Tipps_fuer_den_Umgang_miteinander.pdf
- DGUV (2024, 6. Mai). IFA: Lärm am Arbeitsplatz. https://www.dguv.de/ifa/fachinfos/laerm/index.jsp
- Diakonisches Werk Württemberg – Beratung für Hörgeschädigte (2015). Tipps für den Umgang mit schwerhörigen Menschen. https://www.diakonie-wuerttemberg.de/fileadmin/Diakonie_Website/Abteilungen/Behindertenhilfe/Menschen_mit_Hoerproblemen/Beh_Schwehoerige-Tipps-fuer-den-Umgang.pdf
- Doctors Of Hearing Healthcare. (2025, 14. Februar). 10 jobs that can cause hearing loss. https://www.doctorsofhearinghealthcare.com/blog/10-jobs-that-can-cause-hearing-loss/
- Helvik, A., Krokstad, S. & Tambs, K. (2012). Hearing loss and risk of early retirement. The HUNT study. European Journal Of Public Health, 23(4), 617–622. https://doi.org/10.1093/eurpub/cks118
- Järvelin, M., Mäki–torkko, E., Sorri, M. J. & Rantakallio, P. T. (1997). Effect of Hearing Impairment on Educational Outcomes and Employment up to the Age of 25 Years in Northern Finland. British Journal Of Audiology, 31(3), 165–175. https://doi.org/10.3109/03005364000000019
- Jung, D. & Bhattacharyya, N. (2012). Association of Hearing Loss with Decreased Employment and Income among Adults in the United States. Annals Of Otology Rhinology & Laryngology, 121(12), 771–775. https://doi.org/10.1177/000348941212101201
- Lustig, L. R. (2024, 4. Juni). Hörverlust. MSD Manual Profi-Ausgabe. https://www.msdmanuals.com/de/profi/hals-nasen-ohren-krankheiten/h%C3%B6rverlust/h%C3%B6rverlust#Grundlagen-der-Geriatrie:-Schwerh%C3%B6rigkeit_v944423_de
- Mayo Clinic. (2023, 30. März). Hearing loss - Symptoms and causes. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/hearing-loss/symptoms-causes/syc-20373072
- McCabe, D. (2019). Hearing Screening in Older Adults. https://hign.org/sites/default/files/2020-06/Try_This_General_Assessment_12.pdf
- Nocke, C., Victora, J. (2019). VDI 2569: 2019. Neue Klassifizierung für Büro-Raumakustik. https://akustikbuero-ol.de/images/akustikbuero-ol/pdf/L%C3%A4rmbek%C3%A4mpfung_06_2019_S.190-197.pdf
- O*NET OnLine (o. D.). Work styles — Stress tolerance. https://www.onetonline.org/find/descriptor/result/1.C.4.b?a=1
- Petzold, U. (2022, 21. September). Lärmschutz im Büro: Was tun, wenn es im Büro zu laut ist? https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/leben/gesund-schule-studium-job/laermschutz-im-buero-1056856
- Seelisch, A. (2024, 29. Februar). Top 9 noisiest jobs. https://www.hearingsolutions.ca/top-9-noisiest-jobs/
- Suva (2006, November). Belästigender Lärm am Arbeitsplatz. https://blog.bruno-wickart.ch/wp-content/uploads/2020/08/SUVA-L%C3%A4rm-am-Arbeitsplatz-1.pdf
- WHO. (2024, 2. Februar). Deafness and hearing loss. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/deafness-and-hearing-loss
- WHO. (2019, 18. September). Deafness and hearing loss – Prevalence. https://www.who.int/health-topics/hearing-loss#tab=tab_2
- WHO. (2021, 2. März). World Report on Hearing. https://www.who.int/teams/noncommunicable-diseases/sensory-functions-disability-and-rehabilitation/highlighting-priorities-for-ear-and-hearing-care