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Schlechtes Hören durch Stress: Hintergründe und Tipps

entiendoo Redaktion
20.12.2024
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Der Mann hört wegen des Stresses schlecht

Stress kann unsere Emotionen in vielerlei Hinsicht beeinflussen – sowohl positiv als auch negativ. Wenn wir gestresst sind, schütten wir Stresshormone aus, die nicht nur unsere Gedanken und Wahrnehmung verändern, sondern auch unsere Sinne, insbesondere das Hören, stark belasten können.

Schlechtes Hören durch Stress ist also keine Einbildung, sondern ein Phänomen, das tatsächlich durch konkrete Vorgänge im Körper erklärt werden kann. In diesem Beitrag erfahren Sie im Detail, wie Stress das Hörvermögen beeinträchtigen kann und mit welchen Tipps Sie bei Stress auf Ihr emotionales Gleichgewicht achten und Ihr Gehör schützen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schlechtes Hören kann auch durch Stress ausgelöst werden, indem er Durchblutungsstörungen im Innenohr verursacht, Ohrendruck auslöst, stressbedingte Ohrkrankheiten fördert und die Kommunikation im Gehirn stört.
     
  • Umgekehrt kann auch Hören an sich Stress verursachen. Hörstress durch Reizüberflutung oder Hörverlust belastet das Gehirn und führt zu Erschöpfung.
     
  • Stress kann Hörprobleme auslösen und Hörverlust kann in weiterer Folge zu Kommunikationsschwierigkeiten, Isolation und Depressionen führen.
     
  • Verschiedene Entspannungstechniken, ein gesunder Lebensstil und ein förderliches Umfeld können helfen, schlechtes Hören durch Stress zu vermeiden.

1. Hörprobleme und schlechtes Hören durch Stress

Schlechtes Hören durch Stress kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und sollte nicht unterschätzt werden. Wie aber kommt es dazu, dass Menschen durch Stress schlechter hören? Stress kann das Hörvermögen auf verschiedene Weise beeinträchtigen.

1.1. Durchblutungsstörungen

Stress kann zu Durchblutungsstörungen im Innenohr führen. Die empfindlichen Sinneshaare im Innenohr sind allerdings auf eine gute Durchblutung angewiesen, um richtig zu funktionieren. So kann Stress das Risiko für Schwerhörigkeit erhöhen. Auch Herzkrankheiten, Diabetes, Hyperlipidämie, Alterung oder Rauchen sind in diesem Zusammenhang Risikofaktoren.

1.2. Druck auf den Ohren durch Stress

Stress kann zu Druck auf den Ohren und einem Knacken in den Ohren führen, da Stress die Druckverhältnisse im Mittelohr beeinflussen kann. Der durch Stress bedingte Ohrendruck kann dazu beitragen, dass man durch Stress schlechter hören kann. Druck auf den Ohren kann zudem ein Vorbote von Tinnitus (Ohrgeräusche) oder einem Hörsturz (plötzlicher Hörverlust) sein.

Gut zu wissen: Wenn Symptome wie ein Völlegefühl, gedämpftes Hören und eine veränderte Wahrnehmung der eigenen Stimme auftreten, muss es sich nicht um Druck auf den Ohren durch Stress oder andere Ursachen handeln. Ohrenschmalz oder Wasser im Ohr können für ähnliche Symptome verantwortlich sein. Während verschiedene Verfahren des Druckausgleichs gegen Druck auf den Ohren helfen, kann stressbedingter Ohrendruck durch Entspannungstipps (siehe unten) beseitigt werden.

1.3. Stressbedingte Ohrkrankheiten

Stress ist ein Risikofaktor für verschiedene Ohrkrankheiten und Hörprobleme, einschließlich Tinnitus, Hörsturz, Morbus Menière, Lärmschwerhörigkeit, Presbyakusis (Altersschwerhörigkeit) und Hyperakusis (Geräuschempfindlichkeit). Auch Tinnitus und Stress stehen in starker Wechselwirkung miteinander.

1.4. Einfluss auf das Gehirn und die Hörverarbeitung

Stresshormone wie Cortisol stören die Kommunikation im Nervensystem und beeinflussen Gehirnregionen, die an der Hörverarbeitung beteiligt sind und können die Hörwahrnehmung und das Gedächtnis negativ beeinflussen.

1.5. Chronischer Stress und Entzündung

Langfristiger Stress verringert die Immunantwort im Innenohr und beeinträchtigt den Heilungsprozess nach Zellschäden, beispielsweise verursacht durch Lärm, was Hörverlust begünstigen kann. Folglich führt chronischer Stress zu schlechterem Hören.

2. Hörstress: Stress durch Hören

Auch das Hören an sich kann Stress auslösen. Sogenannter Hörstress entsteht, wenn Stress durch Lärm das Gehör durch permanente Reize überfordert (beispielsweise durch andauernde Umgebungsgeräusche, Verkehrslärm usw.), was zu Erschöpfung und einem erhöhten Ruhebedürfnis führen kann.

Ein eingeschränktes Hörvermögen verstärkt diesen Effekt, da das Gehirn Hörinformationen stärker verarbeiten muss. Ein gesundes Gehör blendet einen Großteil der Geräusche (circa siebzig Prozent) aus und schützt so vor Überlastung. Bei Hörverlust fällt das Ausblenden schwerer, was das Zuhören erschwert. Dieser Prozess verläuft meist schleichend. Neben Arbeitsbelastung kann also auch Hörverlust ein Auslöser für Hörstress sein.

Gut zu wissen: Regelmäßig einen Hörtest durchzuführen ist wichtig, um frühzeitig Hörprobleme zu erkennen und gezielt vorzubeugen. Machen Sie jetzt unseren kostenlosen Online-Hörtest inklusive Audiogramm bequem von zuhause aus, wenn Sie das Gefühl haben, dass schlechtes Hören durch Stress für Sie ein Problem darstellt.

3. Psychische Probleme und Hörverlust

Schwerhörigkeit und Psyche stehen eng miteinander in Verbindung. Während schlechtes Hören durch Stress und starke psychische Belastungen ausgelöst werden kann, begünstigen unbehandelte Probleme mit dem Gehör umgekehrt auch psychische Probleme. Vor allem bei älteren Menschen besteht hier ein erhöhtes Risiko.

  • Hörverlust erschwert die Kommunikation, was dazu führt, dass Menschen seltener an sozialen Aktivitäten teilnehmen. Dies kann wiederum zu sozialer Isolation, schlechter Stimmung und Depressionen führen, was die Lebensqualität von Betroffenen insgesamt beeinträchtigt.
     
  • Etwa vierzig Prozent der Menschen über sechzig Jahren leiden an Hörverlust. Es sind aber auch viele jüngere Menschen betroffen. Laut Schätzungen der WHO sind weltweit eine Milliarde jüngere Menschen von einem Hörverlust bedroht. Im Durchschnitt dauert es etwa sieben Jahre, bis sich Betroffene Hilfe suchen.

Auch zwischen Demenz und Schwerhörigkeit besteht ein Zusammenhang. Lesen Sie mehr dazu in unserem Beitrag zu diesem Thema.

Schlechtes Hören durch Stress und psychische Erkrankungen stehen in Wechselwirkung und können sich einander verschlimmern. Bildquelle: Liza Summer

4. Tipps bei Stress, um das Gehör zu schützen

Die folgenden Tipps können hilfreich sein, wenn schlechtes Hören durch Stress eine Belastung für Sie darstellt. Die Umsetzung dieser Tipps als Stress-Behandlung kann Ihnen dabei helfen, das Gehör zu schützen und stressbedingte Schäden zu vermeiden.

Tipp 1: Tief durchatmen bei Stress

Stress kann den Herzschlag beeinflussen. Das Gehirn und das Herz arbeiten zusammen: Wenn Stress den Herzschlag verändert, kann das auch die Gehirnfunktionen, das Hören und die Aufmerksamkeit stören. Der Vagusnerv, der Teil des autonomen Nervensystems ist und wichtige Körperfunktionen wie Herzschlag und Atmung steuert, spielt dabei eine wichtige Rolle.

Wenn Sie durch Stress schlechter hören, kann langsames, tiefes Atmen helfen, die Funktion des Vagusnervs zu regulieren, den Herzschlag zu beruhigen und das Hörvermögen zu schützen.

Tipp 2: Entspannungstechniken anwenden

Auch Yoga, das Üben von bestimmten Körperhaltungen im Einklang mit einer tiefen Atmung, Meditation und Entspannungstechniken wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung (PMR) und Massagen können bei der Vagusnerv-Aktivierung hilfreich sein. So können Sie effektiv Stress reduzieren und schlechtes Hören durch Stress wieder verbessern.

Tipp 3: Schlaf optimieren

Schlechtes Hören durch Stress kann auch mit dem Schlaf zusammenhängen. Zu wenig Schlaf steht in Wechselwirkung mit Stress und psychischen Belastungen, verminderter geistiger Leistungsfähigkeit sowie Hör- und Gleichgewichtsproblemen wie Tinnitus, Schwindel oder Hörverlust. Dabei gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede:

  • Frauen, deren Gehirn anders arbeitet als das von Männern, können oft mehrere Dinge gleichzeitig tun, brauchen dafür aber mehr Schlaf.
     
  • Männer, die in ihrem Job besonders viele Entscheidungen treffen müssen, scheinen ebenfalls einen höheren Schlafbedarf zu haben.

Mehr zum Thema Schlafen mit Tinnitus behandeln wir für Sie in einem eigenen Blogbeitrag.

Tipp 4: Auf die richtige Ernährung achten

Ein weiterer Tipp gegen schlechtes Hören durch Stress ist die richtige Ernährung. Eine mediterrane Ernährungsweise legt den Fokus auf viel Gemüse, Obst, Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren. Gesättigte Fette, Zucker und tierisches Eiweiß werden hierbei eher reduziert. Diese Art der Ernährung kann stressbedingte Probleme reduzieren und Ihnen helfen, wenn Sie durch Stress schlechter hören.

Tipp 5: Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen

Wenn Sie durch Stress schlechter hören, sollten Sie viel Wasser trinken und auf übermäßigen Koffeinkonsum verzichten. Bei Stress schütten die Nebennieren mehr Cortisol aus, was den Flüssigkeitshaushalt im Körper beeinflusst. Dieses Stresshormon kann langfristig den Blutdruck erhöhen, das Immunsystem schwächen und auch Hörverlust fördern.

Es führt außerdem dazu, dass der Körper wichtige Nährstoffe wie Kalium, Natrium und Vitamin C verliert, was den oxidativen Stress im Körper verstärkt. Wenn schlechtes Hören durch Stress für Sie eine Belastung darstellt, sollten Sie also unbedingt auf Ihre Flüssigkeitszufuhr achten.

Wasser zu trinken ist nicht nur lebensnotwendig, es trägt auch dazu bei, dass das Gehör gut funktioniert, besonders in stressigen Zeiten. Bildquelle: Kaboompics.com

Tipp 6: Orte mit hoher Licht- und Lärmbelastung vermeiden

Wenn Sie durch Stress schlecht hören, sollten Sie Orte mit hoher Lautstärke, aber auch grellem Licht meiden, da sie das Nervensystem belasten und Stress im Körper verursachen. Wenn Sie an einem lauten Ort sind und Stress durch Lärm entsteht, beispielsweise durch Lärm am Arbeitsplatz, kann ein passender Gehörschutz wie Ohrstöpsel für Entspannung sorgen. In einem anderen Beitrag geben wir Ihnen weitere Tipps zur Lärmprävention.

Tipp 7: Mit Musik entspannen

Hören Sie entspannende, stressreduzierende Musik, wenn Sie das Gefühl haben, durch Stress schlechter hören zu können. Sanfte oder klassische Musik beeinflusst die Gehirnwellen positiv und unterstützt das Hören und den Gleichgewichtssinn. Rhythmische Bewegungen zur Musik, wie Tanzen oder Sport, bringen das Nervensystem in Einklang und können die Widerstandskraft in schwierigen Situationen stärken.

Tipp 8: Glücklich sein und viel lachen

Wird schlechtes Hören durch Stress zu einer Belastung, ist Ihnen im ersten Moment vermutlich nicht nach Lachen zumute. Lachen ist aber nicht nur gut für die Stimmung, sondern auch für die Gesundheit.

Beim Lachen atmet man automatisch tiefer, wodurch der Körper mehr Sauerstoff erhält und die Durchblutung angeregt wird. Das senkt Stresshormone, löst Entspannung aus, stärkt das Immunsystem und verbessert die allgemeinen Körperfunktionen.

Tipp 9: Positive Energie in den Fokus rücken

Der Austausch mit vertrauten Menschen kann den Oxytocinspiegel steigern und Stresshormone senken, was essenziell ist, wenn Sie durch Stress schlechter hören. Berührungen, auch am eigenen Körper, fördern ebenfalls die Ausschüttung von Oxytocin und wirken entspannend.

Das Aufschreiben von Gefühlen hilft, Stress abzubauen, Klarheit zu schaffen und Emotionen zu verarbeiten. Wer seine Emotionen unterdrückt, reagiert schlechter auf Stress und hat ein schwächeres Immunsystem.

Schlechtes Hören durch Stress kann gelindert werden, indem Betroffene Stress reduzieren und Zeit mit für sie wichtigen Menschen verbringen. Bildquelle: Mental Health America (MHA)

Tipp 10: Hörgeräte zur Vermeidung von Stress und psychischen Problemen

Schlechtes Hören durch Stress sollte nicht unterschätzt werden, da es die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Viele Menschen, die unter Hörproblemen leiden, nutzen Hörgeräte nicht, obwohl sie ihnen helfen könnten.

Durch die Ergebnisse einer internationalen Studie konnte aber gezeigt werden, dass Hörgeräte Stress reduzieren können. Am Abend fühlen sich nur 36 Prozent der Hörgeräte-Träger mental und 41 Prozent körperlich gestresst und erschöpft, verglichen mit 52 Prozent bzw. 58 Prozent bei Menschen ohne Hörgerät.

Außerdem berichten Hörgeräte-Träger von besserem Schlaf: 43 Prozent sind unzufrieden mit ihrem Schlaf, im Vergleich zu 57 Prozent der Nicht-Hörgeräte-Träger. Auch depressive Symptome treten bei Hörgeräte-Trägern seltener auf: Während 25 Prozent der Hörgeräte-Träger von depressiven Symptomen berichten, führen 29 Prozent der Menschen ohne Hörgerät diese an.

Gut zu wissen: Mehrere Studien zeigen, dass depressive Symptome durch die regelmäßige Nutzung von Hörgeräten bereits nach drei Monaten des Tragens reduziert werden können.

Mit Hörgeräten kann also vor allem Stress, der durch die Hörprobleme verursacht wird, eingedämmt werden, was hilfreich ist, wenn schlechtes Hören durch Stress für Sie ein Problem ist.

Gut zu wissen: Für Menschen mit leichtem bis mittlerem Hörverlust eignen sich besonders moderne Hörgeräte, da diese optisch eher Earbuds ähneln und einfacher anzupassen, einfacher zu bedienen, komfortabler, pflegeleichter und günstiger sind als traditionelle Hörgeräte.

Es lässt sich festhalten: Wenn Stress überhandnimmt, kann er nicht nur unsere mentale Gesundheit, sondern auch unser Hörvermögen beeinträchtigen. Schlechtes Hören durch Stress beeinträchtigt die Lebensqualität und die mentale Gesundheit.

Die gute Nachricht ist: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken. So können beispielsweise Entspannungstechniken, ein gesunder Lebensstil und ein förderliches soziales Umfeld nicht nur unser allgemeines Wohlbefinden fördern, sondern auch unser Gehör langfristig schützen.

Zusätzlich können begleitende Maßnahmen wie Hörtraining, Bewegung und die Einnahme von Supplements dazu beitragen, das Hörvermögen weiter zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern. Indem Sie diese Ansätze in Ihren Alltag integrieren, schaffen Sie nicht nur eine bessere Grundlage für Ihr Gehör, sondern auch für ein gesünderes Leben.